The National Times - Genderzeichen gehören nicht zum Kernbestand der deutschen Orthografie

Genderzeichen gehören nicht zum Kernbestand der deutschen Orthografie


Genderzeichen gehören nicht zum Kernbestand der deutschen Orthografie
Genderzeichen gehören nicht zum Kernbestand der deutschen Orthografie / Foto: © AFP/Archiv

Genderzeichen gehören dem Rat für deutsche Rechtschreibung zufolge "nicht zum Kernbestand der deutschen Orthografie". Dies teilte die Geschäftsstelle des Gremiums am Freitag in Mannheim mit. Der Rat hatte zuvor im belgischen Eupen über "gendergerechte Sprache" beraten. Er will demnach den staatlichen Stellen empfehlen, das amtliche Regelwerk um einen Abschnitt Sonderzeichen zu ergänzen.

Textgröße ändern:

Genderzeichen wie Genderstern, Doppelpunkt oder Unterstrich wirken unmittelbar "auf die orthografisch korrekte Schreibung von Wörtern" ein, heißt es darin. Ihre Setzung könne in verschiedenen Fällen "zu grammatischen Folgeproblemen führen, die noch nicht geklärt sind". Diese Entwicklung sei noch nicht abgeschlossen und werde vom Rat weiter beobachtet.

Dessen Geschäftsführerin Sabine Krome bezeichnete den Beschluss des Gremiums als eine "abwartende Haltung". Es müsse daran gearbeitet werden, wie die Genderzeichen verwendet werden können. Gleichzeitig gelten Krome zufolge die Empfehlungen vom November 2018 und März 2021 weiterhin - damals hatte sich der Rat gegen die Aufnahme der strittigen Zeichen ausgeprochen.

Stimmen die staatlichen Stellen dem "Erganzungspassus Sonderzeichen" zu, wären diese weiterhin nicht im amtlichen Regelwerk aufgenommen, aber als Phänomen dort beschrieben. Auf das Regelwerk des Rechtschreibrats berufen sich unter anderem Schulen und Behörden. Dem zwischenstaatlichen Gremium gehören 41 Mitglieder aus sieben Ländern und Regionen an. Es soll die Einheitlichkeit der Rechtschreibung im deutschen Sprachraum bewahren und sie auf Grundlage des orthografischen Regelwerks weiterentwickeln.

G.Waters--TNT

Empfohlen

Energie, Rente, Tankrabatt: Ökonomen mit Fundamentalkritik an Bundesregierung

Fehlender Weitblick bei Renten und Energie, teure und "kontraproduktive" Maßnahmen wie der Tankrabatt: Die führenden Wirtschaftsforschungsinstitute haben Fundamentalkritik an der Bundesregierung geäußert. Bei den zentralen Punkten Demografie und Energieversorgung sei nicht ansatzweise eine Vision zu erkennen, zugleich sei die Koalition finanzpolitisch "auf Abwegen". Als Gefahr sehen die Ökonomen zudem eine zunehmend populistische Politik im Nachgang der jüngsten Wahlergebnisse.

"Made in Europe"-Pläne sorgen für Streit zwischen Deutschland und Frankreich

Die EU-Pläne für sogenannte "Made in Europe"-Quoten für die Industrie sorgen weiter für Streit zwischen Deutschland und Frankreich. "Produzieren in Europa, aber mit unseren Handelspartnern", forderte Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche (CDU) am Donnerstag in Brüssel. Frankreichs Industrieminister Sébastien Martin will dagegen erreichen, dass staatliche Fördergelder in bestimmten Bereichen nur an Unternehmen vergeben werden, die in der EU produzieren.

Preise für Wohnimmobilien weiter gestiegen - aber nur noch leicht

Die Preise für Wohnimmobilien in Deutschland sind im zweiten Quartal weiter gestiegen - wenn auch nur noch leicht und regional unterschiedlich. Von April bis Juni lagen die Preise insgesamt um 0,6 Prozent höher als im Vorjahreszeitraum, wie das Statistische Bundesamt in Wiesbaden am Donnerstag mitteilte. Im Vergleich zum ersten Quartal betrug der Anstieg 0,3 Prozent.

Neuzulassungen in der EU bis August gestiegen - Marktanteil von E-Autos bei 22 Prozent

Die Autoneuzulassungen in der EU sind in den ersten acht Monaten des Jahres gestiegen - vor allem der Verkauf von Elektro- und Hybridautos legte auch dank staatlicher Förderung kräftig zu. Zwischen Januar und August wurden rund 1,64 Millionen reine Elektroautos neu zugelassen, ein Anstieg um 44,9 Prozent im Vorjahresvergleich, wie der europäische Herstellerverband Acea am Donnerstag in Brüssel mitteilte. Gründe seien Förderprogramme für E-Autos in vielen Ländern und eine größere Modellauswahl.

Textgröße ändern: