The National Times - FDP-Präsidium schaltet sich in Ampel-Streit über Verkehrspolitik ein

FDP-Präsidium schaltet sich in Ampel-Streit über Verkehrspolitik ein


FDP-Präsidium schaltet sich in Ampel-Streit über Verkehrspolitik ein
FDP-Präsidium schaltet sich in Ampel-Streit über Verkehrspolitik ein / Foto: © AFP/Archiv

Im Koalitionsstreit über die Verkehrspolitik zwischen FDP und Grünen hat sich das Parteipräsidium der Liberalen eingeschaltet. "Wir müssen nicht nur die Schienen, sondern auch die Straßeninfrastruktur schnell ertüchtigen und erweitern", sagte FDP-Generalsekretär Bijan Djir-Sarai am Montag. Bei einem Treffen des Parteivorstands sei ein entsprechendes Positionspapier verabschiedet worden. Bundesumweltministerin Steffi Lemke (Grüne) lehnte den Neu- und Ausbau von Straßen erneut als klimaschädlich ab.

Textgröße ändern:

"Wir müssen schneller planen und bauen, die Infrastruktur modernisieren", sagte Djir-Sarai. Das sei "über Jahre" vernachlässigt worden. Die FDP habe sich nun darauf verständigt, dass die Dauer von Planungs- und Genehmigungsverfahren "für alle Verkehrsträger" mindestens halbiert werden soll.

Das Thema sorgt seit Tagen für Zwist in der Ampel-Koalition. Das Bundesverkehrsministerium von Volker Wissing (FDP) will einem Referentenentwurf zufolge auch Fernstraßen schnell planen und genehmigen, sofern sie von "überragenden öffentlichen Interesse" sind. Als Vorbild sollen die Schnellverfahren für die Importterminals für Flüssiggas gelten. Grünen-Politiker werfen Wissing vor, mit der Gleichsetzung von Straßenprojekten mit etwa der Schieneninfrastruktur gegen den Koalitionsvertrag zu verstoßen.

Die Bundesregierung habe im Juni beschlossen, dass bei Infrastrukturprojekten der Klimaschutz im Fokus stehen müsse, erklärte Umweltministerin Lemke. "Der Neu- und Ausbau von Autobahnen, Straßen oder Wasserstraßen gehört nicht in diese Kategorie." Es sei nicht vertretbar, dass hier Standards für den Umweltschutz und von Lärm- oder Gesundheitsschutz gesenkt würden. "Ich sehe allerdings Spielraum für gute Kompromisse mit meinem Kollegen Volker Wissing", fügte sie hinzu.

In der derzeit geführten Debatte finde er es "befremdlich, dass einige unterscheiden zwischen guter und schlechter Infrastruktur", sagte hingegen Djir-Sarai. "Aus unserer Sicht steht das Vorhaben auch im Einklang mit dem Koalitionsvertrag."

Aus der Opposition kam Kritik am Dauerstreit der Koalitionspartner. Eine derartige Blockade "kann sich Deutschland nicht leisten", erklärte der CDU-Abgeordnete Steffen Bilger. In der Sache bezog er klar Stellung: Die "grüne Bedenkenträgerei von Bundesumweltministerin Lemke" sei "absolut kontraproduktiv".

I.Paterson--TNT

Empfohlen

Zehntausende Beschäftigte protestieren gegen "Kahlschlag" in der Autoindustrie

Mit Betriebsversammlungen, Kundgebungen und Demonstrationen haben bundesweit zehntausende Beschäftigte der Automobilindustrie gegen einen "Kahlschlag" in ihrer Branche demonstriert. Die IG Metall erklärte am Montag, an dem von ihr ausgerufenen Aktionstag Autoindustrie beteiligten sich rund 175.000 Beschäftigte. IG-Metall-Chefin Christiane Benner erklärte: "Beschäftigte sind nicht länger bereit, für eine Krise zu zahlen, die sie nicht verschuldet haben."

IG Metall: 175.000 Beschäftigte beim Aktionstag Automobilindustrie

Rund 175.000 Beschäftigte in der Automobilindustrie haben nach Angaben der Gewerkschaft IG Metall am Montag an bundesweiten Aktionen gegen Stellenabbau und Werksschließungen demonstriert. Sie beteiligten sich an insgesamt rund 280 Aktionen, wie die Gewerkschaft am Montag mitteilte. IG-Metall-Chefin Christiane Benner erklärte: "Beschäftigte sind nicht länger bereit, für eine Krise zu zahlen, die sie nicht verschuldet haben."

"Trassenrabatt": Nahverkehrsunternehmen fordern Unterstützung

Analog zum Tankrabatt der Bundesregierung fordern Schienenverkehrsunternehmen einen "Trassenrabatt". Mit den 800 Millionen Euro, die der Tankrabatt pro Monat koste, könne die Finanzlücke beim Schienenpersonennahverkehr (SPNV) für zwei Jahre geschlossen werden, rechnete der Bundesverband Schienennahverkehr am Montag vor. "Vom SPNV profitieren dabei aber 2,75 Milliarden Fahrgäste pro Jahr."

IG Metall fordert Unterstützung für kriselnde Autoindustrie - Kritik auch an Konzernen

Die IG Metall hat an ihrem Automobil-Aktionstag neben Forderungen an die Unternehmen auch die Politik in die Pflicht genommen. Die Gewerkschaft kritisierte am Montag "mangelhafte industriepolitische Rahmenbedingungen" für die Autohersteller auf deutscher und europäischer Ebene. IG-Metall-Chefin Christiane Benner forderte bei einem Auftritt am Stammwerk von Volkswagen in Wolfsburg einen besseren Schutz vor unfairem Wettbewerb aus China und eine wirksamere Subventionspolitik der EU.

Textgröße ändern: