The National Times - Klima-Allianz: Energiewende in aktueller Krise entschlossen vorantreiben

Klima-Allianz: Energiewende in aktueller Krise entschlossen vorantreiben


Klima-Allianz: Energiewende in aktueller Krise entschlossen vorantreiben
Klima-Allianz: Energiewende in aktueller Krise entschlossen vorantreiben / Foto: © AFP/Archiv

Im Vorfeld des Petersberger Klimadialogs in Berlin hat die Klima-Allianz Deutschland dazu aufgerufen, die Energiewende national und international entschlossener voranzutreiben. "Da die Klimakrise und die geopolitische Abhängigkeit von Öl und Gas zu einem Sicherheitsrisiko für Wirtschaft und Gesellschaft geworden sind, schützt eine beschleunigte Energiewende Deutschland nicht nur vor steigenden Kosten, sondern stärkt auch die nationale Widerstandsfähigkeit", erklärte die Organisation am Montag.

Textgröße ändern:

"Nur wenn Deutschland gemeinsam mit seinen Partnerländern den internationalen Klimaschutz stärkt und sich für mehr globale Klimafinanzierung einsetzt, lassen sich die globalen Risiken der Klimakrise wirksam begrenzen", mahnte die Klima-Allianz weiter. Am Petersberger Klimadialog nehmen am Dienstag und Mittwoch hochrangige Vertreterinnen und Vertreter von mehr als 30 Staaten teil. Es geht dabei um Weichenstellungen für die UN-Klimakonferenz im November im türkischen Antalya.

"Die aktuelle fossile Energiekrise macht deutlich, wie riskant die Abhängigkeit von Kohle, Öl und Gas ist", betonte die Klimachefin des WWF Deutschland, Viviane Raddatz. "Doch anstatt die dringend notwendige Abkehr von den fossilen Energien und den Ausbau der erneuerbaren Energien sowie die Elektrifizierung konsequent voranzutreiben, bremst die Bundesregierung mit den aktuellen energiepolitischen Plänen die Energiewende aus", kritisierte Raddatz weiter. Der WWF gehört ebenso wie mehr als 150 weitere Organisationen der Klima-Allianz an.

Zuverlässige finanzielle Unterstützung für den globalen Süden bei Klimaschutz und Anpassung an Klimafolgen forderte Jan Kowalzig von Oxfam. Er warnte vor einem Bruch des deutschen Versprechens, jährlich mindestens sechs Milliarden Euro aus Haushaltsmitteln für internationale Klimafinanzierung bereitzustellen. Auf der UN-Konferenz 2024 in Baku war beschlossen worden, die Mittel dafür international massiv aufzustocken.

Die Geschäftsführende Vorständin der Klima-Allianz, Christiane Averbeck, mahnte mit Blick auf die UN-Konferenz an, die Zivilgesellschaft einzubeziehen. "Damit auf den Weltklimakonferenzen echte Durchbrüche gelingen, braucht es den starken Rückenwind der Menschen", erklärte sie in Berlin. "Die Bundesregierung muss sich mit Blick auf die Vorbereitungen der Konferenz in Antalya dafür stark machen, dass zivilgesellschaftliche Stimmen gehört werden und engagierte Menschen frei, sicher und auf Augenhöhe die internationale Klimapolitik mitgestalten können."

C.Stevenson--TNT

Empfohlen

Nächster IPCC-Bericht: Chef des Weltklimarats drängt zu schneller Einigung bei Termin

Nach den vorerst gescheiterten Verhandlungen über den Zeitplan für den nächsten großen Sachstandsbericht strebt der Weltklimarat (IPCC) eine rasche Einigung an. Einen Konsens zu erzielen, sei "entscheidend", sagte der Chef des Weltklimarats, Jim Skea, am Montag. Das Gremium der Vereinten Nationen ist die maßgebliche Instanz für Klimawissenschaft.

Geld pro eingesparter Tonne CO2: Staatliche Förderung für Industrieinvestitionen

Das Bundeswirtschaftsministerium setzt 2027 das Förderprogramm für die energieintensive Industrie im Rahmen sogenannter CO2-Differenzverträge fort. Für 2026 sei das Interesse der Unternehmen sehr groß gewesen, es seien "substantiell" mehr Fördermittel als die zur Verfügung stehenden fünf Milliarden Euro beantragt worden, erklärte das Bundeswirtschaftsministerium am Montag. Deshalb werde nun bereits das Verfahren für die nächste Vergaberunde im kommenden Jahr gestartet.

UN-Biodiversitätskonferenz in Eriwan zieht Zwischenbilanz bei Artenschutz-Zusagen

In der armenischen Hauptstadt Eriwan beginnt am Montag die 17. UN-Konferenz zur Umsetzung des Übereinkommens über die biologische Vielfalt (CBD). Bei der sogenannten COP17 beraten Vertreter aus fast 200 Staaten zwei Wochen lang über Maßnahmen gegen den rasanten Rückgang der Biodiversität, die auch für den Klimaschutz eine wichtige Rolle spielt. Das Treffen in Eriwan soll für eine erste Bestandsaufnahme des Globalen Biodiversitätsrahmens von Kunming-Montreal genutzt werden.

Heftige Zusammenstöße bei Protesttag in Frankreich - 166 Festnahmen

Begleitet von heftigen Zusammenstößen mit Sicherheitskräften sind in Frankreich am Samstag zehntausende Menschen gegen hohe Lebenshaltungskosten und Missstände im Bildungssystem auf die Straße gegangen. Aus dem Umfeld von Innenminister Laurent Nuñez lagen am Mittag Zahlen vor, wonach an Kundgebungen und Protestaktionen außerhalb von Paris mehr als 32.000 Demonstrierende teilnahmen. In mehreren Städten gab es gewaltsame Auseinandersetzungen; bis zum Mittag wurden 166 Menschen festgenommen.

Textgröße ändern: