The National Times - Bauernverband: Bundesregierung opfert mit ihrer Wolfspolitik die Weidetierhaltung

Bauernverband: Bundesregierung opfert mit ihrer Wolfspolitik die Weidetierhaltung


Bauernverband: Bundesregierung opfert mit ihrer Wolfspolitik die Weidetierhaltung
Bauernverband: Bundesregierung opfert mit ihrer Wolfspolitik die Weidetierhaltung / Foto: © dpa/AFP

Der Deutsche Bauernverband (DBV) hat der Bundesregierung vorgeworfen, die Weidetierhaltung für ihre Wolfspolitik zu "opfern". Es sei ein aktives Bestandsmanagement nötig, um Herdentiere zu schützen, sagte DBV-Generalsekretär Bernhard Krüsken am Mittwoch in Berlin. Das Umweltministerium verzögere dafür notwendige Maßnahmen. Ohne einen vereinfachten Abschuss stehe die Weidetierhaltung vor dem Aus.

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Der Bauernverband hielt einen Tag vor einer vom Bundesumweltministerium geplanten Dialogreihe mit Interessenvertretern eine eigene Veranstaltung zum Thema Wolf ab. Eine Erklärung von Ministerin Steffi Lemke (Grüne) dazu machte deutlich, dass ihre Vorstellungen mit den DBV-Forderungen schwer vereinbar sind.

Für sie liege der Fokus zunächst darauf, herauszufinden, wie wie viele Wölfe es in Deutschland gibt und wie Herdentiere effektiv vor ihnen geschützt werden können, erklärte die Ministerin. "Hier liegt einer der Schlüssel zu einer Koexistenz von Weidetierhaltung und Wolf." Im Gespräch solle erörtert werden, "wo wir besser werden können und wie wir praktikable und rechtskonforme Lösungen für die Konflikte finden können".

Für den Bauernverband hingegen ist die Wolfspolitik über den Herdenschutz "gescheitert". "Wer immer noch denkt, dass mehr Zäune und Herdenschutzhunde das Problem lösen werden, verkennt die Not der Weidetierhalter und vieler Bürger im ländlichen Raum", sagte Sabine Firnhaber Vizepräsidentin des Bauernverbands Mecklenburg-Vorpommern. Die Kosten für höhere Zäune oder Herdenhunde seien enorm und ihre Wirksamkeit begrenzt.

Firnhabe warnte zudem, dass es ohne Kurswechsel "zu illegalen Entnahmen kommen" könnte. Die Entnahme, also das Fangen oder Töten von Wölfen, ist nur in Ausnahmefällen erlaubt, etwa wenn die Tiere wiederholt Zäune überwinden und dem Weidetierhalter ernsten finanziellen Schaden zuführen. Nutzierhalter sind in der Pflicht, ihre Herden zu schützen.

Lemke verteidigte die bestehenden Regeln grundsätzlich. Allerdings sollte die Möglichkeit der legalen Entnahme von Problemwölfen "in Zukunft verstärkt genutzt werden", fügte sie hinzu. Dem Bauernverband geht das nicht weit genug. Er fordert eine "weitreichende Entnahme", nicht nur einzelner Wölfe, sondern ganzer Rudel.

Der Wolf gilt in Deutschland als streng geschützte Tierart. Der Bauernverband hält einen so hohen Schutz nicht mehr für nötig und fordert die Bundesregierung unter anderem auf, den "günstigen Erhaltungszustand" des Wolfs an die EU-Kommission zu melden.

Beim Gespräch am Donnerstag in Berlin kommen Vertreter aus der Landwirtschaft, der Jägerschaft und der Politik zusammen, um Möglichkeiten und Lösungen zu diskutieren. Der in Abstimmung mit dem Bundeslandwirtschaftsministerium geplante Dialog solle zu einer "Versachlichung" der Diskussion beitragen, teilt das Umweltministerium mit.

M.A.Walters--TNT

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