The National Times - Protest gegen Atomgeschäfte mit Russland: Greenpeace blockiert Frachter in Frankreich

Protest gegen Atomgeschäfte mit Russland: Greenpeace blockiert Frachter in Frankreich


Protest gegen Atomgeschäfte mit Russland: Greenpeace blockiert Frachter in Frankreich
Protest gegen Atomgeschäfte mit Russland: Greenpeace blockiert Frachter in Frankreich / Foto: © GREENPEACE/AFP

Bei einer Protestaktion gegen französische Atomgeschäfte mit Russland sind vier Aktivisten der Umweltorganisation Greenpeace in Frankreich in Polizeigewahrsam genommen worden. Wie die Staatsanwaltschaft Dünkirchen am Montag der Nachrichtenagentur AFP mitteilte, handelt es sich bei den Aktivisten um drei Frauen und einen Mann aus Deutschland, Österreich und den Niederlanden. Die Behörden leiteten demnach ein Ermittlungsverfahren ein.

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Etwa 20 Greenpeace-Aktivisten hatten in der Nacht zu Montag den Frachter "Mikhail Dudin" in einer Schleuse am Hafen von Dünkirchen blockiert, um gegen die anhaltenden Geschäftsbeziehungen zwischen dem französischen Energieunternehmen EDF und dem russischen Unternehmen Rosatom zu protestieren. Die Blockade des Frachters war nach Angaben der Polizei am Vormittag beendet worden. Die Aktivisten hätten sich unerlaubt in eine Sperrzone begeben, hieß es.

Nach Angaben der Staatsanwaltschaft leiteten die Behörden ein Ermittlungsverfahren wegen "Behinderung der Arbeitsfreiheit" ein, die mit einer einjährigen Freiheitsstrafe und einer Geldstrafe von 15.000 Euro geahndet werden kann.

Nach Angaben von Greenpeace hat der Frachter seit Beginn des Ukraine-Kriegs häufig angereichertes oder natürliches Uran aus Russland nach Frankreich gebracht. "Uran: EDF liebt Putin", stand auf einem Banner, das an der Schleuse angebracht war.

Mehrere Aktivisten hatten sich am Eingang zur Schleuse festgekettet, andere waren mit Kajaks auf dem Wasser. "Stoppt toxische Verträge" und "Solidarität mit Ukrainern" stand auf Transparenten. "Der Handel, der indirekt Putins Krieg mitfinanziert, muss aufhören", betonte Pauline Boyer von Greenpeace Frankreich. Sie prangerte die "fehlende Transparenz" bei der Zusammenarbeit mit Rosatom an, die von den internationalen Sanktionen ausgenommen ist.

Die von AFP auf Global Fishing Watch eingesehenen Navigationsdaten des Frachters zeigen, dass er seit dem Beginn des Ukraine-Kriegs mehr als 20 Hin- und Rückfahrten zwischen Dünkirchen und russischen Häfen unternommen hat. Das Frachtschiff "Mikhail Dudin" fährt unter der Flagge von Panama und gehört einem in Hongkong registrierten Unternehmen.

Im Jahr 2025 hat Frankreich nach Angaben der Zollbehörden mindestens 112 Tonnen angereichertes Uran aus Russland importiert. Dies entspricht etwa einem Viertel des gesamten Imports.

Greenpeace wirft Frankreich vor, die russische Wirtschaft "und damit auch ihre Kriegsmaschinerie" zu unterstützen. Nach Angaben der Organisation wird etwa im sibirischen Sewersk Uran aus benutzten Brennelementen erneut angereichert. Bei wiederangereichertem Uran sei Frankreich "zu 100 Prozent von Russland abhängig", heißt es in einem kürzlich veröffentlichten Greenpeace-Bericht.

Zudem importiere Frankreich natürliches Uran aus den ehemaligen Sowjetrepubliken Kasachstan und Usbekistan. Im vergangenen Jahr stammte etwa die Hälfte der französischen Uran-Importe aus diesen beiden Ländern. Ein Großteil davon wird nach Angaben von Greenpeace mit Hilfe des russischen Atomkonzerns Rosatom über russisches Staatsgebiet transportiert.

Frankreich braucht Uran für seine 57 Atomreaktoren. Diese liefern etwa 70 Prozent des Stroms in Frankreich. Die französische Regierung plant den Bau von insgesamt 14 neuen Atomreaktoren.

T.Bailey--TNT

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