The National Times - Klimawandel und El Niño: Forscher warnen vor extremen Waldbränden

Klimawandel und El Niño: Forscher warnen vor extremen Waldbränden


Klimawandel und El Niño: Forscher warnen vor extremen Waldbränden
Klimawandel und El Niño: Forscher warnen vor extremen Waldbränden / Foto: © ANP/AFP/Archiv

Nach einem Jahresbeginn mit extremen Wetterereignissen haben Forscher vor "besonders heftigen" Waldbränden in den kommenden Monaten gewarnt. Die weltweite Waldbrandsaison habe in diesem Jahr "sehr früh begonnen" und könne so verheerend ausfallen wie noch nie in der jüngeren Geschichte, sagte Theodore Keeping vom Londoner Imperial College am Dienstag. Seine deutsche Kollegin Friederike Otto erklärte, der fortschreitende Klimawandel und seine Folgen seien ein Grund zur Sorge.

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Keeping sagte, die Wahrscheinlichkeit verheerender extremer Brände könnte "die höchste sein, die wir in der jüngeren Geschichte erlebt haben, sollte sich tatsächlich ein starker El Niño entwickeln". Der Wissenschaftler, der Mitglied der internationalen Forschungsgruppe World Weather Attribution (WWA) ist, bezog sich damit auf das natürlich auftretende Wetterphänomen El Niño.

Dabei erwärmt sich die Wasseroberfläche im Pazifik, was zu weltweiten Veränderungen von Wind, Luftdruck und Niederschlägen führt. In der Folge steigt das Risiko für Wetterextreme. Der vergangene El Niño trug dazu bei, dass 2023 und 2024 global die wärmsten Jahre seit Beginn der Wetteraufzeichnungen waren.

In diesem Jahr hat sich El Niño noch nicht gebildet. Laut einigen Meteorologen könnte das bevorstehende Ereignis aber stärker ausfallen als üblich - womöglich sogar vergleichbar mit einem "Super"-El-Niño wie zuletzt vor 30 Jahren.

Otto erklärte, es bestehe ein "ernstzunehmendes Risiko", dass die Kombination aus Klimawandel und El Niño dieses Jahr zu "beispiellosen Wetterextremen" führt. Die Klimawissenschaftlerin vom Imperial College führte aus, dass El Niño "nicht der Grund zum Durchdrehen" sei, denn dabei handele es sich um ein natürliches Phänomen, das "kommt und geht". Vielmehr sei die globale Erwärmung "der Grund durchzudrehen", denn diese werde "immer schlimmer".

Laut dem Weltweiten Informationssystem zu Wald- und Buschbränden (GWIS) haben Brände zwischen Januar und der ersten Maiwoche bereits eine Gesamtfläche von über 163 Millionen Hektar verwüstet. Die gesamte verbrannte Fläche liegt laut Keeping rund 20 Prozent über dem bisherigen Rekord seit Beginn der Erfassung 2012.

Schon jetzt seien in mehreren Ländern Westafrikas und der Sahelzone sowie im Sudan und Südsudan Rekorde gebrochen worden, sagte der Forscher. Die bei Waldbränden in Asien verbrannte Fläche war ihm zufolge bislang fast 40 Prozent größer als beim bisherigen Rekord 2014.

In den USA und Australien sind in diesem Jahr ebenfalls bereits ungewöhnlich große Flächen verbrannt. Auch in unseren Breiten wüteten bereits Waldbrände, etwa Anfang Mai auf einem ehemaligen Truppenübungsplatz nahe dem brandenburgischen Jüterbog sowie Ende April in den Niederlanden.

M.A.Walters--TNT

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