The National Times - UN-Arbeitsorganisation warnt vor Folgen des Abschwungs für Beschäftigte

UN-Arbeitsorganisation warnt vor Folgen des Abschwungs für Beschäftigte


UN-Arbeitsorganisation warnt vor Folgen des Abschwungs für Beschäftigte
UN-Arbeitsorganisation warnt vor Folgen des Abschwungs für Beschäftigte / Foto: © AFP

Der aktuelle weltweite wirtschaftliche Abschwung wird wahrscheinlich zahlreiche Beschäftigte in schlecht bezahlte und sozial nicht abgesicherte Jobs zwingen - und die Teuerung wird die Lohnzuwächse auffressen. Erstmals seit 1970 drohe eine Stagflation mit niedrigem Wachstum und gleichzeitig hoher Inflation, warnte die Internationale Arbeitsorganisation (ILO) in Genf in ihrem am Montag veröffentlichten jährlichen Beschäftigungs- und Sozialbericht. Die Ungleichheiten, die bereits während der Corona-Pandemie zugenommen haben, würden so weiter wachsen.

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Die ILO erwartet nur einen leichten Anstieg der globalen Beschäftigung um ein Prozent in diesem Jahr, das wäre weniger als die Hälfte des Werts vom vergangenen Jahr. Die Arbeitslosigkeit weltweit wird der Prognose zufolge ebenfalls zunehmen - um rund drei Millionen auf 208 Millionen Menschen rund um den Globus. Die Quote werde damit auf 5,8 Prozent klettern. Dass die Folgen des Abschwungs für die Beschäftigung nicht noch stärker sind, liege daran, dass in Ländern mit hohem Lohnniveau die Arbeitskräfte knapp sind, so die ILO.

In den Jahren 2020 bis 2022 war die Arbeitslosigkeit noch zurückgegangen. Mit dem leichten Anstieg in diesem Jahr werde die Zahl der Menschen ohne Job um 16 Millionen höher sein als im Vorkrisenjahr 2019.

Eine "Hauptsorge" bleibe auch die Qualität der Arbeitsplätze, denn "ein anständiger Job ist entscheidend für soziale Gerechtigkeit". Die Corona-Pandemie habe ein Jahrzehnt des Fortschritts bei der Armutsreduzierung zunichte gemacht. 2023 drohten sich nun die Chancen auf bessere Jobmöglichkeiten weiter zu verschlechtern.

Der ILO-Bericht wirft auch ein Schlaglicht auf die sogenannte Job-Lücke: Sie erfasst nicht nur Menschen ohne Arbeit, sondern auch Menschen, die es aufgegeben haben, einen Job zu suchen - entweder weil sie keine Chance haben oder andere Aufgaben wie etwa die Pflegearbeit. Die ILO beziffert diese Job-Lücke auf 473 Millionen Menschen 2022, das waren 33 Millionen Menschen mehr als 2019.

Besonders betroffen von den sich verschlechternden Bedingungen auf den Arbeitsmärkten sind Frauen und junge Menschen, wie es im ILO-Bericht heißt. 2022 betrug der Anteil der arbeitenden Frauen 47,4 Prozent - bei den Männern waren es 72,3 Prozent, die einen Job hatten. Junge Menschen haben demnach große Schwierigkeiten, einen Arbeitsplatz zu finden und eine anständige Arbeit zu behalten. Mehr als ein Fünftel (23,5 Prozent) der jungen Menschen haben keinen Job und machen auch keine Ausbildung.

"Der Bedarf an mehr anständigen Arbeitsplätzen sowie sozialer Gerechtigkeit ist da und dringend", erklärte ILO-Generalsekretär Gilbert Houngbo. "Dazu müssen wir zusammenarbeiten." Houngbo forderte einen "neuen globalen Sozialvertrag".

Die ILO in Genf wurde 1919 gegründet und ist die älteste Sonderorganisation der UNO. Ihr gehören 187 Staaten an. Hauptziele der ILO sind die Förderung von menschenwürdiger Arbeit, sozialer Sicherung und die Stärkung des sozialen Dialogs.

R.Hawkins--TNT

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