The National Times - IAEA verliert Verbindung zu Überwachungsgeräten in Tschernobyl

IAEA verliert Verbindung zu Überwachungsgeräten in Tschernobyl


IAEA verliert Verbindung zu Überwachungsgeräten in Tschernobyl
IAEA verliert Verbindung zu Überwachungsgeräten in Tschernobyl

Die Atomruine in Tschernobyl übermittelt keine Daten mehr an die internationale Atomenergiebehörde (IAEA). IAEA-Chef Rafael Grossi "wies darauf hin, dass die Datenfernübertragung der im Kernkraftwerk Tschernobyl installierten Überwachungssysteme ausgefallen ist", erklärte die Behörde am Dienstagabend in Wien. "Die Agentur prüft derzeit den Status der Überwachungssysteme an anderen Standorten in der Ukraine und wird in Kürze weitere Informationen zur Verfügung stellen."

Textgröße ändern:

Die Überwachungssysteme der IAEA sollen feststellen, ob radioaktives Material entweicht. Nach IAEA-Angaben können die ukrainischen Behörden nur noch per E-Mail mit ihren Mitarbeitern vor Ort kommunizieren.

Im Kernkraftwerk Tschernobyl war es 1986 zu einem verheerenden Unfall gekommen, bei dem hunderte Menschen starben und radioaktives Material sich über ganz Europa ausbreitete. Das Kraftwerk ist seitdem stillgelegt, ein riesiger Schutzmantel soll den Austritt von Radioaktivität verhindern.

Die russische Armee hatte das Gelände im Norden der Ukraine am ersten Tag ihres Einmarschs erobert. Mehr als 200 technische Mitarbeiter und Wachleute sind seitdem auf dem Gelände eingeschlossen. Sie arbeiten nun schon 13 Tage am Stück ohne Ablösung. "Die Situation des Personals verschlechtert sich", warnte die IAEA am Dienstag unter Berufung auf ukrainische Behörden. Normalerweise arbeiten mehr als 2000 Menschen in rotierenden Schichten in dem Sperrgebiet.

Die UN-Organisation forderte Russland auf, die Mitarbeiter austauschen zu lassen, da Ruhezeiten für die Sicherheit der Anlage entscheidend seien. "Ich bin zutiefst besorgt über die schwierige und stressige Situation, in der sich das Personal des Kernkraftwerks Tschernobyl befindet, und über die potenziellen Risiken, die dies für die nukleare Sicherheit mit sich bringt", erklärte Grossi.

Grossi bekräftigte erneut sein Angebot, persönlich nach Tschernobyl oder an einen anderen Atom-Standort in der Ukraine zu reisen, um über die Sicherung der Nuklearanlagen in dem Krieg zu verhandeln.

Russische Streitkräfte hatten vergangene Woche auch das größte Atomkraftwerk Europas, Saporischschja, angegriffen und eingenommen. Dabei war ein Brand auf dem Gelände ausgebrochen. Die IAEA hatte erklärt, dass zwei der sechs Reaktoren dort noch in Betrieb seien, das Personal der Anlage im Schichtbetrieb arbeite und die Strahlungswerte stabil blieben.

K.M.Thompson--TNT

Empfohlen

Merz stellt Entlastungen von hohen Spritpreisen in Aussicht

Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) hat Entlastungen für die Bürgerinnen und Bürger wegen der hohen Spritpreise in Aussicht gestellt. "Für viele Menschen, die täglich das Auto brauchen, ist eine Belastungsgrenze erreicht", sagte Merz am Dienstag bei einer Veranstaltung des Außenhandelsverbands BGA in Berlin. "Ich bin der Meinung, dass wir handeln müssen."

Extremsommer lässt in Frankreich heftige Ernteeinbußen befürchten

Wegen des Extremsommers mit zahlreichen Hitzewellen fällt die Ernte von Mais, Zuckerrüben und Kartoffeln in Frankreich voraussichtlich so schlecht aus wie seit langem nicht. Die Maisproduktion geht nach den am Montag veröffentlichten Prognosen des Landwirtschaftsministeriums um 42 Prozent gegenüber dem Vorjahr zurück. Ein erwarteter Ertrag von 8,1 Millionen Tonnen wäre der niedrigste seit 1980.

EZB-Belegschaft mahnt Transparenz über Lagardes Zukunft an

Die Belegschaft der Europäischen Zentralbank (EZB) hat angesichts von Berichten über einen etwaigen vorzeitigen Abgang von EZB-Präsidentin Christine Lagarde Klarheit angemahnt. Eine "anhaltende Ungewissheit" über die künftige Besetzung der Führungsebene der Institution könne "das Vertrauen in die Kommunikation der EZB beeinträchtigen", heißt es in einem Brief des sogenannten Staff Committees, das als eine Art Personalrat der Zentralbank fungiert.

Hohe Spritpreise: Diskussion um Entlastung der Verbraucher wieder voll entbrannt

Angesichts der steigenden Spritpreise ist die Diskussion um Entlastungen für Autofahrerinnen und -fahrer wieder in vollem Gang: Die Forderungen reichen von einem neuen Tankrabatt über eine Senkung der Stromsteuer bis hin zu einer Übergewinnsteuer. Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche (CDU) sprach sich für Direktzahlungen an Geringverdiener aus. Die Mineralölbranche erwartet erst im kommenden Jahr eine Normalisierung der Preise.

Textgröße ändern: