The National Times - Autoindustrie fordert erneut Abkehr vom Verbrenner-Aus

Autoindustrie fordert erneut Abkehr vom Verbrenner-Aus


Autoindustrie fordert erneut Abkehr vom Verbrenner-Aus
Autoindustrie fordert erneut Abkehr vom Verbrenner-Aus / Foto: © AFP

Die deutsche Autoindustrie hat erneut eine Abkehr vom Verbrenner-Aus in der Europäischen Union gefordert. Die Autobauer verlangen unter anderem, nach dem Stichtag 2035 weiter neue Plug-in-Hybride zuzulassen, wie aus einem Zehn-Punkte-Plan des Verbands der Automobilindustrie (VDA) vom Freitag hervorgeht. Das EU-Ziel für ein Ende der Neuzulassungen für Verbrenner-Pkw sei "so nicht zu erfüllen", heißt es darin.

Textgröße ändern:

Der VDA setzt sich für eine Reihe weiterer Änderungen ein, um die europäischen Klimaziele für die Autoindustrie abzuschwächen. Die Autobauer verlangen etwa, jede geplante Verschärfung der Grenzwerte für den Kohlendioxid-Ausstoß von Neuwagen schrittweise einzuführen und damit teilweise zu verschieben.

Außerdem wollen sie erreichen, dass Bio-Benzin und synthetische Kraftstoffe - sogenannte E-Fuels - unter bestimmten Bedingungen als emissionsfrei eingestuft werden. Auf diese Weise könnten nach 2035 noch Verbrenner-Pkw neu auf den Markt kommen, die nach Vorstellung des VDA dann als klimaneutral gelten sollen. Die Produktion von E-Fuels ist bislang allerdings teuer und verbraucht viel Strom.

Die Autoindustrie begründet ihre Forderungen mit einem schleppenden Ausbau der Ladeinfrastruktur und mangelnder Begeisterung in der Bevölkerung für Elektroautos. Politiker in Brüssel und Berlin hätten "ihre Aufgabe sträflich vernachlässigt – nämlich die Rahmenbedingungen (...) zu schaffen, damit die ambitionierten Ziele auch tatsächlich erreichbar sind", erklärte VDA-Präsidentin Hildegard Müller.

Der Grünen-Europaabgeordnete Michael Bloss sprach von "fragwürdigen Tricks", um weiter Verbrenner-Autos verkaufen zu können. "Obwohl die meisten fossilen Hybridfahrzeuge ihren Elektroantrieb kaum nutzen, sollen diese per Definition als klimaneutral deklariert werden", kritisierte Bloss. Bio-Kraftstoffe und E-Fuels bezeichnete er als "Scheinlösung, die vor allem für Verbraucherinnen und Verbraucher teuer wird".

Die Autobauer liegen mit ihrem Zehn-Punkte-Plan größtenteils auf einer Linie mit der Europäischen Volkspartei (EVP) um CDU und CSU. Die europäische Parteienfamilie hatte im Dezember vergangenen Jahres bereits ein Strategiepapier vorgelegt, in dem sie eine Abkehr vom Verbrenner-Aus forderte.

In der Bundesregierung dürfte das für Streit sorgen, spätestens wenn die EU-Kommission zum Jahresende eine Überprüfung der Klimavorgaben für die Autoindustrie einleitet. Denn im Gegensatz zur Union will die SPD das Verbrenner-Aus beibehalten.

O.Nicholson--TNT

Empfohlen

Waldbrände in Frankreich und Spanien zwingen Zehntausende zur Flucht

Die Waldbrände in Frankreich und Spanien haben am Freitag immer größere Gebiete erfasst und Zehntausende Menschen zur Flucht gezwungen. Nach Angaben von Innenminister Laurent Nuñez wurden im Südwesten Frankreichs seit Mittwoch rund 110.000 Menschen evakuiert, insbesondere in der Region um Bordeaux spitzte sich die Lage dramatisch zu. In Spanien wurden laut Innenministerium alleine im Raum Madrid 63.000 Menschen zur Evakuierung oder zum Verbleib in Gebäuden aufgefordert. Den Behörden zufolge war das Feuer dort "nicht zu löschen".

In Ostsee herumschwimmender Buckelwal nun in Flensburger gesichtet

Ein Buckelwal schwimmt weiterhin vor der deutschen Ostseeküste herum. Nach der Sichtung eines Wales vor einigen Tagen in der Kieler Börde tauchte nun vermutlich dasselbe Tier am Freitagmorgen in der Flensburger Börde auf, wie das Umweltministerium von Schleswig-Holstein in Kiel mitteilte. Der Buckelwal schwamm demnach "zunächst in Richtung Innenstadt, kehrte dann aber um".

Geldmangel in Tierheimen: Tierschutzbund kritisiert Bundesregierung

Angesichts des Geldmangels in vielen Tierheimen hat der Deutsche Tierschutzbund eine fehlende Unterstützung der Bundesregierung angeprangert. "Die Politik muss endlich dafür sorgen, dass Tierheime ihre Aufgaben zuverlässig erfüllen können", sagte Verbandspräsident Thomas Schröder der "Rheinischen Post" (Donnerstagsausgabe). "Immer mehr Tiere brauchen Hilfe, gleichzeitig sind die Kosten für Personal, Energie und tierärztliche Versorgung immens gestiegen."

EU-Lebensmittelaufsicht senkt Grenzwert für Ewigkeitschemikalie TFA deutlich ab

Die EU-Lebensmittelbehörde Efsa hat den Grenzwert für die tägliche Aufnahme der Ewigkeitschemikalie TFA (Trifluoressigsäure) deutlich abgesenkt. Neue Studien hätten ergeben, dass TFA ein für den Stoffwechsel wichtiges Hormon beeinflusst, erklärte die Behörde mit Sitz in Mailand am Mittwoch. TFA gelangt vor allem über den Pestizideinsatz in Grundwasser, Böden und Ackerpflanzen und auf diesem Weg in den menschlichen Körper.

Textgröße ändern: