The National Times - Hitze kann Wirkung von Medikamenten verändern: Branchenverband mahnt zu Vorsicht

Hitze kann Wirkung von Medikamenten verändern: Branchenverband mahnt zu Vorsicht


Hitze kann Wirkung von Medikamenten verändern: Branchenverband mahnt zu Vorsicht
Hitze kann Wirkung von Medikamenten verändern: Branchenverband mahnt zu Vorsicht / Foto: © AFP

Sommerliche Hitze kann bei bestimmten Medikamenten unerwartete Nebenwirkungen auslösen. Besonders aufmerksam sollten Menschen sein, die Psychopharmaka wie Antidepressiva, Antipsychotika, Lithium oder ADHS-Medikamente einnehmen, wie der Branchenverband Pharma Deutschland in Berlin am Mittwoch mitteilte. Hohe Temperaturen können demzufolge nicht nur den Kreislauf belasten, sondern auch beeinflussen, wie der Körper die Arzneimittel aufnimmt. In Teilen Deutschland ist es derzeit wieder sehr heiß.

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Der Grund liege darin, dass der Körper bei hohen Temperaturen durch Schwitzen vermehrt Flüssigkeit und Elektrolyte verliert, was die Nierenfunktion beeinträchtigen kann. Werden dadurch bestimmte Wirkstoffe in Medikamenten langsamer ausgeschieden, können bestimmte Nebenwirkungen auftreten. Dazu zählen etwa Schwindel, Benommenheit, Herzrasen, Schlafstörungen, Zittrigkeit, Unruhe oder Kreislaufprobleme.

Erschwerend hinzu kommt demnach, dass bestimmte Psychopharmaka selbst die körpereigene Wärmeregulation oder das Schwitzen beeinflussen können. Doch auch bei anderen Arzneimitteln wie Blutdrucksenkern, Schmerzmitteln oder entwässenden Medikamenten (Diuretika) könne bei Hitze besondere Vorsicht erforderlich sein.

Die hitzebedingten Nebenwirkungen könnten Patienten fälschlich als Verschlechterung ihrer psychischen Erkrankung deuten, während womöglich nur die veränderte Medikamentenwirkung durch die Hitze dahintersteckt. Diese Verwechslungsgefahr könne dazu führen, dass Patienten ohne ärztliche Absprache ihre Medikamente absetzten.

Genau davor warnt der Branchenverband. Medikamente sollten "niemals eigenständig abgesetzt oder in ihrer Dosierung verändert werden", erklärte Dorothee Brakmann, Verbands-Hauptgeschäftsführerin. Wer ungewöhnliche Beschwerden wie Schwindel, Verwirrtheit oder Herzrasen bemerke, solle ärztlichen Rat oder die Beratung in der Apotheke suchen, ergänzte Brakmann.

Darüber hinaus sei zu empfehlen, bei Hitze ausreichend zu trinken, direkte Sonne und starke körperliche Belastung zu meiden. Medikamente sollten zudem entsprechend den Lagerungshinweisen aufbewahrt werden.

T.F.Russell--TNT

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