The National Times - Zufriedenheit der Azubis mit ihrer Ausbildung gesunken

Zufriedenheit der Azubis mit ihrer Ausbildung gesunken


Zufriedenheit der Azubis mit ihrer Ausbildung gesunken
Zufriedenheit der Azubis mit ihrer Ausbildung gesunken / Foto: © AFP

Immer weniger Auszubildende würden ihren eigenen Betrieb weiterempfehlen und die Zufriedenheit der Azubis mit ihrer Ausbildung ist ebenfalls gesunken: Das sind zwei Ergebnisse des diesjährigen Ausbildungsreports der Jugendorganisation des Deutschen Gewerkschaftsbunds (DGB), der am Mittwoch vorgestellt wurde. Darin werden auch erhebliche Mängel bei der Digitalisierung sowohl in den Berufsschulen als auch in den Ausbildungsbetrieben kritisiert.

Textgröße ändern:

Dem Report zufolge sind 70,5 Prozent der befragten Azubis mit ihrer Ausbildung zufrieden oder sehr zufrieden, das sind 2,8 Prozentpunkte weniger als bei der Befragung vor einem Jahr. Die Zufriedenheit variiert stark nach Branchen: So sind 82,6 Prozent der Industriemechaniker und -mechanikerinnen zufrieden mit ihrer Ausbildung, aber nur 53,7 Prozent der Azubis im Hotelgewerbe.

Ihre Ausbildung weiterempfehlen würden im ersten Lehrjahr noch 66,9 Prozent der Azubis, im zweiten Lehrjahr sinkt der Wert auf 47,6 Prozent. Beide Werte gingen um 4,3 beziehungsweise 6,8 Punkte stark zurück. Fast jeder zweite Azubi bewertet außerdem die fachliche Qualität des Berufsschulunterrichts lediglich als befriedigend oder schlechter. Auch das sei ein starker Rückgang gegenüber dem Vorjahr, so die DGB Jugend.

Wie der Ausbildungsreport weiter zeigt, bewerten fast vier von zehn Azubis die digitale Ausstattung der Berufsschulen nur mit "ausreichend" oder "mangelhaft" und ungefähr genauso viele Azubis gaben an, vom Ausbildungsbetrieb nur selten oder sogar nie die benötigten technischen Geräte für eine digitale Ausbildung zur Verfügung gestellt zu bekommen. Entsprechend sieht sich eine ganze Reihe der Lehrlinge nicht ausreichend auf die Digitalisierung vorbereitet.

"Politik und Arbeitgeber müssen deutlich mehr tun, damit die duale Ausbildung auch im Digitalzeitalter funktioniert", erklärte DGB-Bundesjugendsekretär Kristof Becker. "Wer Fachkräfte gewinnen will, muss sie zeitgemäß und mit modernsten Lernmethoden ausbilden, sonst wird das nichts mit dem Wandel unserer Arbeitswelt."

Die Deutsche Industrie- und Handelskammer (DIHK) nannte es "besorgniserregend", dass vier von zehn Azubis die digitale Ausstattung ihrer Berufsschule nur als ausreichend oder mangelhaft wahrnehmen. "Hier besteht dringender Handlungsbedarf in Bund und Ländern, sei es durch den im Koalitionsvertrag der Bundesregierung angekündigten Pakt für Berufsschulen oder den Digitalpakt 2.0." Die DIHK hob aber hervor, dass die allermeisten Azubis mit ihrer Ausbildung zufrieden seien.

Befragt wurden zwischen September 2022 und April 2023 insgesamt 9855 Auszubildende aus den laut Bundesinstitut für Berufsbildung 25 am häufigsten gewählten Ausbildungsberufen. Die Umfrage ist laut DGB repräsentativ.

D.Cook--TNT

Empfohlen

Deloitte-Analyse: EU-Handelsabkommen bieten deutschen Autobauern große Chancen

Die EU-Handelsabkommen mit den südamerikanischen Mercosur-Staaten sowie mit Indien bieten den deutschen Autobauern einer Analyse des Beratungsunternehmens Deloitte zufolge große Chancen. Vor allem bei E-Autos hätten die beiden Märkte großes Potenzial, sagte der Deloitte-Experte Harald Proff der Nachrichtenagentur AFP. Speziell auf dem indischen Markt könnten die Deutschen demnach im Premiumsegment punkten, für Südamerika und insbesondere Brasilien brauche es hingegen günstige E-Autos, um im Wettbewerb mit China zu bestehen.

Bundestag und Bundesrat stimmen über Tankrabatt ab

Bundestag und Bundesrat sollen am Freitag den Weg für den erneuten Tankrabatt freimachen. Zunächst befasst sich der Bundestag mit den Regierungsplänen, ab 1. Oktober die Steuern auf Benzin und Diesel um 17 Cent je Liter zu senken (11.40 Uhr). Der Beschluss soll dabei in namentlicher Abstimmung bis zum frühen Nachmittag erfolgen. Im Anschluss wäre der Bundesrat am Zuge, damit die Regelung in Kraft treten kann. Gleichfalls in beiden Parlamentskammern soll die Reform zur Erweiterung der Befugnisse der Bundespolizei beschlossen werden.

Kanadas Hauptstadt Ottawa will "Trump Avenue" umbenennen

Mit der Trump-Avenue in Ottawa ist es vorbei: Der Stadtrat der kanadischen Hauptstadt beschloss einstimmig, die nach dem US-Präsidenten benannte Straße in einem Wohngebiet umzubenennen. Er möge den Gedanken nicht, dass es "in unserer Stadt irgendetwas gibt, das den Namen von Donald Trump trägt, der seine Feindseligkeit gegenüber Kanada gezeigt hat", erklärte Ottawas Bürgermeister Mark Sutcliffe am Mittwoch (Ortszeit).

Thüringens Ministerpräsident fordert von Union "programmatischen Neuanfang"

Der thüringische Ministerpräsident Mario Voigt (CDU) hat eine deutliche Kurskorrektur der Bundesregierung gefordert. "Wir als Ministerpräsidenten werden klar formulieren, worauf sich die Union im Berliner Regierungshandeln konzentrieren muss", sagte Voigt dem "Handelsblatt" in einem am Donnerstag veröffentlichen Interview. "Wir brauchen einen programmatischen Neuanfang."

Textgröße ändern: