The National Times - Kiew lobt Bürger des Landes für Überstehen eines "schwierigen" Winters

Kiew lobt Bürger des Landes für Überstehen eines "schwierigen" Winters


Kiew lobt Bürger des Landes für Überstehen eines "schwierigen" Winters
Kiew lobt Bürger des Landes für Überstehen eines "schwierigen" Winters / Foto: © AFP

Die ukrainische Regierung hat den Bürgern des Landes angesichts systematischer russischer Angriffe für das gemeinsame Überstehen eines "schwierigen" Winters Anerkennung gezollt. "Wir haben diesen Winter überwunden", sagte Präsident Wolodymyr Selenskyj am Mittwoch in seiner täglichen Abendansprache. Zuvor hatte bereits Außenminister Dmytro Kuleba vom "schwierigsten Winter unserer Geschichte" gesprochen, den die Ukrainer überlebt hätten. Unterdessen kamen aus Brüssel Signale, dass die Ukraine mit dringend benötigter Munition rechnen kann.

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Selenskyj sagte, der Winter sei angesichts der massiven russischen Angriffe auf die ukrainische Energie-Infrastruktur "eine sehr schwierige Zeit" gewesen. "Und jeder Ukrainer hat diese Schwierigkeit erlebt, aber wir waren dennoch in der Lage, die Ukraine mit Energie und Wärme zu versorgen." Der Staatschef fügte hinzu, dass es immer noch "eine Bedrohung des Energiesystems" gebe.

Kuleba erklärte die vergangenen Monate seien "kalt und dunkel" gewesen, "aber wir waren unbesiegbar". Mit dem Frühlingsbeginn am 1. März habe die Ukraine den "Winterterror" des russischen Präsidenten Wladimir Putin überstanden. Dem Kremlchef sei damit eine "große Niederlage" zugefügt worden.

Die russischen Streitkräfte hatten im Oktober damit begonnen, verstärkt wichtige Energieanlagen in der Ukraine mit Raketen und Drohnen anzugreifen, was für Millionen Menschen zu Ausfällen bei Wasser, Strom und Heizung bei eisigen Wintertemperaturen führte. Das ukrainische Energieunternehmen Ukrenergo teilte am Mittwoch mit, es habe seit mehr als zwei Wochen "keine Stromausfälle" mehr gegeben. In der Erklärung Kulebas hieß weiter, die Gewinner seien neben den Ukrainern auch die EU-Staaten gewesen, die sich im Winter vom russischen Gas abwandten.

Staatschef Selenskyj war am Dienstagabend auf die Lage in der schwer umkämpften ostukrainischen Stadt Bachmut eingegangen. "Russland zählt seine Männer überhaupt nicht und schickt sie in den Kampf, um beständig unsere Stellungen anzugreifen", sagte der Staatschef. "Die Intensität der Kämpfe nimmt nur noch zu."

Der Kampf um Bachmut ist die bisher am längsten andauernde Schlacht des seit mehr als einem Jahr andauernden russischen Angriffskrieges. Eine Einnahme der Stadt in der Region Donezk hätte für Moskau nach Einschätzung von Beobachtern vor allem symbolischen Wert. Nach ukrainischen Militärangaben setzt Moskau bei den Gefechten die "besten Sturmtruppen" der Söldnertruppe Wagner ein.

Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) sagte in Berlin, die Ukraine kämpfe "heldenhaft und tapfer gegen die russische Aggression, die schon Zehntausenden das Leben gekostet hat". Es müsse dafür gesorgt werden, dass neben den westlichen Waffenlieferungen auch die Versorgung der ukrainischen Armee mit Ersatzteilen und Munition sichergestellt werde. Dies werde eine "andauernde Aufgabe" bleiben.

Der EU-Außenbeauftragte Josep Borrell schlägt in diesem Zusammenhang den Mitgliedstaaten ein "außerordentliches Hilfspaket von einer Milliarde Euro" vor, mit dem Geschütze vom Kaliber 155 Millimeter geliefert werden sollen, wie es in einem Papier heißt, das der Nachrichtenagentur AFP in Brüssel vorliegt. Die EU-Länder sollen die Geschütze demnach aus ihren eigenen Beständen an die Ukraine abgeben. In einem zweiten Schritt sollen Europas Lager durch eine Gemeinschaftsbestellung wieder aufgefüllt werden.

Derweil hieß es aus Moskau, Russland habe einen "massiven Drohnenangriff" der Ukraine auf Ziele auf der Halbinsel Krim abgewehrt. Sechs Drohnen seien abgeschossen und vier weitere mit elektronischen Mitteln "außer Gefecht" gesetzt worden, teilte das Verteidigungsministerium mit.

Russland hatte die Krim 2014 annektiert. Die Halbinsel spielt eine wichtige Rolle bei russischen Luftangriffen auf die Ukraine und war bereits mehrmals das Ziel von Drohnenangriffen. Im Dezember wurde der Hafen von Sewastopol attackiert. Die größte Stadt der Krim ist Stützpunkt der russischen Schwarzmeerflotte.

T.Bennett--TNT

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