The National Times - Preise für Öl und Gold ziehen wegen des Ukraine-Kriegs stark an

Preise für Öl und Gold ziehen wegen des Ukraine-Kriegs stark an


Preise für Öl und Gold ziehen wegen des Ukraine-Kriegs stark an
Preise für Öl und Gold ziehen wegen des Ukraine-Kriegs stark an

Der Ukraine-Krieg sorgt für heftige Schwankungen bei Ölpreisen und Finanzmärkten weltweit. In der Nacht zum Montag stieg der Preis für ein Barrel (159 Liter) der Nordsee-Sorte Brent auf einen Höchststand von 139,13 Dollar (127,86 Euro), bevor er auf 128,77 Dollar zurückging. Dies entsprach immer noch einem Anstieg um mehr als neun Prozent. Unterdessen stürzten die asiatischen Finanzmärkte ab, der Goldpreis stieg auf mehr als 2000 Dollar.

Textgröße ändern:

Seit 2008 waren die Ölpreise nicht mehr so hoch. Der historische Rekordpreis für ein Barrel Brent liegt bei 147,50 Dollar. Seit Beginn des Ukraine-Kriegs Ende Februar hatte der Preis für Brent rund ein Drittel zugelegt.

Der Preis für ein Barrel der US-Sorte West Texas Intermediate (WTI) mit Fälligkeit im April kletterte am Sonntag auf 130,50 Dollar. Anschließend sank er wieder auf 125,15 Dollar, was immer noch einem Anstieg um mehr als acht Prozent entsprach.

Russland ist der weltweit drittgrößte Ölproduzent. Bislang ist der russische Energiesektor aus Sorge vor dem wirtschaftlichen Schaden durch hohe Ölpreise für den Westen jedoch von internationalen Sanktionen ausgenommen. Dennoch findet russisches Öl im Westen immer weniger Abnehmer. Dies verstärkt den Aufwärtstrend bei den Ölpreisen zusätzlich, der von der wachsenden Nachfrage durch die Erholung der Weltwirtschaft von der Corona-Krise geprägt ist.

Die Ukraine fordert den Westen seit geraumer Zeit zu einem Verzicht auf Rohstoffimporte aus Russland auf. Russisches Öl und Gas würden "nach ukrainischem Blut riechen", sagte der ukrainische Außenminister Dmytro Kuleba am Sonntag bei CNN.

Am Sonntag bestätigten die USA, dass sie mit der EU über ein Verbot diskutieren. Es gebe "sehr aktive Diskussionen" zu dem Thema, sagte US-Außenminister Antony Blinken am Sonntag dem US-Sender CNN.

Die Bundesregierung hat entsprechenden Forderungen jedoch erneut eine Absage erteilt. Bundesfinanzminister Christian Lindner (FDP) sprach sich am Sonntag bei Bild TV gegen ein Embargo gegen Rohstoffimporte aus Russland aus: "Verzichten wir auf Gas, Öl und Kohlelieferungen aus Russland, bedeutet das, dass die Preise in Westeuropa und in der Welt dramatisch steigen werden aufgrund der erwartbaren Knappheit", sagte er.

Außerdem bezweifelte Lindner die Wirksamkeit eines Embargos für den Krieg in der Ukraine: "Wenn ein Embargo bei Gas, Öl und Kohle etwas an der konkreten Situation heute in der Ukraine verändern würde, dann wäre ich für ein Embargo." Das sei aber nicht der Fall. Zuvor hatte sich bereits Außenministerin Annalena Baerbock (Grüne) bei ZDF ähnlich geäußert.

Angesichts des fortschreitenden russischen Angriffskriegs in der Ukraine wächst die Nervosität an den Märkten. Der japanische Leitindex Nikkei verlor am Montagvormittag (Ortszeit) mehr als drei Prozent. Der Hang Seng Index in Hongkong stürzte gar um über vier Prozent ab.

Angesichts der Börsenverluste setzen die Investoren auf vermeintlich sichere Werte wie Gold. Der Goldpreis überstieg am Montag die Schwelle von 2000 Dollar und lag damit so hoch wie seit September 2020 nicht mehr.

H.Davies--TNT

Empfohlen

Ölpreis wieder über 100 Dollar - Spritpreise binnen einer Woche stark gestiegen

Der Iran-Krieg sorgt wieder für steigende Ölpreise: Am Mittwoch sprang der Preis für ein Fass der Nordseesorte Brent erstmals seit Juli wieder über 100 Dollar. Die US-Sorte WTI lag bei über 95 Barrel pro Barrel. An den Tankstellen in Deutschland kletterten die Preise für Benzin und Diesel bereits in den vergangenen Tagen deutlich.

Pistorius: Steigende Wehr-Ausgaben sind "Ausdruck der ernsten Lage"

Angesichts der wachsenden Bedrohung durch Russland hat Bundesverteidigungsminister Boris Pistorius (SPD) die steigenden Wehr-Ausgaben verteidigt. "Unser Haushaltsentwurf ist Ausdruck dieser ernsten Lage und einer großen Verantwortung für unsere Sicherheit, für die Menschen in unserem Land", sagte Pistorius am Mittwoch im Bundestag. Er verwies auf technologische Fortschritte bei Waffensystemen und Investitionen in Zukunftstechnologien. Zudem sei die Bundeswehr "für viele attraktiver geworden".

Digitale Brieftasche d-you: Ausweis, Führerschein und Uni-Zeugnis in einer App

Führerschein, Personalausweis und Krankenkassenkarte in einer App - am 2. Januar will das Digitalministerium dafür das staatliche Angebot "d-you" freischalten. Minister Karsten Wildberger (CDU) stellte am Mittwoch Namen, Logo und erste Partner für die Umsetzung der digitalen Brieftasche vor. Perspektivisch sollen auf der Plattform viele weitere Dokumente gespeichert werden können, etwa Uni-Zeugnis, Gehaltsabrechnung oder Kundenkarte. Der Digitalverband Bitkom hofft auf einen "kräftigen Schub" für die Digitalisierung.

Trotz Vollkasko: Versicherung muss zu hohe Werkstattrechnung nicht ganz bezahlen

Die Kaskoversicherung muss nicht für übertrieben hohe Reparaturkosten am Auto aufkommen. Unberechtigte Teile der Rechnung muss sie nicht erstatten, wie der Bundesgerichtshof (BGH) in Karlsruhe am Mittwoch entschied. Geklagt hatte eine Frau, deren Wagen vollkaskoversichert ist. (Az. IV ZR 235/25)

Textgröße ändern: