The National Times - Schlichter im Tarifstreit bei der Bahn wollen Freitag Ergebnis vorlegen

Schlichter im Tarifstreit bei der Bahn wollen Freitag Ergebnis vorlegen


Schlichter im Tarifstreit bei der Bahn wollen Freitag Ergebnis vorlegen
Schlichter im Tarifstreit bei der Bahn wollen Freitag Ergebnis vorlegen / Foto: © AFP/Archiv

Die Schlichter im Tarifstreit bei der Deutschen Bahn wollen am Freitag ihr Ergebnis vorlegen. Das sagte der Chef der Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft (EVG), Martin Burkert, der "Augsburger Allgemeinen" vom Montag. "Dann beraten wir im Bundesvorstand über eine Empfehlung für die Mitglieder und beginnen im August die Urabstimmung." Bis Ende August werde "definitiv nicht gestreikt", versicherte Burkert.

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Die Schlichtung im Tarifstreit hatte am 17. Juli begonnen. Die Deutsche Bahn benannte als Schlichter Ex-Bundesinnenminister Thomas de Maizière (CDU), die Gewerkschaft die Arbeitsrechtlerin und frühere hessische Arbeitsministerin Heide Pfarr (SPD). Das Verfahren läuft offiziell bis Montag, 31. Juli.

Bei der Abstimmung über den Schlichterspruch schreibt die EVG nach Angaben Burkerts alle ihre Mitglieder unter den Beschäftigten der Deutschen Bahn an. "Wegen der Ferien dauert das ganze Verfahren bis 31. August." Es ist die erste Urabstimmung bei der EVG seit 30 Jahren.

Inhaltlich zur Schlichtung wollte sich Burkert nicht äußern, "weil wir mit der Bahn Stillschweigen vereinbart haben, damit die Schlichter in Ruhe arbeiten können".

Die EVG hat mindestens 650 Euro mehr Geld für alle Beschäftigten sowie zwölf Monate Laufzeit gefordert. Die Bahn bot zuletzt zwölf Prozent mehr Lohn für die unteren Lohngruppen, zehn für die mittleren und acht für die oberen, allerdings mit einer Laufzeit von 27 Monaten.

Die EVG hatte am 21. Juni die Tarifverhandlungen für gescheitert erklärt und eine Urabstimmung über unbefristete Streiks angekündigt. Gut eine Woche später willigte die Gewerkschaft dann in die Schlichtung ein. An der bereits angekündigten Urabstimmung hielt sie fest.

Burkert sagte der "Augsburger Allgemeinen", auch für die unteren Lohngruppen seien die Verhandlungen vor der Schlichtung sehr komplex gewesen. "Wir haben zum Beispiel bei der Bahn 2500 Beschäftigte im Mindestlohnsektor. Für die ist es enorm wichtig, über welche Basis wir bei Erhöhungen sprechen: Wir sagen, wir nehmen zwölf Euro Mindestlohn als Ausgangslage, die Arbeitgeber wollten von den früheren 10,30 Euro aus starten."

Entscheidend sei, dass die Beschäftigten angesichts der Inflation eine wirklich deutliche Steigerung brauchten, sagte der Gewerkschaftschef. "Sonst wird auch der Arbeitskräftemangel bei der Bahn zum immer größeren Problem." Ein Stellwerker im Schichtdienst fange derzeit mit 2500 Euro brutto an, eine Busfahrerin je nach Bundesland zwischen 2100 und 2400 Euro brutto. "Da findet man heute kaum noch jemanden, der dafür Schicht arbeiten möchte", sagte der EVG-Chef.

M.Wilson--TNT

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