The National Times - Einstellungen zur Müttererwerbstätigkeit in Ost und West sehr unterschiedlich

Einstellungen zur Müttererwerbstätigkeit in Ost und West sehr unterschiedlich


Einstellungen zur Müttererwerbstätigkeit in Ost und West  sehr unterschiedlich
Einstellungen zur Müttererwerbstätigkeit in Ost und West sehr unterschiedlich / Foto: © AFP/Archiv

Bei der Einstellung zur Müttererwerbstätigkeit gibt es auch 30 Jahre nach der Wiedervereinigung große Unterschiede zwischen West und Ost. Laut einer Studie des Bundesinstituts für Bevölkerungsforschung (BiB) sind die Unterschiede zwischen Befragten mit und ohne Migrationshintergrund in Westdeutschland deutlich geringer als die zwischen Befragten aus Ost- und Westdeutschland. "Das ist ein bemerkenswertes Ergebnis, das bisher so kaum diskutiert wurde", erklärte Mit-Autorin Ludovica Gambaro.

Textgröße ändern:

Die Studie basiert auf einer repräsentativen Befragung von rund 38.000 Erwachsenen im Alter von 18 bis 50 Jahren im Jahr 2021 und Januar 2022. Ihnen wurde fiktive Familienkonstellationen präsentiert, die sich jeweils beim Alter des jüngsten Kindes unterschieden. Für diese unterschiedlichen Konstellationen wurden die idealen Erwerbsumfänge für Mütter und Väter abgefragt. Die Teilnehmenden hatten fünf Antwortmöglichkeiten zur Auswahl: von "ich stimme vollständig zu" bis "ich stimme überhaupt nicht zu".

So sagten in Ostdeutschland 50 Prozent der befragten Frauen, Mütter sollten Vollzeit arbeiten, wenn das jüngste Kind vier Jahre alt ist; 49 Prozent sprachen sich für Teilzeit in einem solchen Fall aus.

In Westdeutschland dagegen sagten 75 Prozent der befragten Frauen, Mütter sollten Teilzeit arbeiten, wenn das jüngste Kind vier Jahre alt ist, und nur 21 Prozent plädierten für Vollzeit. Die Antworten der Männer in Ost und West waren jeweils ähnlich.

Eine Teilzeitbeschäftigung von Vätern bei jungen Kindern befürworten laut der Studie Frauen eher als die Männer selbst. Am wenigsten entspricht der Teilzeiterwerb von Vätern demnach den Einstellungen der Befragten, die aus Osteuropa, Asien oder Afrika nach Deutschland gekommen sind. Auch bei in Deutschland geborenen Menschen, deren Eltern immigriert sind, ist der Anteil derer, die eine Teilzeiterwerbstätigkeit der Väter bevorzugen, gering.

Die Untersuchungen zeigten deutlich, wie sich die Einstellungen zur Mütter- und Vätererwerbstätigkeit je nach Herkunftsländern und Herkunftsregionen unterscheiden, erklärte das BiB. "Dies muss bei Überlegungen zu einer besseren Vereinbarkeit von Familie und Beruf bedacht werden", forderte Johannes Hauenstein, Vorstand der Stiftung Ravensburger Verlag, die die Studie finanziell fördert. In Deutschland hätten rund 2,2 Millionen Mütter - also fast 30 Prozent aller Mütter in Deutschland - eine eigene Migrationserfahrung.

Die Studie wurde in der Fachzeitschrift "Comparative Population Studies" veröffentlicht. Der Endbericht der zweijährigen Studie mit dem Titel "Mütter mit Migrationshintergrund" soll im November 2024 veröffentlicht werden.

N.Roberts--TNT

Empfohlen

Energie, Rente, Tankrabatt: Ökonomen mit Fundamentalkritik an Bundesregierung

Fehlender Weitblick bei Renten und Energie, teure und "kontraproduktive" Maßnahmen wie der Tankrabatt: Die führenden Wirtschaftsforschungsinstitute haben Fundamentalkritik an der Bundesregierung geäußert. Bei den zentralen Punkten Demografie und Energieversorgung sei nicht ansatzweise eine Vision zu erkennen, zugleich sei die Koalition finanzpolitisch "auf Abwegen". Als Gefahr sehen die Ökonomen zudem eine zunehmend populistische Politik im Nachgang der jüngsten Wahlergebnisse.

"Made in Europe"-Pläne sorgen für Streit zwischen Deutschland und Frankreich

Die EU-Pläne für sogenannte "Made in Europe"-Quoten für die Industrie sorgen weiter für Streit zwischen Deutschland und Frankreich. "Produzieren in Europa, aber mit unseren Handelspartnern", forderte Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche (CDU) am Donnerstag in Brüssel. Frankreichs Industrieminister Sébastien Martin will dagegen erreichen, dass staatliche Fördergelder in bestimmten Bereichen nur an Unternehmen vergeben werden, die in der EU produzieren.

Preise für Wohnimmobilien weiter gestiegen - aber nur noch leicht

Die Preise für Wohnimmobilien in Deutschland sind im zweiten Quartal weiter gestiegen - wenn auch nur noch leicht und regional unterschiedlich. Von April bis Juni lagen die Preise insgesamt um 0,6 Prozent höher als im Vorjahreszeitraum, wie das Statistische Bundesamt in Wiesbaden am Donnerstag mitteilte. Im Vergleich zum ersten Quartal betrug der Anstieg 0,3 Prozent.

Neuzulassungen in der EU bis August gestiegen - Marktanteil von E-Autos bei 22 Prozent

Die Autoneuzulassungen in der EU sind in den ersten acht Monaten des Jahres gestiegen - vor allem der Verkauf von Elektro- und Hybridautos legte auch dank staatlicher Förderung kräftig zu. Zwischen Januar und August wurden rund 1,64 Millionen reine Elektroautos neu zugelassen, ein Anstieg um 44,9 Prozent im Vorjahresvergleich, wie der europäische Herstellerverband Acea am Donnerstag in Brüssel mitteilte. Gründe seien Förderprogramme für E-Autos in vielen Ländern und eine größere Modellauswahl.

Textgröße ändern: