The National Times - Zu Haft verurteilter früherer Wachmann von Konzentrationslager Sachsenhausen gestorben

Zu Haft verurteilter früherer Wachmann von Konzentrationslager Sachsenhausen gestorben


Zu Haft verurteilter früherer Wachmann von Konzentrationslager Sachsenhausen gestorben
Zu Haft verurteilter früherer Wachmann von Konzentrationslager Sachsenhausen gestorben / Foto: © AFP/Archiv

Der frühere KZ-Wachmann Josef S., der vom Landgericht im brandenburgischen Neuruppin zu fünf Jahren Freiheitsstrafe verurteilt wurde, ist nach Informationen der Nachrichtenagentur AFP gestorben. Das Landgericht sprach den damals 101-Jährigen vor zehn Monaten der Beihilfe zum Mord und der Beihilfe zum versuchten Mord schuldig. Ihm seien mindestens 3500 Tote zuzurechnen.

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Da der Mann dagegen Revision einlegte, war das Urteil noch nicht rechtskräftig. Das Landgericht war zu der Überzeugung gelangt, dass S. drei Jahre im Konzentrationslager Sachsenhausen in Brandenburg eingesetzt war. Demnach war er zwischen 1942 und 1945 Angehöriger des Wachbataillons im Lager und zudem Mitglied der Waffen-SS.

S. habe mit seiner Wachtätigkeit "die Massenvernichtung bereitwillig unterstützt", sagte der Vorsitzende Richter Udo Lechtermann im Juni 2022. Der Angeklagte habe durch seine Tätigkeit die Morde dort gefördert und damit Beihilfe geleistet. Ob er auch selbst Täter gewesen sei, könne nicht mehr festgestellt werden, weil keine Zeugen mehr lebten. Die Möglichkeit bestand laut Lechtermann aber "auf jeden Fall".

S. hatte bestritten, in dem Lager tätig gewesen zu sein. Das Lager Sachsenhausen nördlich von Berlin war ein Ausbildungsort für Wachpersonal und Kommandanten der Konzentrationslager im gesamten NS-Terrorsystem. Insgesamt wurden dort über die Jahre rund 200.000 Menschen gefangen gehalten. Zehntausende Häftlinge starben durch Hunger und Krankheiten, Zwangsarbeit, medizinische Versuche und Misshandlungen sowie systematische Vernichtungsaktionen der SS.

M.Wilson--TNT

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