The National Times - GDL fordert 555 Euro mehr Geld und 35-Stunden-Woche für Schichtarbeitende

GDL fordert 555 Euro mehr Geld und 35-Stunden-Woche für Schichtarbeitende


GDL fordert 555 Euro mehr Geld und 35-Stunden-Woche für Schichtarbeitende
GDL fordert 555 Euro mehr Geld und 35-Stunden-Woche für Schichtarbeitende / Foto: © AFP

Mehr Geld, kürzere Arbeitswochen für Beschäftigte im Schichtdienst, steuerfreie Inflationszahlungen: Mit diesen Kernforderungen geht die Lokführergewerkschaft GDL in die anstehende Tarifrunde. "Es bedarf schnellstmöglich einer deutlichen Verbesserung der materiellen und immateriellen Arbeits- und Lebensbedingungen der Eisenbahner", erklärte Gewerkschaftschef Claus Weselsky am Montag bei der Vorstellung der Pläne für die Tarifverhandlungen. Es gehe darum, dadurch "endlich für ausreichend Fachkräfte" im Eisenbahnsystem zu sorgen. Die GDL verkündete zudem die Gründung einer Genossenschaft zur Entsendung von Arbeitskräften.

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Es geht im Kern um fünf Tarifforderungen für fünf Berufsgruppen: das Zugpersonal, die Beschäftigten beim Netzbetrieb, bei der Netzinstandhaltung und bei der Fahrzeuginstandhaltung sowie die Azubis. Im Detail fordert die Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer (GDL) eine allgemeine Entgelterhöhung von mindestens 555 Euro, eine "entsprechend deutliche Entgelterhöhung für Azubis" sowie eine Erhöhung der Zulagen für Schichtarbeit um 25 Prozent.

Außerdem fordert die Gewerkschaft für Beschäftigte im Schichtdienst eine Absenkung der wöchentlichen Arbeitszeit von derzeit 38 auf 35 Stunden ohne Lohnkürzungen. Als dritten Punkt nennt die Gewerkschaft steuerfreie Inflationszahlungen von 3000 Euro an alle Beschäftigten ohne Berücksichtigung von Teilzeit oder Vollzeit als Forderung.

Die vierte Forderung der GDL ist ein Arbeitgeberanteil von fünf Prozent für die betriebliche Altersvorsorge. Nicht zuletzt möchte die Gewerkschaft, dass eine Fünf-Schichten-Woche für Beschäftigte im Schichtdienst eingeführt wird. Der auszuhandelnde Tarifvertrag soll eine Laufzeit von einem Jahr haben.

"Wir sind bereit, unsere Arbeitskraft zur Verfügung zu stellen", sagte Weselsky. Dafür müsse die Tarifrunde in diesem Jahr aber ein "Zeichen setzen für Schichtarbeit". Dass die Beschäftigten bei der Bahn rund um die Uhr im Einsatz seien, um Mobilität zu gewährleisten, sei "durch nichts zu ersetzen". Eine Verbesserung im Arbeitszeitsystem bei der Bahn sei der "einzig richtige Schritt", um dem Fachkräftemangel bei der Bahn zu begegnen.

Laut GDL kommen derzeit auf 100 offene Stellen für Lokführerinnen und Lokführer im Schnitt 54 qualifizierte Bewerbende. Daneben fehle Personal unter anderem bei den Zugbegleitern, in der Bordgastronomie, in den Werkstätten und bei der Ausbildung.

Die GDL vermeldete außerdem die Gründung einer Genossenschaft, der Fair Train e.G.: Über dieses Unternehmen sollen "fachlich qualifizierte Lokomotivführer" bereitgestellt werden - die zuvor bei der Bahn kündigen und sich dann der Genossenschaft anschließen. Die Fair Train e.G. fungiere als "Personaldienstleister im Genossenschaftsmodell" unabhängig von der GDL, stellte Weselsky klar. Anteile zu zeichnen, ist aber GDL-Mitgliedern vorbehalten.

Die Deutsche Bahn erklärte, sie habe die GDL-Tarifforderungen "zur Kenntnis genommen", diese würden nun "zu gegebener Zeit" geprüft und bewertet. Im Fokus stünden derzeit aber die Verhandlungen mit der Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft (EVG), deren Tarifverträge für 180.000 Beschäftigte Anwendung fänden. Im Herbst werde die Bahn dann mit der GDL über neue Tarifverträge für etwa 10.000 Beschäftigte verhandeln.

Die Gespräche zwischen Bahn und EVG sollten Anfang dieser Woche wieder aufgenommen werden. Die Tarifverträge mit der GDL laufen noch bis Ende Oktober dieses Jahres. Bis dahin sind auch Streiks ausgeschlossen.

EVG und GDL verhandeln teils für die dieselben Berufsgruppen. Nach dem Tarifeinheitsgesetz, das bei der Bahn seit Anfang 2021 umgesetzt wird, gelten pro Betrieb nur die Tarifverträge einer Gewerkschaft. Welche das ist, hängt von der Zahl der Mitglieder im jeweiligen Betrieb ab. Laut Bahninfos zur Tarifrunde 2023 galten zuletzt in 282 der 300 Betriebe bei der Bahn die Verträge der EVG und in 18 Betrieben die der GDL.

R.T.Gilbert--TNT

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