The National Times - Geschwächter Buckelwal in Ostsee: Experten gehen von entscheidenden Stunden aus

Geschwächter Buckelwal in Ostsee: Experten gehen von entscheidenden Stunden aus


Geschwächter Buckelwal in Ostsee: Experten gehen von entscheidenden Stunden aus
Geschwächter Buckelwal in Ostsee: Experten gehen von entscheidenden Stunden aus / Foto: © Greenpeace Germany/AFP

Im Kampf um das Leben des in der Wismarer Bucht liegenden Buckelwals gehen Experten von mutmaßlich entscheidenden Stunden aus. Steigende Wasserstände in der Ostsee würden dem Tier am Montagnachmittag nochmals eine bessere Chance geben, sich selbst in Bewegung zu setzen, sagte der wissenschaftliche Chef des Deutschen Meeresmuseums, Burkhard Baschek, am Mittag bei einer Pressekonferenz in Wismar.

Textgröße ändern:

"Es wird ein entscheidender Tag", fügte der federführend an der Rettungsaktion beteilige Experte hinzu. Alle wüssten um den "sehr schlechten Fitnesszustand des Wales", dieser werde von Tag zu Tag schwächer. Baschek verwies auf die deutlich reduzierte Atmung und den schlechten Hautzustand, außerdem habe der Wal Netzreste im Maul.

Sollte sich das Tier trotz steigenden Wasserstands weiterhin nicht fortbewegen oder dazu gar nicht mehr in der Lage sein, müssten weitere Optionen überlegt werden. Noch aber sei es nicht soweit. "Wir glauben nach wie vor, dass es gelingt", gab sich Baschek zuversichtlich.

Nach Angaben von Mecklenburg-Vorpommerns Umweltminister Till Backhaus (SPD) geht es dem Wal "schlecht". Er habe seine Aktivitäten und seine Atemfrequenz deutlich verringert und sich zuletzt nur minimal bewegt. Alle Beteiligten täten weiterhin jedoch "alles, aber auch alles, um dem Wal zu helfen", betonte der Minister. Er bat die Bevölkerung, Ruhe zu bewahren. Er hoffe nach wie vor auf einen glücklichen Ausgang.

Das Schicksal des Buckelwals hält Menschen bereits seit einiger Zeit in Atem. Der Buckelwal irrt seit etwa Anfang März durch die Ostsee, am vergangenen Montag strandete er zunächst vor Timmendorfer Strand vor der schleswig-holsteinischen Küste auf einer Sandbank. Dort konnte er sich nach mehreren Tagen und einer aufwändigen Rettungsaktion mit Baggern befreien, strandete aber Samstag erneut in der Wismarer Bucht.

R.Campbell--TNT

Empfohlen

Sturzflut im Himalaya: UN-Klimafonds stellt Nepal Hilfsgelder in Millionenhöhe bereit

Nach der verheerenden Sturzflut im Himalaya im August stellt der UN-Klimafonds Nepal Hilfsgelder in Höhe von 20 Millionen Dollar (knapp 18 Millionen Euro) bereit. Die am Donnerstag bei der ersten außerordentlichen Sitzung des UN-Klimafonds seit seiner Einrichtung im Jahr 2022 getroffene Entscheidung bedeutet jedoch nicht, dass Nepal die Mittel unmittelbar erhält. Die Hilfsgelder entsprechen weniger als 0,5 Prozent der von der nepalesischen Regierung auf 4,78 Milliarden Dollar veranschlagten Wiederaufbaukosten.

IUCN: Wegen Klimawandels fast alle Korallenriffe der Welt vom Absterben bedroht

Wegen des fortschreitenden Klimawandels sind laut einer Prognose der Weltnaturschutzunion (IUCN) innerhalb der kommenden 50 Jahre fast alle Korallenriffe der Welt vom Absterben bedroht. Es bestehe für 96 Prozent der Korallenriffe in den Weltmeeren "ein extrem erhöhtes Risiko", dass sie bis 2075 absterben, hieß es in einer am Donnerstag veröffentlichten IUCN-Analyse. Es war die erste weltweite Untersuchung dieser Art.

Artenschutz: Unesco startet Großprojekt zum Sammeln von Umwelt-DNA

Um die Wanderung von Tieren und Pflanzen im Meer besser zu verstehen, will die Unesco in 30 Schutzgebieten weltweit Proben von sogenannter Umwelt-DNA entnehmen. Ziel des Projektes sei es, bis 2028 rund 3000 Meerwasserproben zu sammeln und auszuwerten, teilte die UN-Wissenschaftsorganisation am Donnerstag mit. Sie setzt dabei vor allem auf das Engagement von Menschen und Gruppen vor Ort, die bei den Entnahmen helfen sollen.

Beispielloser El Niño: Eindringlicher UN-Appell für gemeinsame Schutzvorkehrungen

Wegen einer beispiellosen Intensität des gegenwärtigen Klimaphänomens El Niño haben die Vereinten Nationen eindringlich zu gemeinsamen Schutzvorkehrungen für die am stärksten betroffenen Menschen aufgerufen. "Heute richten wir einen gemeinsamen Appell an die internationale Gemeinschaft, dringend und koordiniert vorausschauend zu handeln", erklärte die Generalsekretärin der Weltmeteorologie-Organisation (WMO), Celeste Saulo, am Mittwoch in Genf. Die Stärke des gegenwärtigen El Niño wird demnach voraussichtlich die bisherigen Messskalen überschreiten.

Textgröße ändern: