The National Times - Nach Bekanntwerden von Ventil-Leck bei Akw Isar 2 Kritik an Informationspolitik

Nach Bekanntwerden von Ventil-Leck bei Akw Isar 2 Kritik an Informationspolitik


Nach Bekanntwerden von Ventil-Leck bei Akw Isar 2 Kritik an Informationspolitik
Nach Bekanntwerden von Ventil-Leck bei Akw Isar 2 Kritik an Informationspolitik / Foto: © AFP/Archiv

Nach dem Bekanntwerden eines Ventil-Lecks im Atomkraftwerk Isar 2 gibt es Vorwürfe gegen die Informationspolitik des Betreibers Preussen Elektra und der bayerischen Behörden. "Das wirft Fragen auf", schrieb Grünen-Fraktionschefin Britta Haßelmann im Internetdienst Twitter. Umweltverbände nahmen die Nachricht zum Anlass, auf ein Festhalten am Atomausstieg zum Jahresende zu dringen.

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Grünen-Parteichefin Ricarda Lang wies auf Twitter darauf hin, dass die bayerische Landesregierung immer behauptet habe, ein Weiterbetrieb des Akw Isar 2 sei problemlos möglich. Stattdessen komme nun die Information über das Leck. "Die Mär vom sicheren Atomkraftwerk Isar 2 zerbröselt wie ein Butterkeks", erklärte die bayerische Landtagsfraktion der Grünen.

"Das neue Leck beweist: Das Atomkraftwerk Isar 2 ist ein Sicherheitsrisiko und muss sofort abgeschaltet werden", erklärte die Deutsche Umwelthilfe. "Statt den Weiterbetrieb zu diskutieren, sollte das unsichere Atomkraftwerk schleunigst abgeschaltet werden", forderte auch der Umweltverband BUND.

Das Bundesumweltministerium hatte am Montag über den Hinweis des Isar-2-Betreibers Preussen Elektra auf das Ventil-Leck informiert. Dieses bedeutet demnach kein aktuelles Sicherheitsrisiko, allerdings ist dem Betreiber zufolge eine Reparatur erforderlich, wenn das Atomkraftwerk noch über das eigentlich vorgesehene Abschaltdatum zum Jahresende hinaus am Netz bleiben soll. In diesem Fall, müsse die Reparatur auch aus technischen Gründen bereits im Oktober erfolgen, da später die Reaktivität der Anlage zu gering sei, um das Kraftwerk aus dem Stillstand wieder hochfahren zu können.

Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck (Grüne) hatte Anfang September angekündigt, dass die Kraftwerke Isar 2 in Bayern und Neckarwestheim in Baden-Württemberg noch bis Mitte April 2023 bei Engpässen als Notreserve zur Verfügung stehen sollten.

Aufgrund der neuen Sachlage gibt es aber für Isar 2 offensichtlich nur noch die Optionen, das Kraftwerk Ende Dezember endgültig abzuschalten oder bis April weiterlaufen zu lassen, nicht jedoch die Möglichkeit, es nach einer Abschaltung etwa im Januar oder Februar nach Bedarf wieder hochzufahren. Zudem müsste bereits jetzt zeitnah über die Ventil-Reparatur entschieden werden. Neckarwestheim 2 ist von diesen Problemen nicht betroffen.

T.Ward--TNT

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