The National Times - Bundesregierung kündigt schnelle Entscheidungen in der Leopard-Frage an

Bundesregierung kündigt schnelle Entscheidungen in der Leopard-Frage an


Bundesregierung kündigt schnelle Entscheidungen in der Leopard-Frage an
Bundesregierung kündigt schnelle Entscheidungen in der Leopard-Frage an / Foto: © AFP/Archiv

In der seit Wochen anhaltenden Debatte über die mögliche Lieferung von Leopard-Kampfpanzern an die Ukraine kündigt die Bundesregierung zügige Entscheidungen an. Ein entsprechender Ausfuhr-Antrag Polens werde "mit der gebotenen Dringlichkeit" bearbeitet, erklärte ein Regierungssprecher am Dienstag. Verteidigungsminister Boris Pistorius (SPD) sagte auch mit Blick auf mögliche Lieferungen aus Deutschland, die Regierung werde "sehr schnell handlungsfähig" sein.

Textgröße ändern:

In den vergangenen Tagen war der Druck auf die Regierung weiter gewachsen - sowohl außenpolitisch als auch von innerhalb der Ampel-Koalition. Es geht zum einen darum, dass Leopard-Lieferungen von Drittstaaten an die Ukraine von Deutschland genehmigt werden müssen, weil es sich um Panzer aus deutscher Produktion handelt. Zum anderen geht es um die Frage, ob Deutschland auch selbst liefern wird.

Polen beantragte nun, wie seit Längerem angekündigt, eine entsprechende Ausfuhr-Genehmigung. Diese ging in Berlin ein, wie der Regierungssprecher bestätigte. Die Regierung werde den Antrag "im dafür vorgesehenen Verfahren mit der gebotenen Dringlichkeit behandeln".

Bundesverteidigungsminister Pistorius sagte nach einem Treffen mit Nato-Generalsekretär Jens Stoltenberg in Berlin zur Leopard-Frage: "Ich rechne damit, dass in Kürze eine Entscheidung fällt." Er habe Partnerländer, die bereits über Kampfpanzer dieses Modells verfügten, "ausdrücklich ermuntert", mit der Ausbildung ukrainischer Soldaten daran zu beginnen.

Die von ihm am Freitag veranlasste Abfrage der Leopard-Bestände stehe "kurz vor dem Abschluss", fügte Pistorius hinzu. Dabei gehe es "nicht darum, zu zählen, wie viele Panzer wir haben", denn das sei bekannt. Vielmehr wolle die Bundesregierung "Bestände und Potenziale" der Rüstungsindustrie prüfen und die Kompatibilität der Leopard-Panzer untersuchen. Deutschland werde "sehr schnell handlungsfähig" sein.

Der SPD-Außenpolitiker Ralf Stegner mahnte zur Vorsicht. "Man muss zum Beispiel die Frage beantworten: Ist es tatsächlich so, dass wenn wir Kampfpanzer liefern, dass das den Krieg schneller beendet oder gibt es am Ende nur mehr Kriegstote", sagte er in der RTL/ntv-Sendung "Frühstart".

Bundesfinanzminister Christian Lindner (FDP) sagte im TV-Sender Welt, Deutschland zögere keine Entscheidungen hinaus, "sondern berät intensiv mit unseren Partnern und Verbündeten über das, was notwendig ist". Deutschland dürfe keine Kriegspartei werden, die Fähigkeit zur Landes- und Bündnisverteidigung dürfe nicht eingeschränkt werden und die "Durchhaltefähigkeit der Ukraine" müsse gestärkt werden.

Auch FDP-Fraktionschef Christian Dürr mahnte ein abgestimmtes Vorgehen an. Die Panzer seien von "besonderer Bedeutung" für die Ukraine, und Kiew brauche hier Klarheit, sagte er in Berlin. Er hoffe, dass die Bundesregierung mit den Verbündeten in Europa und auch mit den USA zu einer "baldigen Entscheidung" komme. Die Entscheidung dürfe aber auch nicht auf die leichte Schulter genommen werden.

Die Opposition ist in der Frage gespalten. Während Politiker der Union die Lieferung von Leopard-Panzern befürworten, warnen Linke und AfD davor. Bei der Lieferung von Leopard-Panzern gehe es "nicht um Kühlschränke, sondern um Tötungsmaschinen", sagte Linksfraktionschefin Amira Mohamed Ali in Berlin. Sie frage sich, was dann der nächste Schritt sei, etwa die Bereitstellung von Kampfjets oder deutschen Soldaten.

"Deutsche Panzer dürfen nicht durch die Ukraine rollen", erklärte AfD-Fraktionschef Tino Chrupalla. "Die Bundesregierung darf Deutschland nicht noch weiter in den Ukraine-Krieg hineinziehen."

V.Allen--TNT

Empfohlen

Heizkosten 2025 wieder gestiegen - fossile Heizungen "langfristig immer teurer"

Die Heizkosten sind 2025 nach einer Entspannung in den beiden Vorjahren wieder gestiegen - und auch für 2026 rechnet die Beratungsgesellschaft co2online mit weiteren Kostensteigerungen. Langfristig werden fossile Heizungen "immer teurer", erklärte co2online am Dienstag. Laut dem jährlich zusammen mit dem Deutschen Mieterbund erhobenen Heizspiegel können 90 Prozent aller Haushalte ihre Heizkosten heute senken.

Düngemittel-Deal: Trump will Kalisalz aus Belarus statt aus Kanada kaufen

US-Präsident Donald Trump bereitet nach eigenen Angaben ein "umfassendes" Abkommen mit Belarus über den Kauf von Kalisalz vor. "Der Preis wäre deutlich niedriger als das, was wir heute an Kanada zahlen", erklärte Trump am Montag in seinem Onlinedienst Truth Social. Dies sei eine "sehr gute Nachricht für unsere Bauern und Viehzüchter".

Zehntausende Beschäftigte protestieren gegen "Kahlschlag" in der Autoindustrie

Mit Betriebsversammlungen, Kundgebungen und Demonstrationen haben bundesweit zehntausende Beschäftigte der Automobilindustrie gegen einen "Kahlschlag" in ihrer Branche demonstriert. Die IG Metall erklärte am Montag, an dem von ihr ausgerufenen Aktionstag Autoindustrie beteiligten sich rund 175.000 Beschäftigte. IG-Metall-Chefin Christiane Benner erklärte: "Beschäftigte sind nicht länger bereit, für eine Krise zu zahlen, die sie nicht verschuldet haben."

IG Metall: 175.000 Beschäftigte beim Aktionstag Automobilindustrie

Rund 175.000 Beschäftigte in der Automobilindustrie haben nach Angaben der Gewerkschaft IG Metall am Montag an bundesweiten Aktionen gegen Stellenabbau und Werksschließungen demonstriert. Sie beteiligten sich an insgesamt rund 280 Aktionen, wie die Gewerkschaft am Montag mitteilte. IG-Metall-Chefin Christiane Benner erklärte: "Beschäftigte sind nicht länger bereit, für eine Krise zu zahlen, die sie nicht verschuldet haben."

Textgröße ändern: