The National Times - "Feuerland": Papst verurteilt Gleichgültigkeit gegenüber Umweltschäden in Acerra

"Feuerland": Papst verurteilt Gleichgültigkeit gegenüber Umweltschäden in Acerra


"Feuerland": Papst verurteilt Gleichgültigkeit gegenüber Umweltschäden in Acerra
"Feuerland": Papst verurteilt Gleichgültigkeit gegenüber Umweltschäden in Acerra / Foto: © AFP

Papst Leo XIV. hat bei einem Besuch in der unter den Giftmüll-Praktiken der Mafia leidenden Region um Acerra im Süden Italiens die Schäden für die Umwelt verurteilt. Er kritisierte am Samstag eine "tödliche Mischung aus undurchsichtigen Interessen und Gleichgültigkeit gegenüber dem Gemeinwohl an, die die natürliche und soziale Umwelt vergiftet hat".

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Die als "Feuerland" bezeichnete Region im Süden Italiens mit fast drei Millionen Einwohnern liegt zwischen Neapel und Caserta und hat ihren Namen von den zahlreichen illegalen, unter freiem Himmel betriebenen Verbrennungsanlagen für gefährliche Abfälle, die häufig aus dem wohlhabenden Norden des Landes in die Gegend gebracht werden. Teils werden die gefährlichen Abfälle auch vergraben.

Seit Jahrzehnten sind der Boden, das Grundwasser und die Luft durch Schwermetalle, Dioxine und Asbest verseucht. Die Krebsraten in der Region liegen über dem landesweiten Durchschnitt.

Papst Leo sagte bei seinem Besuch, das Land habe einen "hohen Preis" bezahlt. Er dankte den "Pionieren", die "dank ihres mutigen Engagements als Erste die Missstände anprangerten und auf die verschleierte und geleugnete Realität seiner Vergiftung aufmerksam machten". Das Oberhaupt der katholischen Kirche hob dabei die Mitglieder von Umweltverbänden hervor.

"Der Papst ist vielleicht die einzige Person, die das Gewissen all der Menschen ein wenig wecken kann, die diesem Gebiet Schaden zugefügt haben", sagte die Anwohnerin Giuseppina De Francesco der Nachrichtenagentur AFP.

In Italiens "Feuerland" wird seit dem Ende der 1980er Jahre illegal Müll verbrannt oder deponiert. Anstatt hohe Summen für die legale Entsorgung ihrer giftigen Abfälle aufzuwenden, zahlten Unternehmen der örtlichen Mafia einen Bruchteil, um ihren Müll loszuwerden - von zerbrochenen Asbestplatten über Autoreifen bis hin zu Behältern mit Industriekleber. Seit 2013 haben mehrere parlamentarische Untersuchungen ergeben, dass die örtlichen entweder Behörden fahrlässig handelten oder sich in einigen Fällen sogar mitschuldig machten.

I.Paterson--TNT

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