The National Times - Lula macht Naturschützerin Marina Silva wieder zu seiner Umweltministerin

Lula macht Naturschützerin Marina Silva wieder zu seiner Umweltministerin


Lula macht Naturschützerin Marina Silva wieder zu seiner Umweltministerin
Lula macht Naturschützerin Marina Silva wieder zu seiner Umweltministerin / Foto: © AFP/Archiv

Kurz vor seinem Amtsantritt hat der gewählte brasilianische Präsident Luiz Inácio Lula da Silva die international bekannte Naturschützerin Marina Silva zu seiner Umweltministerin ernannt. Lula gab die Nominierung der 64-Jährigen am Donnerstag bei einer Zeremonie in der Hauptstadt Brasília bekannt. Insgesamt soll die linksgerichtete Regierung 37 Minister umfassen.

Textgröße ändern:

Silva war bereits von 2003 bis 2008 während der früheren Präsidentschaften Lulas Umweltministerin. Sie brach jedoch mit Lula, da sie ihm vorwarf, sie beim Schutz des Amazonasgebiets nicht ausreichend zu unterstützen.

Die Afrobrasilianerin und bekennende evangelikale Christin war danach bei drei Präsidentschaftswahlen selbst als Kandidatin angetreten und gescheitert. Später versöhnte Silva sich dann mit Lula.

Im Gegenzug für ihre Unterstützung Lulas bei der Präsidentschaftswahl im Herbst hatte Silva ihm eine Reihe von Zusagen abgerungen: Dazu gehört die Einrichtung einer nationalen Behörde für Klimasicherheit, die für die Überprüfung von Maßnahmen zur Reduzierung von Treibhausgasen zuständig sein soll.

Das Umweltministerium im größten und bevölkerungsreichsten Staat Südamerikas ist aus Sicht internationaler Beobachter von entscheidender Bedeutung. Die Entwaldung des für das Weltklima wichtigen Amazonasgebiets hatte unter Lulas rechtsradikalem Amtsvorgänger Jair Bolsonaro erheblich zugenommen.

Lula selbst hatte im Wahlkampf einen deutlichen Kurswechsel in Aussicht gestellt. Unter anderem versprach er, die Überwachung des Amazonas wieder aufzunehmen - mit dem Ziel, dass kein Baum mehr dort gefällt wird. Der Klimaschutz werde für seine Regierung eine "strategische Priorität auf höchster Ebene" haben, kündigte Lula in einem Zeitungsinterview an, das er vor seiner Teilnahme an der UN-Klimakonferenz im ägyptischen Scharm el-Scheich gab.

Silva zählt zu 16 Regierungsmitgliedern, die Lula am Donnerstag der Öffentlichkeit präsentierte. Das neue Kabinett ist damit vollständig.

Erstmals in der brasilianischen Geschichte wird es auch ein Ministerium der Indigenen Völker geben. Zu dessen Chefin ernannte Lula die 48-jährige Sonia Guajajara. Die indigene Anführerin war vom US-Magazin "Time" in die Liste der 100 einflussreichsten Persönlichkeiten der Welt aufgenommen worden.

Insgesamt wird Lulas neue linksgerichtete Regierung 37 Minister umfassen - im Kabinett Bolsonaros waren 22 es Ressortchefs. Am 1. Januar wird der 77-Jährige das Präsidentenamt antreten. Er hatte sich Ende Oktober in einer Stichwahl knapp gegen Bolsonaro durchgesetzt.

S.M.Riley--TNT

Empfohlen

Düngemittel-Deal: Trump will Kalisalz aus Belarus statt aus Kanada kaufen

US-Präsident Donald Trump bereitet nach eigenen Angaben ein "umfassendes" Abkommen mit Belarus über den Kauf von Kalisalz vor. "Der Preis wäre deutlich niedriger als das, was wir heute an Kanada zahlen", erklärte Trump am Montag in seinem Onlinedienst Truth Social. Dies sei eine "sehr gute Nachricht für unsere Bauern und Viehzüchter".

Zehntausende Beschäftigte protestieren gegen "Kahlschlag" in der Autoindustrie

Mit Betriebsversammlungen, Kundgebungen und Demonstrationen haben bundesweit zehntausende Beschäftigte der Automobilindustrie gegen einen "Kahlschlag" in ihrer Branche demonstriert. Die IG Metall erklärte am Montag, an dem von ihr ausgerufenen Aktionstag Autoindustrie beteiligten sich rund 175.000 Beschäftigte. IG-Metall-Chefin Christiane Benner erklärte: "Beschäftigte sind nicht länger bereit, für eine Krise zu zahlen, die sie nicht verschuldet haben."

IG Metall: 175.000 Beschäftigte beim Aktionstag Automobilindustrie

Rund 175.000 Beschäftigte in der Automobilindustrie haben nach Angaben der Gewerkschaft IG Metall am Montag an bundesweiten Aktionen gegen Stellenabbau und Werksschließungen demonstriert. Sie beteiligten sich an insgesamt rund 280 Aktionen, wie die Gewerkschaft am Montag mitteilte. IG-Metall-Chefin Christiane Benner erklärte: "Beschäftigte sind nicht länger bereit, für eine Krise zu zahlen, die sie nicht verschuldet haben."

"Trassenrabatt": Nahverkehrsunternehmen fordern Unterstützung

Analog zum Tankrabatt der Bundesregierung fordern Schienenverkehrsunternehmen einen "Trassenrabatt". Mit den 800 Millionen Euro, die der Tankrabatt pro Monat koste, könne die Finanzlücke beim Schienenpersonennahverkehr (SPNV) für zwei Jahre geschlossen werden, rechnete der Bundesverband Schienennahverkehr am Montag vor. "Vom SPNV profitieren dabei aber 2,75 Milliarden Fahrgäste pro Jahr."

Textgröße ändern: