The National Times - Chinas Außenhandel im Juni eingebrochen

Chinas Außenhandel im Juni eingebrochen


Chinas Außenhandel im Juni eingebrochen
Chinas Außenhandel im Juni eingebrochen / Foto: © AFP

Chinas Außenhandel, wichtiger Wachstumsmotor für die Wirtschaft der Volksrepublik, entwickelt sich zum Sorgenkind: Im Juni sanken die Exporte um 12,4 Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat, wie der chinesische Zoll am Donnerstag mitteilte. Das ist der stärkste Rückgang seit drei Jahren. Grund ist die schwache Nachfrage nach Produkten made in China vor allem in Europa und in den USA.

Textgröße ändern:

Die Exporte Chinas schwächeln schon seit dem vergangenen Herbst. Lediglich im März und April gingen die Zahlen im Jahresvergleich nach oben. Im Mai betrug der Rückgang 7,5 Prozent. Der Einbruch im Juni nun ist der stärkste seit Juni 2020 - damals sorgte die Corona-Pandemie für einen Rückgang der Nachfrage aus aller Welt.

Nun sind die allgemein schwache Konjunktur weltweit und die hohen Preissteigerungen in vielen Ländern der Grund für die geringere Nachfrage. Auch in den kommenden Monaten dürfte dies "Druck auf die chinesischen Exporte ausüben", sagte Analyst Zhiwei Zhang von Pinpoint Asset Management. Der Sprecher des chinesischen Zolls, Lyu Daliang, sagte am Donnerstag, zudem nähmen die "Risiken in Zusammenhang mit dem Unilateralismus, dem Protektionismus und der Geopolitik" zu - was eine Anspielung auf die Bemühungen vieler Länder sein dürfte, ihre Abhängigkeit von China zu verringern.

Die Ausfuhr mancher Güter boomt aber nach wie vor: Die Exporte "grüner Technologien" wie Batterien, Solarpanele oder E-Autos stiegen den Zahlen des Zolls zufolge im ersten Halbjahr um 60 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. Das liegt zum Teil auch an einem statistischen Effekt: Im ersten Halbjahr 2022 mussten viele chinesische Exporteure wegen der strengen Null-Covid-Politik der Regierung ihre Fabriken schließen, Lieferketten waren stark beeinträchtigt. Entsprechend mau waren die Exporte. Peking hob die strengen Corona-Vorschriften erst im Dezember auf.

Die Importe Chinas sanken im Juni ebenfalls - und zwar den achten Monat in Folge. Der Rückgang betrug 6,8 Prozent, wie der Zoll mitteilte. Diese Zahlen sind ein Zeichen der anhaltend schwachen Nachfrage im Inland - trotz des Endes der Corona-Einschränkungen.

Peking legt am kommenden Montag die Wachstumszahlen für das zweite Quartal von April bis Juni vor. Regierungschef Li Qiang hat schon eingeräumt, dass das Ziel von fünf Prozent Wachstum in diesem Jahr nicht einfach zu erreichen sein wird.

Die Regierung erwäge, die Nachfrage im Inland anzukurbeln, sagte er. Zudem solle der Privatsektor unterstützt werden. Bislang folgten aber nur wenige konkrete Maßnahmen. So senkte die Zentralbank die Kosten für Kredite.

Groß angelegte staatliche Förderprogramme gibt es bislang nicht, wohl auch, weil die Regierung eine höhere Verschuldung scheut. "Die große Frage in den kommenden Monaten wird sein, ob die Nachfrage im Inland sich auch ohne große staatliche Anreize erholt", erklärte Wirtschaftsexperte Zhang.

N.Taylor--TNT

Empfohlen

Energie, Rente, Tankrabatt: Ökonomen mit Fundamentalkritik an Bundesregierung

Fehlender Weitblick bei Renten und Energie, teure und "kontraproduktive" Maßnahmen wie der Tankrabatt: Die führenden Wirtschaftsforschungsinstitute haben Fundamentalkritik an der Bundesregierung geäußert. Bei den zentralen Punkten Demografie und Energieversorgung sei nicht ansatzweise eine Vision zu erkennen, zugleich sei die Koalition finanzpolitisch "auf Abwegen". Als Gefahr sehen die Ökonomen zudem eine zunehmend populistische Politik im Nachgang der jüngsten Wahlergebnisse.

"Made in Europe"-Pläne sorgen für Streit zwischen Deutschland und Frankreich

Die EU-Pläne für sogenannte "Made in Europe"-Quoten für die Industrie sorgen weiter für Streit zwischen Deutschland und Frankreich. "Produzieren in Europa, aber mit unseren Handelspartnern", forderte Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche (CDU) am Donnerstag in Brüssel. Frankreichs Industrieminister Sébastien Martin will dagegen erreichen, dass staatliche Fördergelder in bestimmten Bereichen nur an Unternehmen vergeben werden, die in der EU produzieren.

Preise für Wohnimmobilien weiter gestiegen - aber nur noch leicht

Die Preise für Wohnimmobilien in Deutschland sind im zweiten Quartal weiter gestiegen - wenn auch nur noch leicht und regional unterschiedlich. Von April bis Juni lagen die Preise insgesamt um 0,6 Prozent höher als im Vorjahreszeitraum, wie das Statistische Bundesamt in Wiesbaden am Donnerstag mitteilte. Im Vergleich zum ersten Quartal betrug der Anstieg 0,3 Prozent.

Neuzulassungen in der EU bis August gestiegen - Marktanteil von E-Autos bei 22 Prozent

Die Autoneuzulassungen in der EU sind in den ersten acht Monaten des Jahres gestiegen - vor allem der Verkauf von Elektro- und Hybridautos legte auch dank staatlicher Förderung kräftig zu. Zwischen Januar und August wurden rund 1,64 Millionen reine Elektroautos neu zugelassen, ein Anstieg um 44,9 Prozent im Vorjahresvergleich, wie der europäische Herstellerverband Acea am Donnerstag in Brüssel mitteilte. Gründe seien Förderprogramme für E-Autos in vielen Ländern und eine größere Modellauswahl.

Textgröße ändern: