The National Times - Branchenverband: Deutschland hat "Überangebot" an Lademöglichkeiten für E-Autos

Branchenverband: Deutschland hat "Überangebot" an Lademöglichkeiten für E-Autos


Branchenverband: Deutschland hat "Überangebot" an Lademöglichkeiten für E-Autos
Branchenverband: Deutschland hat "Überangebot" an Lademöglichkeiten für E-Autos / Foto: © AFP

Der Grund für die nur schleppende Verbreitung von Elektrofahrzeugen in Deutschland ist nach Ansicht des Branchenverbandes BDEW nicht das mangelnde Angebot an öffentlichen Lademöglichkeiten. Hier habe Deutschland bereits ein "Überangebot", erklärte der BDEW am Dienstag. "Schwierig" aus Sicht der Nutzerinnen und Nutzer seien vor allem die hohen Fahrzeugpreise und die langen Lieferzeiten von Elektrofahrzeugen.

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"Um das Ziel von 15 Millionen E-Pkw zu erreichen, braucht es jetzt eine 15-Millionen-E-Auto-Strategie, die gezielt auf die Fahrzeugseite ausgerichtet sein sollte", forderte die Hauptgeschäftsführerin des Bundesverbands für Energie- und Wasserwirtschaft, Kerstin Andreae. Zu Beginn des Jahres waren in Deutschland 48,8 Millionen Pkw registriert - etwas mehr als eine Million davon rein elektrisch.

Andreae betonte, das öffentliche Ladeangebot sei in den vergangenen Jahren "erfolgreich" ausgebaut worden. Aktuell (zum 1. Juli) stehen 100.838 öffentliche Ladepunkte zur Verfügung. Je nach Landkreis liege die Belegung zwischen drei und maximal 25 Prozent pro Tag. Im Schnitt waren die öffentlichen Ladepunkte demnach zu 11,6 Prozent der Zeit belegt, selbst tagsüber zwischen 09.00 und 20.00 Uhr lag die durchschnittliche Belegung nie über 20 Prozent.

Daraus zieht der BDEW den Schluss, dass ein Überangebot an Lademöglichkeiten gibt. "In der Regel sind rund 80 Prozent der Ladepunkte trotz der erfreulich vielen Neuzulassungen frei verfügbar", sagte Andreae. "Hier ist also noch viel Luft nach oben."

Die niedrige Belegung sei auch Beweis dafür, dass das ursprüngliche Ziel von einer Million Ladepunkte technisch veraltet sei, da es den technologischen Sprung bei der Ladeleistung nicht einrechne. Seit 2019 hat sich die Ladeleistung bei Fahrzeugen und Ladesäulen laut BDEW verdreifacht und es können deutlich mehr Fahrzeuge je Ladesäule versorgt werden.

Der Verband der Deutschen Automobilindustrie (VDA) dagegen beklagt immer wieder, dass es zu wenig öffentlich zugängliche Ladepunkte gebe. Beim Stand von 80.541 öffentlichen Ladepunkten Anfang 2023 seien im Schnitt 23 Elektro- und Hybrid-Pkw auf einen Ladepunkt gekommen. Der VDA hält am Ziel von einer Million Ladepunkten fest und forderte, das aktuelle Ausbautempo zu steigern. Laut VDA gibt es in knapp der Hälfte der 10.773 Gemeinden in Deutschland gar keinen öffentlichen Ladepunkt.

D.S.Robertson--TNT

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