The National Times - Erster Raketenstartplatz für Satellitenträger in der EU in Schweden eröffnet

Erster Raketenstartplatz für Satellitenträger in der EU in Schweden eröffnet


Erster Raketenstartplatz für Satellitenträger in der EU in Schweden eröffnet
Erster Raketenstartplatz für Satellitenträger in der EU in Schweden eröffnet / Foto: © TT News Agency/AFP

Im Norden Schwedens ist der erste Raketenstartplatz in der EU eingeweiht worden, von dem aus Satelliten in die Umlaufbahn befördert werden können. "Das ist ein großer Moment", sagte EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen bei einer Einweihungszeremonie am Freitag im Raumfahrtzentrum Esrange nahe der Bergbaustadt Kiruna. "Dieser Weltraumbahnhof bietet ein unabhängiges europäisches Tor zum Weltraum."

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Die schwedische Raumfahrtagentur SSC will von der Esrange-Station aus in einigen Monaten als erstes von Europa aus Satelliten ins All bringen. Unterstützt wird sie dabei maßgeblich durch die Regierung in Stockholm sowie die EU. "Die aktuelle geopolitische Lage, nicht zuletzt natürlich der russische Einmarsch in der Ukraine, hat gezeigt, wie wichtig es ist, dass die Europäische Union Zugang zum Weltraum hat", sagte Schwedens Ministerpräsident Ulf Kristersson.

"Heute wissen wir, dass die tapferen ukrainischen Streitkräfte effektiv Kleinsatelliten einsetzen, um die Bewegungen der russischen Truppen zu verfolgen", betonte auch von der Leyen. Sie verwies zudem auf die Bedeutung von Satellitensystemen im Alltag, etwa beim Verkehrsmanagement, oder auch für die Klimaforschung.

Ihre Behörde werde bald einen Vorschlag für eine EU-Weltraumstrategie für Sicherheit und Verteidigung vorlegen, kündigte die Kommissionschefin an. In Schweden befand sich von der Leyen vorrangig im Rahmen eines Arbeitsbesuchs der EU-Kommission zu Beginn der turnusgemäßen EU-Ratspräsidentschaft des skandinavischen Landes. Die Raumfahrtpolitik werde eine der Prioritäten des sechsmonatigen Ratsvorsitzes sein, sagte Kristersson.

Das Weltraumzentrum Esrange, etwa 40 Kilometer von Kiruna entfernt, gibt es bereits seit den 1960er Jahren. In den vergangenen Jahren wurden rund 15 Millionen Euro in eine Erweiterung der Anlagen um den neuen Raketenstartplatz investiert. Europäische Projekte für Satellitenraketen gibt es auch auf den portugiesischen Azoren, in Andalusien, auf der norwegischen Arktis-Insel Andöya oder den schottischen Shetlandinseln.

Großbritannien hätte den Wettlauf um einen ersten erfolgreichen Transport eines Satelliten von Europa aus in dieser Woche fast für sich entschieden: In Cornwall startete am Montagabend eine umgebaute Boeing 747, die im Flug eine Trägerrakete mit einem Satelliten abfeuerte. Die Mission scheiterte jedoch.

F.Adams--TNT

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