The National Times - Habeck will Neubau von Autobahnen nicht grundsätzlich ausschließen

Habeck will Neubau von Autobahnen nicht grundsätzlich ausschließen


Habeck will Neubau von Autobahnen nicht grundsätzlich ausschließen
Habeck will Neubau von Autobahnen nicht grundsätzlich ausschließen / Foto: © AFP/Archiv

Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck (Grüne) will den Neubau von Autobahnen nicht grundsätzlich ausschließen. "Es kann in Einzelfällen sinnvoll sein, bei Autobahnen Lücken zu schließen", sagte Habeck dem "Spiegel". FDP-Abgeordnete interpretierten dies als Zuspruch für die umstrittenen Pläne von Bundesverkehrsminister Volker Wissing (FDP) für ein Planungsbeschleunigungsgesetz.

Textgröße ändern:

"Ich freue mich, dass nach der SPD nun auch Robert Habeck klargestellt hat, dass wir den Planungsturbo zünden müssen", sagte der FDP-Fraktionsvorsitzende Christian Dürr der "Bild"-Zeitung (Samstagsausgabe). "Dem Ausbau von Straße und Schiene sollte jetzt nichts mehr im Wege stehen." Er werde vorschlagen, Wissings Gesetzesentwurf "noch in diesem Monat" ins Parlament zu bringen.

"Nun bleibt zu hoffen, dass Robert Habeck alle in seinen Reihen von der zwingenden Notwendigkeit der Modernisierung unserer Infrastruktur überzeugen kann", sagte die FDP-Abgeordnete Carina Konrad der Nachrichtenagentur AFP. "Insgesamt dürfen die Grünen die Modernisierungsagenda, die sich die Koalition vorgenommen hat, nicht länger ausbremsen und dadurch den Klimaschutz gefährden."

Das Thema Straßenausbau sorgt seit Wochen für Streit in der Ampel-Koalition. Wissing hatte vorgeschlagen, neue Fernstraßen ähnlich schnell zu planen und zu genehmigen wie etwa neue Schienenprojekte. Die Grünen warfen ihm daraufhin vor, gegen den Koalitionsvertrag zu verstoßen. Insbesondere das Umweltministerium von Steffi Lemke (Grüne) lehnte Wissings Referentenentwurf ab.

Teile der Grünen fordern seit längerem ein Moratorium für den Straßenneubau. Habeck lehnte dies nun ab, sprach sich aber dafür aus, genau zu prüfen, welche Neubauprojekte sinnvoll sind. "Wir sollten nicht alles, was an Straßenneubau irgendwann mal irgendwie ersonnen wurde, einfach blind durchziehen", sagte er dem "Spiegel". "Das ist nicht gut für die Umwelt und nicht gut fürs Klima."

Es gehe in der Verkehrspolitik um die Frage der Planungsbeschleunigung und was dafür prioritär sei, fuhr Habeck fort. "Die Sanierung von Brücken ist es ohne Frage. Aber wenn alles gleichzeitig die gleiche Priorität hat, dann hat nichts mehr Priorität."

Eine Befragung im Auftrag von Greenpeace hatte kürzlich ergeben, dass vier von fünf Deutsche einen Verzicht auf den Bau neuer Autobahnen befürworten, wenn dies zu einem besseren Klimaschutz beiträgt.

S.Ross--TNT

Empfohlen

Heizkosten 2025 wieder gestiegen - fossile Heizungen "langfristig immer teurer"

Die Heizkosten sind 2025 nach einer Entspannung in den beiden Vorjahren wieder gestiegen - und auch für 2026 rechnet die Beratungsgesellschaft co2online mit weiteren Kostensteigerungen. Langfristig werden fossile Heizungen "immer teurer", erklärte co2online am Dienstag. Laut dem jährlich zusammen mit dem Deutschen Mieterbund erhobenen Heizspiegel können 90 Prozent aller Haushalte ihre Heizkosten heute senken.

Düngemittel-Deal: Trump will Kalisalz aus Belarus statt aus Kanada kaufen

US-Präsident Donald Trump bereitet nach eigenen Angaben ein "umfassendes" Abkommen mit Belarus über den Kauf von Kalisalz vor. "Der Preis wäre deutlich niedriger als das, was wir heute an Kanada zahlen", erklärte Trump am Montag in seinem Onlinedienst Truth Social. Dies sei eine "sehr gute Nachricht für unsere Bauern und Viehzüchter".

Zehntausende Beschäftigte protestieren gegen "Kahlschlag" in der Autoindustrie

Mit Betriebsversammlungen, Kundgebungen und Demonstrationen haben bundesweit zehntausende Beschäftigte der Automobilindustrie gegen einen "Kahlschlag" in ihrer Branche demonstriert. Die IG Metall erklärte am Montag, an dem von ihr ausgerufenen Aktionstag Autoindustrie beteiligten sich rund 175.000 Beschäftigte. IG-Metall-Chefin Christiane Benner erklärte: "Beschäftigte sind nicht länger bereit, für eine Krise zu zahlen, die sie nicht verschuldet haben."

IG Metall: 175.000 Beschäftigte beim Aktionstag Automobilindustrie

Rund 175.000 Beschäftigte in der Automobilindustrie haben nach Angaben der Gewerkschaft IG Metall am Montag an bundesweiten Aktionen gegen Stellenabbau und Werksschließungen demonstriert. Sie beteiligten sich an insgesamt rund 280 Aktionen, wie die Gewerkschaft am Montag mitteilte. IG-Metall-Chefin Christiane Benner erklärte: "Beschäftigte sind nicht länger bereit, für eine Krise zu zahlen, die sie nicht verschuldet haben."

Textgröße ändern: