The National Times - Scholz warnt bei U-Boot-Taufe in Kiel vor Gefahr der "Deglobalisierung"

Scholz warnt bei U-Boot-Taufe in Kiel vor Gefahr der "Deglobalisierung"


Scholz warnt bei U-Boot-Taufe in Kiel vor Gefahr der "Deglobalisierung"
Scholz warnt bei U-Boot-Taufe in Kiel vor Gefahr der "Deglobalisierung" / Foto: © AFP

Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) hat eindringlich vor einem Abbruch internationaler Handelsbeziehungen im Rahmen einer Ent-Globalisierungswelle gewarnt. Angesichts der aktuellen Weltlage sei eine "Diversifizierung der Handelsbeziehungen und der Lieferketten" zwar das "Gebot der Stunde", nicht aber "Deglobalisierung und Decoupling" (Entkopplung), sagte er am Dienstag im schleswig-holsteinischen Kiel bei der Taufe von zwei U-Booten für die Marine Singapurs. "Das sind gefährliche und sehr teure Irrwege."

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Scholz bezeichnete Singapur zugleich als einen "wichtigen strategischen Partner für Deutschlands Sicherheitspolitik". Beide Staaten verbänden "wirtschaftliche und geopolitische Interessen". Handel und Wettbewerb in einer regelbasierten internationalen Ordnung seien nach Überzeugung beider "Quellen des Wohlstands". Deutschland und Singapur verbinde auch das Wissen um die Bedeutung "offener Seewege" für globale Lieferketten.

Deutschland und Singapur unterhalten enge politische und wirtschaftliche Kontakte. Scholz hatte den Stadtstaat in Südostasien erst vor rund einem Monat im Rahmen einer Asienreise besucht, Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier war im Juni dorthin gereist. Singapur gilt nach Angaben des Auswärtigen Amts als das "mit Abstand" reichste Land in Südostasien.

Singapur ist zugleich das zentrale Handels- und Finanzzentrum der Region und hat einen der größten Containerhäfen der Welt. Dies und seine Lage an der Straße von Singapur, durch die der Frachtverkehr zwischen Asien und Europa verläuft und die zu den strategisch wichtigsten Seewegen der Welt gehört, machen das Land auch zu einem bedeutenden maritimen Akteur.

Gemeinsam mit Scholz wohnte Singapurs Regierungschef Lee Hsien der Taufe der beiden U-Boote bei. Diese wurde auf der Marinewerft von Thyssenkrupp Marine Systems (TKMS) in Kiel gebaut, die auf U-Boote spezialisiert ist.

TKMS ist nach eigenen Angaben Weltmarktführer bei Bau konventioneller U-Boote. Diese wurden demnach bereits an mehr als 20 Staaten geliefert, 70 Prozent der nicht-atomgetriebenen U-Boote der Nato stammen von TKMS.

Scholz begrüßte zugleich Ankündigungen von TKMS, seine Marine-Fertigung in Deutschland ausbauen zu wollen. Dies sei "ein gutes Signal" für den Wirtschaftsstandort Deutschland und zugleich"ein lebendiges Zeichen für die Zeitenwende, die wir erleben". TKMS hat weitere Standorte etwa in Emden, Bremen und Hamburg und baut auch Überwasserschiffe. Im Juni hatte TKMS zudem einen Standort der insolventen MV-Werften in Wismar erworben.

M.A.Walters--TNT

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