The National Times - Deutschlands Gletscher schmelzen in Rekordtempo - Verschwinden absehbar

Deutschlands Gletscher schmelzen in Rekordtempo - Verschwinden absehbar


Deutschlands Gletscher schmelzen in Rekordtempo - Verschwinden absehbar
Deutschlands Gletscher schmelzen in Rekordtempo - Verschwinden absehbar / Foto: © AFP/Archiv

Deutschlands Gletscher schmelzen im Rekordtempo. Seit dem Jahr 2023 büßten die Eisflächen in den bayerischen Alpen mehr als ein Viertel ihrer Fläche ein, wie die Hochschule München und die Bayerische Akademie der Wissenschaften am Donnerstag unter Verweis auf neue Messungen vom Herbst mitteilten. Insgesamt verloren die Gletscher in nur zwei Jahren rund eine Million Kubikmeter Eis.

Textgröße ändern:

Gletscher gibt es in Deutschland nur in Bayern, und zwar derzeit noch vier davon - Nördlicher Schneeferner, Höllentalferner, Blaueis und Watzmann. Zwischen 2023 und 2025 schmolz deren Eisdicke demnach jährlich im Schnitt um 1,60 Meter - das war doppelt so viel wie in der Periode von 2018 bis 2023, in der die Gletscher durchschnittlich 0,80 Meter dünner wurden.

Hauptursache des beschleunigten Gletscherschwunds ist der Klimawandel. Die vergangenen beiden Jahre waren nicht nur global die wärmsten seit Aufzeichnungsbeginn, sondern auch in den deutschen Alpen. An der Zugspitze lag das Temperaturmittel beider Jahre demnach mehr als zwei Grad Celsius über dem Durchschnitt der 125-jährigen Messreihe.

"Die Geschwindigkeit des Gletscherschwunds hat sich in den letzten Jahren verdoppelt – die Gletscher in Berchtesgaden sind nur noch ein kleiner Rest", erklärte der Glaziologe Christoph Mayer von der Bayerischen Akademie der Wissenschaften. Der nördliche Schneeferner im Zugspitzgebiet gehe "auch zügig seinem Ende zu, da er durch seine südliche Ausrichtung deutlich mehr Höhe verliert als der Höllentalferner in seiner schattigen Tallage".

Die Gletscher in Berchtesgaden, Blaueis und Watzmann, verloren zuletzt sogar 40 Prozent ihrer Fläche, was der Studie zufolge auf einen Zerfall der letzten Eisreste hinweist. Der ebenfalls im Zugspitzgebiet liegende Höllentalferner zeigt sich noch deutlich stabiler. Er verlor in dem Zeitraum nur neun Prozent seiner Fläche. Der Nördliche Schneeferner büßte mit einem Verlust der Eisdicke von 4,85 Meter beinahe doppelt so viel ein wie die übrigen Gletscher.

Nach früheren Angaben von Wilfried Hagg von der Hochschule München sind die bayerischen Gletscher nicht mehr zu retten. Die Experten gehen demnach davon aus, dass die Gletscher in den 2030er Jahren verschwunden sein werden.

R.Campbell--TNT

Empfohlen

Waldbrände in Frankreich und Spanien zwingen Zehntausende zur Flucht

Die Waldbrände in Frankreich und Spanien haben am Freitag immer größere Gebiete erfasst und Zehntausende Menschen zur Flucht gezwungen. Nach Angaben von Innenminister Laurent Nuñez wurden im Südwesten Frankreichs seit Mittwoch rund 110.000 Menschen evakuiert, insbesondere in der Region um Bordeaux spitzte sich die Lage dramatisch zu. In Spanien wurden laut Innenministerium alleine im Raum Madrid 63.000 Menschen zur Evakuierung oder zum Verbleib in Gebäuden aufgefordert. Den Behörden zufolge war das Feuer dort "nicht zu löschen".

In Ostsee herumschwimmender Buckelwal nun in Flensburger gesichtet

Ein Buckelwal schwimmt weiterhin vor der deutschen Ostseeküste herum. Nach der Sichtung eines Wales vor einigen Tagen in der Kieler Börde tauchte nun vermutlich dasselbe Tier am Freitagmorgen in der Flensburger Börde auf, wie das Umweltministerium von Schleswig-Holstein in Kiel mitteilte. Der Buckelwal schwamm demnach "zunächst in Richtung Innenstadt, kehrte dann aber um".

Geldmangel in Tierheimen: Tierschutzbund kritisiert Bundesregierung

Angesichts des Geldmangels in vielen Tierheimen hat der Deutsche Tierschutzbund eine fehlende Unterstützung der Bundesregierung angeprangert. "Die Politik muss endlich dafür sorgen, dass Tierheime ihre Aufgaben zuverlässig erfüllen können", sagte Verbandspräsident Thomas Schröder der "Rheinischen Post" (Donnerstagsausgabe). "Immer mehr Tiere brauchen Hilfe, gleichzeitig sind die Kosten für Personal, Energie und tierärztliche Versorgung immens gestiegen."

EU-Lebensmittelaufsicht senkt Grenzwert für Ewigkeitschemikalie TFA deutlich ab

Die EU-Lebensmittelbehörde Efsa hat den Grenzwert für die tägliche Aufnahme der Ewigkeitschemikalie TFA (Trifluoressigsäure) deutlich abgesenkt. Neue Studien hätten ergeben, dass TFA ein für den Stoffwechsel wichtiges Hormon beeinflusst, erklärte die Behörde mit Sitz in Mailand am Mittwoch. TFA gelangt vor allem über den Pestizideinsatz in Grundwasser, Böden und Ackerpflanzen und auf diesem Weg in den menschlichen Körper.

Textgröße ändern: