The National Times - Petersberger Klimadialog: Energiekrise ist Signal für Abkehr von fossiler Energie

Petersberger Klimadialog: Energiekrise ist Signal für Abkehr von fossiler Energie


Petersberger Klimadialog: Energiekrise ist Signal für Abkehr von fossiler Energie
Petersberger Klimadialog: Energiekrise ist Signal für Abkehr von fossiler Energie / Foto: © AFP

Die globale Energiekrise prägt die Beratungen des internationalen Petersberger Klimadialogs in Berlin. UN-Generalsekretär António Guterres und weitere der Teilnehmenden aus mehr als 30 Staaten riefen am Dienstag dazu auf, die Lage als Signal für die Abkehr von fossilen Energieträgern und einen Umstieg auf Erneuerbare zu verstehen. Bundesumweltminister Carsten Schneider (SPD) forderte, beim Klimaschutz "einen Schritt zuzulegen".

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Das Festhalten an Öl und Gas bedeute unkalkulierbare Risiken, warnte Schneider mit Blick auf die aktuelle Krise. "Erneuerbare Energien sind Sicherheitsenergien", hob er hingegen hervor. "Sie stärken die Energiesicherheit und die Energiesouveränität. Nachdrücklich forderte er, die Elektrifizierung der Wirtschaft weltweit voranzutreiben.

Der per Video zugeschaltete Guterres forderte in seiner Rede ebenfalls die Abkehr von fossilen Energieträgern, die weltweit "die Wirtschaften als Geiseln halten" würden. Erneuerbare Energien hingegen "bieten nachhaltige Energiesicherheit, was fossile niemals können". Der UN-Generalsekretär rief die Teilnehmenden des Klimadialogs auf, die "richtige Wahl" zu treffen "für Klimasicherheit, Energiesicherheit und eine verlässliche Zukunft".

Der hochrangig besetzte Petersberger Klimadialog dient der Vorbereitung der nächsten UN-Klimakonferenz (COP31) im November im türkischen Antalya, die von der Türkei zusammen mit Australien ausgerichtet wird. "Die Krise zeigt, dass fossile Brennstoffe die Energiesicherheit nicht garantieren können", sagte der türkische Umweltminister und designierte COP-Präsident Murat Kurum. Erneuerbare Energien seien hier "die beste Alternative", sagte auch er - die Türkei investiere daher massiv in deren Ausbau.

Während die Türkei Gastgeber der UN-Klimakonferenz wird, soll Australien, das sich ebenfalls um die Austragung beworben hatte, in Antalya die Verhandlungen leiten. Was es derzeit gebe, sei "eine Krise der fossilen Energien", betonte der per Video zugeschaltete australische Energie- und Klimaschutzminister Chris Bowen. Hingegen könne die Versorgung mit Erneuerbaren auch "durch Krieg oder Sanktionen nicht unterbrochen werden", hob er hervor. Bowen und Kurum lobten ausdrücklich die enge türkisch-australische Zusammenarbeit bei der COP-Vorbereitung.

Weiteres zentrales Thema auf dem Klimadialog war die internationale Klimafinanzierung, die wegen des Rückzugs der USA und Mittelkürzungen weiterer Staaten derzeit massiv gefährdet ist. Deutliche Mahnungen an die Industriestaaten kamen hier von Guterres. Er kritisierte, dass sich "einige Länder von ihren finanziellen Verpflichtungen zurückziehen". Diese Gelder aber seien für viele Menschen im globalen Süden "eine Frage des Überlebens".

Schneider bekannte sich zum deutschen Beitrag für die internationale Klimafinanzierung, ohne sich jedoch auch auf Nachfragen auf eine konkrete Summe festzulegen. Deutschland hat sich bisher zur Zahlung von sechs Milliarden Euro jährlich aus Haushaltsmitteln und eigentlich auch zur Erhöhung des Betrages verpflichtet, jedoch gilt die Umsetzung als ungewiss. Schneider betonte, auch der Anteil privater Mittel müsse erhöht werden.

Der Ausstieg der USA aus dem internationalen Klimaprozess wurde eher am Rande erwähnt. Mehrere Redner, darunter Schneider und Kurum, bekannten sich aber zum multilateralen Verhandlungsprozess im Rahmen der Vereinten Nationen. Kurum kritisierte auch ausdrücklich den Rückzug der USA. Schneider hob hervor, es sei gelungen zu verhindern, dass daraus "ein Domino-Effekt" entstehe.

"Der Umstieg auf saubere Energien ist unumkehrbar", sagte der UN-Klimabeauftragte Simon Stiell. Er drang aber auf eine raschere Senkung der Emissionen. Zudem müsse mehr Geld in die Entwicklungsländer fließen, sagte auch der Leiter der Klimabehörde der Vereinten Nationen (UNFCCC).

Greenpeace und Germanwatch warfen der Bundesregierung anlässlich des Klimadialogs Unglaubwürdigkeit vor. Verwiesen wurde auf ein Festhalten an Öl und Gas bei Gebäudeheizungen sowie die Abkehr vom Aus für neue Pkw mit Verbrennungsmotor.

Am Mittwoch will Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) im Rahmen des High-Level-Segments des Klimadialogs sprechen.

A.M.James--TNT

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