The National Times - Unionsfraktion verlangt im Koalitionsstreit "Machtwort" des Kanzlers

Unionsfraktion verlangt im Koalitionsstreit "Machtwort" des Kanzlers


Unionsfraktion verlangt im Koalitionsstreit "Machtwort" des Kanzlers
Unionsfraktion verlangt im Koalitionsstreit "Machtwort" des Kanzlers / Foto: © AFP/Archiv

Nach dem ergebnislosen Koalitionsausschuss zu schnelleren Planungsverfahren und Klimazielen im Verkehrssektor hat die Unionsfraktion ein "Machtwort" von Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) gefordert. Vize-Fraktionschef Ulrich Lange (CSU) nannte die Arbeit der Koalition am Freitag "ein Trauerspiel". Sie habe "wieder einmal die Chance verspielt, den schnellen Bau von Infrastrukturprojekten auf die Spur zu setzen". Erneut würden Entscheidungen auf die lange Bank geschoben.

Textgröße ändern:

Der Verkehrspolitiker Lange betonte, Deutschland brauche neue Autobahnen sowie die zügige Sanierung des Straßen- und Schienennetzes. "Es ist wirklich schwach, dass sich SPD und FDP von den Grünen die ideologische Bremse reinhauen lassen".

Die mehrstündige Beratung des Koalitionsausschusses war am Donnerstagabend ohne konkrete Beschlüsse beendet worden. Die Spitzen von SPD, Grünen und FDP waren zusammengekommen, um nach Kompromissen bei der Beschleunigung von Planungsverfahren im Verkehrssektor und bei der Umsetzung der Klimaschutzziele zu suchen. Aus Koalitionskreisen hieß es danach lediglich, es habe "konstruktive Gespräche zu den Themen Verkehr und Klimaschutz" gegeben, die nun fortgeführt würden.

Die Konfliktlinie verläuft vor allem zwischen FDP und Grünen. Bundesverkehrsminister Volker Wissing (FPP) beharrt darauf, nicht nur den Ausbau des Schienennetzes, sondern auch der Straßeninfrastruktur zu beschleunigen. Die Grünen kritisieren das als "klimaschädliche Maßnahme".

Die Koalition muss neben der Planungsbeschleunigung außerdem ihr Klimaschutzsofortprogramm auf den Weg bringen, also ihre Ziele festlegen, wie sie bis 2045 Klimaneutralität erreichen will. Im Verkehrssektor - und auch im Bau - ist die Lücke besonders groß.

Im Koalitionsausschuss kommen die Spitzen der Parteien und Fraktionen unter Leitung von Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) zusammen. Am Donnerstag waren zudem Finanzminister Christian Lindner (FDP), Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck und Außenministerin Annalena Baerbock (beide Grüne) und Verkehrsminister Wissing dabei.

Die Allianz pro Schiene forderte die Ampel-Regierung auf, sich schnell zusammenzuraufen und die Weichen für einen zukunftsfesten Verkehr zu stellen. Nötig seien ein schnellerer Ausbau des Schienennetzes sowie die Instandhaltung und Sanierung maroder Brücken im Straßenverkehr, sagte am Freitag Allianz-pro-Schiene-Geschäftsführer Dirk Flege. Debatten um noch mehr Autobahnen dagegen brauche es nicht.

T.Cunningham--TNT

Empfohlen

KI-Assistent für vernetzte Mobilität: Akkodis und der Hamburger Verkehrsverbund präsentieren hvv mia auf der InnoTrans 2026

Basierend auf dem Synergeticon AI Conversational Service Hub von Akkodis bündelt die gemeinsam mit dem Hamburger Verkehrsverbund entwickelte Lösung hvv mia Reiseinformationen, Routenplanung, Ticketauskünfte und weitere Mobilitätsservices in einer zentralen, dialogbasierten Anwendung.

Heizkosten 2025 wieder gestiegen - fossile Heizungen "langfristig immer teurer"

Die Heizkosten sind 2025 nach einer Entspannung in den beiden Vorjahren wieder gestiegen - und auch für 2026 rechnet die Beratungsgesellschaft co2online mit weiteren Kostensteigerungen. Langfristig werden fossile Heizungen "immer teurer", erklärte co2online am Dienstag. Laut dem jährlich zusammen mit dem Deutschen Mieterbund erhobenen Heizspiegel können 90 Prozent aller Haushalte ihre Heizkosten heute senken.

Düngemittel-Deal: Trump will Kalisalz aus Belarus statt aus Kanada kaufen

US-Präsident Donald Trump bereitet nach eigenen Angaben ein "umfassendes" Abkommen mit Belarus über den Kauf von Kalisalz vor. "Der Preis wäre deutlich niedriger als das, was wir heute an Kanada zahlen", erklärte Trump am Montag in seinem Onlinedienst Truth Social. Dies sei eine "sehr gute Nachricht für unsere Bauern und Viehzüchter".

Zehntausende Beschäftigte protestieren gegen "Kahlschlag" in der Autoindustrie

Mit Betriebsversammlungen, Kundgebungen und Demonstrationen haben bundesweit zehntausende Beschäftigte der Automobilindustrie gegen einen "Kahlschlag" in ihrer Branche demonstriert. Die IG Metall erklärte am Montag, an dem von ihr ausgerufenen Aktionstag Autoindustrie beteiligten sich rund 175.000 Beschäftigte. IG-Metall-Chefin Christiane Benner erklärte: "Beschäftigte sind nicht länger bereit, für eine Krise zu zahlen, die sie nicht verschuldet haben."

Textgröße ändern: