The National Times - Deutschland stockt Beitrag für Klimaanpassungsfonds auf

Deutschland stockt Beitrag für Klimaanpassungsfonds auf


Deutschland stockt Beitrag für Klimaanpassungsfonds auf
Deutschland stockt Beitrag für Klimaanpassungsfonds auf / Foto: © AFP

Deutschland stockt seinen Beitrag für den internationalen Fonds für Anpassung an Folgen des Klimawandels um weitere 60 Millionen Euro auf. Das kündigte Bundesaußenministerin Annalena Baerbock (Grüne) am Donnerstag auf der UN-Klimakonferenz in Scharm el-Scheich an. Sie drängte in ihrer Rede im sogenannten Ministersegment der Konferenz zudem vor allem auf eine deutliche Senkung der Treibhausgasemissionen noch in diesem Jahrzehnt.

Textgröße ändern:

"Ich bin froh, dass ich heute ankündigen kann, dass Deutschland weitere 60 Millionen Euro zum Anpassungsfonds beitragen wird", sagte Baerbock in ihrer Rede. Bereits im vergangenen Jahr hatte Deutschland seinen Beitrag für diesen Fonds, der ärmere Staaten bei der Anpassung an die Folgen des Klimawandels unterstützen soll, um 50 Millionen Euro auf insgesamt 440 Millionen Euro erhöht.

Um weitere und größere Schäden durch die Erderwärmung zu vermeiden, sei aber vor allem auch "mehr Ehrgeiz bei der Senkung der Emissionen" notwendig, betonte Baerbock. "Wir werden das 1,5-Grad-Ziel nur am Leben halten können, wenn wir die Emissionen nicht 2030, -40, -50 oder -60 senken, sondern nur, wenn wir sie jetzt senken", stellte die Außenministerin klar.

Sie hob hervor, ein ehrgeiziges Arbeitsprogramm für rasche Emissionssenkungen und Fragen der Klimafinanzierung seien "zwei Seiten einer Medaille". Wenn es nicht noch vor 2030 gelinge, deutlich weniger Treibhausgase auszustoßen, "dann reden wir nicht mehr über eine 1,5 Grad-Welt", warnte Baerbock. "Wir werden dann auch auf der ganzen Welt nicht mehr genug Geld finden, um all die Kosten für klimabedingte Verluste und Schäden abzudecken".

Daher seien ehrgeizige Emissionsziele so entscheidend. Die Außenministerin verwies auch auf die vielen Menschen, die bereits heute durch Klimafolgen sterben oder aus ihrer Heimat vertrieben werden. Daher dürfe man nicht noch Jahre und Jahrzehnte warten. In den weiteren Verhandlungen auf der Klimakonferenz sollten alle Delegierten an diese Menschen denken, aber auch an die Folgen, "die die Klimakrise bereits in Ihren eigenen Ländern hat". "Lasst uns jetzt liefern", forderte sie die Teilnehmenden auf.

Als ein Mittel zur Senkung der Emissionen warb Baerbock für Klimapartnerschaften, wie sie Deutschland beispielsweise mit Südafrika eingegangen ist sowie mehrere Industriestaaten am Dienstag mit Indonesien. "Wir laden weitere Staaten ein", bot sie an, um durch konkrete Schritte "Visionen in Realität zu verwandeln". Es gehe hier um "den Aufbau einer Zukunft mit erneuerbaren Energien statt des Beharrens auf der Vergangenheit mit Öl, Diesel und Gas".

C.Blake--TNT

Empfohlen

Verbände dringen auf mehr Anstrengungen zur Senkung der Emissionen

Die Umweltverbände Germanwatch und WWF dringen auf zusätzliche Anstrengungen in Deutschland zur Senkung der Treibhausgasemissionen. Die Bundesregierung müsse "ein ehrliches Klimaschutzprogramm vorlegen", das "einen Pfad zur Klimaneutralität 2045 zeichnet", verlangte die Organisation Germanwatch. Die Regierung muss dieses Programm noch im März vorlegen, zuvor will das Umweltbundesamt (UBA) an diesem Samstag die Emissionsdaten für 2025 veröffentlichen.

Grüne fordern von Koalition günstigeres Deutschlandticket und weitere Entlastungen

Vor dem Hintergrund steigender Energiepreise fordern die Grünen zusätzliche Entlastungen für die Bürgerinnen und Bürger bei Deutschlandticket, Stromkosten und dem Einbau klimafreundlicher Heizungen. Bundeskanzler "Friedrich Merz muss heute beim Koalitionsausschuss Lösungen vorlegen, um das Leben wieder bezahlbar zu machen", sagte Fraktionschefin Katharina Dröge am Mittwoch der Nachrichtenagentur AFP. Dafür müsse die Abhängigkeit von teuren fossilen Energieträgern verringert werden.

EU-Atompolitik: Umweltminister Schneider kritisiert "rückwärtsgewandte Strategie"

Nach den Äußerungen von EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen zur Atomkraft hat Bundesumweltminister Carsten Schneider (SPD) der EU eine "rückwärtsgewandte Strategie" vorgeworfen und bekräftigt, dass Deutschland am Ausstieg aus der Kernkraft festhält. Es spreche Bände, dass der Kern dieser Strategie aus neuen Subventionen für Kernkraftwerke bestehe, erklärte Schneider am Dienstag. "Wenn eine Risiko-Technologie nach einem dreiviertel Jahrhundert noch immer am staatlichen Tropf hängt und es längst bessere Alternativen gibt, sollte man daraus Konsequenzen ziehen."

US-Forscher: Meereisfläche in der Antarktis hat sich dieses Jahr etwas erholt

Die Eisschicht auf dem Meer rund um den Südpol hat sich nach vier Jahren extremer Tiefststände etwas erholt: Wie Forscher des Nationalen Schnee- und Eisdatenzentrums der USA (NSIDC) am Montag mitteilten, wurde das jährliche Minimum der von Meereis bedeckten Fläche der Antarktis für 2026 mutmaßlich am 26. Februar erreicht und betrug 2,58 Millionen Quadratkilometer. Seit Beginn der Aufzeichnungen 1979 sei die gemessene Fläche lediglich 15 Mal kleiner gewesen als in diesem Jahr.

Textgröße ändern: