The National Times - Linke fordert Nachbesserungen an Energiepreisbremse

Linke fordert Nachbesserungen an Energiepreisbremse


Linke fordert Nachbesserungen an Energiepreisbremse
Linke fordert Nachbesserungen an Energiepreisbremse / Foto: © SID/Archiv

Die Linke fordert Nachbesserungen am Energiepreisbremse der Ampel-Koalition. "Der Gaspreisdeckel der Bundesregierung ist sozial ungerecht, unökologisch und beinhaltet Milliarden Subventionen an die Industrie ohne nennenswerte Gegenleistung", heißt es in einem Beschluss des Parteivorstands vom Samstag. "Die Entlastung bei den Strom- und Gaspreisen ist nicht groß genug, um die Inflation wirksam zu bremsen."

Textgröße ändern:

Als Grundlage für die Höhe des Deckels bei Strom und Gas diene der Vorjahresverbrauch. Damit würden jedoch Haushalte mit hohem Einkommen, großen Wohnungen und entsprechend hohem Energieverbrauch stärker entlastet als Haushalte mit kleineren Wohnungen und geringerem Energieverbrauch, kritisiert die Linke in dem Vorstandsbeschluss.

Gleichzeitig würden diejenigen am stärksten entlastet, die in der Vergangenheit keine Energie gespart hätten. "Geht es nach der Bundesregierung, sollen für alle Haushalte 80 Prozent des Verbrauchs mit zwölf Cent pro Kilowattstunde gedeckelt werden." Die Linke fordert in dem Beschluss, dass ab einem Verbrauch von 25.000 Kilowattstunden pro Haushalt der Preisdeckel nicht mehr gilt. Mehrfamilienhäuser mit einer zentralen Gasheizung sollten von dieser Obergrenze ausgenommen werden.

Die Linke fordert einen Preisdeckel beim Gas von acht Cent pro Kilowattstunde statt zwölf Cent und 30 Cent statt 40 Cent beim Haushaltsstrom. In dem Beschluss wird auf eine Studie des Öko-Instituts verwiesen, die zeige, dass insbesondere Rentnerinnen und Rentner stark von hohen Heizkosten betroffen sind. Ihre Kinder seien ausgezogen, bezahlbarer kleinerer Wohnraum sei zu knapp. "Für solche spezifischen Lebens- und Wohnkonstellationen" seien passende Härtefall-Regelungen nötig.

Die Linke bekräftigte ihre Forderung nach einer "Übergewinnsteuer für Kriegsgewinnler" und einem "Energie-Soli für Reiche". Viele Staaten seien bereits tätig geworden und schöpften die Übergewinne ab. Die Ampel-Regierung stelle sich dagegen schützend vor die Konzerne, kritisierte die Linke.

Die Koalition plane lediglich eine Sonderabgabe in Höhe des europarechtlichen Mindestwerts von 33 Prozent für Firmen, deren Gewinn in den Jahren 2022 und 2023 jeweils um 20 Prozent höher liegt als der Durchschnittsgewinn der vergangenen vier Jahre. Die Linke fordere, 100 Prozent der Übergewinne bei den Öl- und Gaskonzernen abzuschöpfen, heißt es in dem Beschluss.

B.Cooper--TNT

Empfohlen

Düngemittel-Deal: Trump will Kalisalz aus Belarus statt aus Kanada kaufen

US-Präsident Donald Trump bereitet nach eigenen Angaben ein "umfassendes" Abkommen mit Belarus über den Kauf von Kalisalz vor. "Der Preis wäre deutlich niedriger als das, was wir heute an Kanada zahlen", erklärte Trump am Montag in seinem Onlinedienst Truth Social. Dies sei eine "sehr gute Nachricht für unsere Bauern und Viehzüchter".

Zehntausende Beschäftigte protestieren gegen "Kahlschlag" in der Autoindustrie

Mit Betriebsversammlungen, Kundgebungen und Demonstrationen haben bundesweit zehntausende Beschäftigte der Automobilindustrie gegen einen "Kahlschlag" in ihrer Branche demonstriert. Die IG Metall erklärte am Montag, an dem von ihr ausgerufenen Aktionstag Autoindustrie beteiligten sich rund 175.000 Beschäftigte. IG-Metall-Chefin Christiane Benner erklärte: "Beschäftigte sind nicht länger bereit, für eine Krise zu zahlen, die sie nicht verschuldet haben."

IG Metall: 175.000 Beschäftigte beim Aktionstag Automobilindustrie

Rund 175.000 Beschäftigte in der Automobilindustrie haben nach Angaben der Gewerkschaft IG Metall am Montag an bundesweiten Aktionen gegen Stellenabbau und Werksschließungen demonstriert. Sie beteiligten sich an insgesamt rund 280 Aktionen, wie die Gewerkschaft am Montag mitteilte. IG-Metall-Chefin Christiane Benner erklärte: "Beschäftigte sind nicht länger bereit, für eine Krise zu zahlen, die sie nicht verschuldet haben."

"Trassenrabatt": Nahverkehrsunternehmen fordern Unterstützung

Analog zum Tankrabatt der Bundesregierung fordern Schienenverkehrsunternehmen einen "Trassenrabatt". Mit den 800 Millionen Euro, die der Tankrabatt pro Monat koste, könne die Finanzlücke beim Schienenpersonennahverkehr (SPNV) für zwei Jahre geschlossen werden, rechnete der Bundesverband Schienennahverkehr am Montag vor. "Vom SPNV profitieren dabei aber 2,75 Milliarden Fahrgäste pro Jahr."

Textgröße ändern: