The National Times - Bahnstreik legt Großbritannien lahm

Bahnstreik legt Großbritannien lahm


Bahnstreik legt Großbritannien lahm
Bahnstreik legt Großbritannien lahm / Foto: © AFP

Tausende Bahnmitarbeiter in Großbritannien haben einen viertägigen Arbeitsausstand begonnen. In den normalerweise geschäftigen Londoner Bahnhöfen herrschte am Dienstag - dem ersten normalen Arbeitstag des Jahres 2023 nach den Neujahrsferien - gespenstische Ruhe. Dem Streikaufruf der Gewerkschaft RMT folgten nach deren Angaben 40.000 Angestellte der Staatsbahn Network Rail sowie von 14 Privatbahnen.

Textgröße ändern:

RMT hat zu zwei jeweils 48-stündigen Streiks aufgerufen, am Dienstag und Mittwoch sowie am Freitag und Samstag. Auch am Donnerstag dürfte es zu Beeinträchtigungen kommen, denn eine weitere Bahn-Gewerkschaft, Aslef, hat zu einem durchgängigen fünftägigen Ausstand aufgerufen.

Network Rail warnte vor "ernsthaften Störungen" in dieser Woche auf großen Teilen des Schienennetzes. Reisen sollten nur unternommen werden, "wenn es absolut notwendig ist".

RMT fordert angesichts der anhaltend hohen Inflation im Land spürbare Gehaltserhöhungen sowie Verbesserungen der Arbeitsbedingungen. Der konservativen Regierung des Landes wirft die Gewerkschaft vor, sich in die Verhandlungen mit den Unternehmen eingeschaltet zu haben, um eine Einigung zu verhindern.

Verkehrsminister Mark Harper wies diese Darstellung zurück. Die Gewerkschaften forderte er auf, an den Verhandlungstisch zurückzukehren. Der Streikaufruf sei "nicht hilfreich, und schadet der Bahnindustrie und den Interessen der Beschäftigten", sagte er dem Sender Sky News.

Die Bahnangestellten haben wie die Beschäftigten einer Vielzahl von Sektoren in den vergangenen Monaten bereits mehrfach gestreikt. Im Dezember war vor allem das Gesundheitswesen betroffen. Die Regierung setzte teilweise das Militär etwa für Krankenfahrten ein. Daneben legten auch etwa Briefträger und Beschäftigte im Telekommunikationsbereich die Arbeit nieder.

Über die Feiertage streikten zudem die Grenzpolizisten an mehreren Flughäfen. Auch hier rief die Regierung das Militär zu Hilfe. Premierminister Rishi Sunak hat sich offen gegen starke Gehaltserhöhungen im öffentlichen Sektor ausgesprochen - dies würde lediglich die Inflation weiter anheizen.

Laut einer Ende Dezember veröffentlichten Yougov-Umfrage unterstützen rund zwei Drittel der Britinnen und Briten die Streiks im Gesundheitssektor. Für den Streik bei der Bahn gibt es weniger Verständnis, nur 43 Prozent der Befragten unterstützten ihn.

F.Jackson--TNT

Empfohlen

Düngemittel-Deal: Trump will Kalisalz aus Belarus statt aus Kanada kaufen

US-Präsident Donald Trump bereitet nach eigenen Angaben ein "umfassendes" Abkommen mit Belarus über den Kauf von Kalisalz vor. "Der Preis wäre deutlich niedriger als das, was wir heute an Kanada zahlen", erklärte Trump am Montag in seinem Onlinedienst Truth Social. Dies sei eine "sehr gute Nachricht für unsere Bauern und Viehzüchter".

Zehntausende Beschäftigte protestieren gegen "Kahlschlag" in der Autoindustrie

Mit Betriebsversammlungen, Kundgebungen und Demonstrationen haben bundesweit zehntausende Beschäftigte der Automobilindustrie gegen einen "Kahlschlag" in ihrer Branche demonstriert. Die IG Metall erklärte am Montag, an dem von ihr ausgerufenen Aktionstag Autoindustrie beteiligten sich rund 175.000 Beschäftigte. IG-Metall-Chefin Christiane Benner erklärte: "Beschäftigte sind nicht länger bereit, für eine Krise zu zahlen, die sie nicht verschuldet haben."

IG Metall: 175.000 Beschäftigte beim Aktionstag Automobilindustrie

Rund 175.000 Beschäftigte in der Automobilindustrie haben nach Angaben der Gewerkschaft IG Metall am Montag an bundesweiten Aktionen gegen Stellenabbau und Werksschließungen demonstriert. Sie beteiligten sich an insgesamt rund 280 Aktionen, wie die Gewerkschaft am Montag mitteilte. IG-Metall-Chefin Christiane Benner erklärte: "Beschäftigte sind nicht länger bereit, für eine Krise zu zahlen, die sie nicht verschuldet haben."

"Trassenrabatt": Nahverkehrsunternehmen fordern Unterstützung

Analog zum Tankrabatt der Bundesregierung fordern Schienenverkehrsunternehmen einen "Trassenrabatt". Mit den 800 Millionen Euro, die der Tankrabatt pro Monat koste, könne die Finanzlücke beim Schienenpersonennahverkehr (SPNV) für zwei Jahre geschlossen werden, rechnete der Bundesverband Schienennahverkehr am Montag vor. "Vom SPNV profitieren dabei aber 2,75 Milliarden Fahrgäste pro Jahr."

Textgröße ändern: