The National Times - Tafeln leiden unter rückläufigen Essens-Spenden und steigender Nachfrage

Tafeln leiden unter rückläufigen Essens-Spenden und steigender Nachfrage


Tafeln leiden unter rückläufigen Essens-Spenden und steigender Nachfrage
Tafeln leiden unter rückläufigen Essens-Spenden und steigender Nachfrage / Foto: © AFP/Archiv

Angesichts von Energiekrise und Inflation leiden die Tafeln in Deutschland unter rückläufigen Lebensmittelspenden bei gleichzeitig steigender Nachfrage. Jochen Brühl, Vorsitzender des Bundesverbandes der Tafeln, berichtete gegenüber der "Neuen Osnabrücker Zeitung" (Montagsausgabe) von einem "spürbaren Rückgang" der Essens-Spenden. Weiter sagte er: "Handelsunternehmen versuchen, weniger zu verschwenden und ihre Ware kurz vor dem Mindesthaltbarkeitsdatum oder mit kleinen Schönheitsfehlern über Rabattaktionen noch zu verkaufen."

Textgröße ändern:

Prinzipiell habe er dafür zwar Verständnis, sagte Brühl: Es sei gut, die Lebensmittelverschwendung zu reduzieren. Die Tafeln treffe das aber in der herausforderndsten Situation seit ihrer Gründung vor fast 30 Jahren: "Wir verzeichnen seit Jahresbeginn 50 Prozent mehr Kundinnen und Kunden."

Derzeit würden rund zwei Millionen Menschen regelmäßig mit Lebensmitteln unterstützt, sagte Brühl. Jede dritte Tafel habe bereits einen Aufnahmestopp verhängen müssen. "Der Andrang wurde mancherorts zu groß. Wir können ja nur das, was wir gerettet oder gespendet bekommen haben, verteilen", sagte der Tafel-Chef.

Er betonte: "Armut breitet sich aus in der Gesellschaft." Durch die gestiegenen Lebenshaltungskosten infolge der Energiekrise kämen nun auch Menschen zu den Tafeln, die vor der Krise halbwegs finanziell über die Runden gekommen seien.

Die Berliner Tafel berichtete am Montag von einer erfolgreichen Sonderaktion: In insgesamt 22 Berliner Supermarktfilialen seien Kundinnen und Kunden gebeten worden, einen Artikel mehr zu kaufen - und diesen zu spenden. So seien vom 25. November bis 10. Dezember insgesamt 7,5 Tonnen Lebensmittel zusammengekommen, die zum Weihnachtsfest verteilt werden sollen.

Die Aktion trägt den Titel "Laib und Seele". Getragen wird sie von der Berliner Tafel, den Kirchen und dem Sender RBB.

A.Wood--TNT

Empfohlen

Zehntausende Beschäftigte protestieren gegen "Kahlschlag" in der Autoindustrie

Mit Betriebsversammlungen, Kundgebungen und Demonstrationen haben bundesweit zehntausende Beschäftigte der Automobilindustrie gegen einen "Kahlschlag" in ihrer Branche demonstriert. Die IG Metall erklärte am Montag, an dem von ihr ausgerufenen Aktionstag Autoindustrie beteiligten sich rund 175.000 Beschäftigte. IG-Metall-Chefin Christiane Benner erklärte: "Beschäftigte sind nicht länger bereit, für eine Krise zu zahlen, die sie nicht verschuldet haben."

IG Metall: 175.000 Beschäftigte beim Aktionstag Automobilindustrie

Rund 175.000 Beschäftigte in der Automobilindustrie haben nach Angaben der Gewerkschaft IG Metall am Montag an bundesweiten Aktionen gegen Stellenabbau und Werksschließungen demonstriert. Sie beteiligten sich an insgesamt rund 280 Aktionen, wie die Gewerkschaft am Montag mitteilte. IG-Metall-Chefin Christiane Benner erklärte: "Beschäftigte sind nicht länger bereit, für eine Krise zu zahlen, die sie nicht verschuldet haben."

"Trassenrabatt": Nahverkehrsunternehmen fordern Unterstützung

Analog zum Tankrabatt der Bundesregierung fordern Schienenverkehrsunternehmen einen "Trassenrabatt". Mit den 800 Millionen Euro, die der Tankrabatt pro Monat koste, könne die Finanzlücke beim Schienenpersonennahverkehr (SPNV) für zwei Jahre geschlossen werden, rechnete der Bundesverband Schienennahverkehr am Montag vor. "Vom SPNV profitieren dabei aber 2,75 Milliarden Fahrgäste pro Jahr."

IG Metall fordert Unterstützung für kriselnde Autoindustrie - Kritik auch an Konzernen

Die IG Metall hat an ihrem Automobil-Aktionstag neben Forderungen an die Unternehmen auch die Politik in die Pflicht genommen. Die Gewerkschaft kritisierte am Montag "mangelhafte industriepolitische Rahmenbedingungen" für die Autohersteller auf deutscher und europäischer Ebene. IG-Metall-Chefin Christiane Benner forderte bei einem Auftritt am Stammwerk von Volkswagen in Wolfsburg einen besseren Schutz vor unfairem Wettbewerb aus China und eine wirksamere Subventionspolitik der EU.

Textgröße ändern: