The National Times - Zeichen bei der Bahn stehen nach Scheitern der Tarifgespräche mit EVG auf Streik

Zeichen bei der Bahn stehen nach Scheitern der Tarifgespräche mit EVG auf Streik


Zeichen bei der Bahn stehen nach Scheitern der Tarifgespräche mit EVG auf Streik
Zeichen bei der Bahn stehen nach Scheitern der Tarifgespräche mit EVG auf Streik / Foto: © AFP/Archiv

Nach dem Scheitern der Tarifgespräche zwischen EVG und Bahn stehen die Zeichen auf Streik: "Wir werden jetzt in die Vorbereitung der Urabstimmung gehen, mit allen damit verbundenen Folgen", sagte Gewerkschaftschef Martin Burkert am Donnerstag in Berlin. Unbefristete Streiks würden dadurch möglich, zeitnahe Warnstreiks blieben aber nicht ausgeschlossen. Die Bahn bezeichnete die Eskalation in den Tarifverhandlungen als "absolut unnötig".

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Die Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft (EVG) hatte die jüngsten Gespräche mit der Bahn am Mittwochabend für gescheitert erklärt und sich für Beratungen zum weiteren Vorgehen zurückgezogen. Sie störte sich vor allem an der von der Bahn angebotenen langen Laufzeit des Tarifvertrags von 27 Monaten sowie an der Höhe der angebotenen Lohnerhöhung von zusammen 400 Euro in zwei Schritten - einmal zum Dezember dieses Jahres und einmal zum August kommenden Jahres. Zusätzlich hatte die Bahn eine Inflationsprämie angeboten.

Die EVG hatte eigentlich mindestens 650 Euro mehr Geld für alle Beschäftigten sowie zwölf Monate Laufzeit gefordert. In den Verhandlungen mit Konkurrenzunternehmen der Bahn stimmte die Gewerkschaft angebotenen Lohnerhöhungen von 420 Euro monatlich bei einer Laufzeit von 21 Monaten zu.

Angesichts der von der Bahn anvisierten "unglaublich langen Laufzeit von 27 Monaten" sei die angebotene Lohnerhöhung "viel zu niedrig", kritisierte Burkert. "Dass wir unsere Forderung nicht in voller Höhe durchsetzen werden, ist völlig klar, aber in die Nähe wollen wir schon kommen."

In den Verhandlungen sei aber klar geworden, dass die Bahn nicht zu einem substanziell besseren Angebot bereit sei. Für zehn Euro mehr pro Monat sei dann wieder ein Monat mehr Laufzeit angeboten worden. "Wenn der Topf immer gleich bleibt, entweder in die eine Richtung oder die andere, hilft uns das nicht weiter", sagte Burkert. "Wir brauchen mehr Volumen."

Der Prozess der Urabstimmung könnte nun vier bis fünf Wochen in Anspruch nehmen, wie die EVG erklärte. Arbeitskämpfe während der Sommerferien könnten nicht ausgeschlossen werden. Die EVG-Verhandlungsführerin Cosima Ingenschay fügte hinzu, dass auch während der Urabstimmung Warnstreiks möglich seien. "Wir können jederzeit weiter verhandeln", sagte sie außerdem.

Die Bahn reagierte erbost auf die Ankündigung durch die EVG. "Diese Eskalation ist absolut unnötig, wir waren ganz kurz vor dem Abschluss", erklärte Bahn-Sprecher Matthias Waha. Es sei ein "Unding", Reisende mit Streikdrohungen zu verunsichern und ihnen möglicherweise "die Sommerferien zu vermiesen".

"Es liegen 140 Seiten unterschriftsreifer Tarifvertrag auf dem Tisch", fuhr der Bahnsprecher fort. Alles bisher in den Verhandlungen Erreichte sei nun weg und ein Abschluss der Tarifrunde werde durch die Urabstimmung um Monate verzögert. An der Bahn liege es nicht, betonte Waha, "sie ist weiterhin lösungsbereit".

Die Tarifrunde zwischen Bahn und EVG hatte bereits Ende Februar begonnen. Zwei Mal gab es begleitend zu den Verhandlungen bereits Streiks.

S.Cooper--TNT

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