The National Times - Nach Gletscherabbruch in der Schweiz droht Überflutung

Nach Gletscherabbruch in der Schweiz droht Überflutung


Nach Gletscherabbruch in der Schweiz droht Überflutung
Nach Gletscherabbruch in der Schweiz droht Überflutung / Foto: © AFP

Nach einem Gletscherabbruch im Süden der Schweiz besteht nach Behördenangaben Überflutungsgefahr: Eis, Geröll und Erdmassen des Bergsturzes stauten einen Fluss im Kanton Wallis zu einem künstlichen See auf, sagte Zivilschutzsprecher Antoine Jacquod am Donnerstag der Schweizer Nachrichtenagentur Keystone-SDA. Dadurch bestehe ein "großes Risiko der Überflutung des flussabwärts liegenden Tals". Zwei Ortschaften seien sicherheitshalber evakuiert worden.

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Ein großer Teil des Birchgletschers im Kanton Wallis war am Mittwoch gegen 15.30 Uhr abgebrochen. Nach Angaben der örtlichen Behörden überrollte daraufhin eine riesige Lawine einen Teil des Dorfes Blatten und zerstörte zahlreiche Häuser. Ein 64-jähriger Mann wurde am Donnerstag noch vermisst.

Wegen der nach wie vor gefährlichen Lage sind Räumarbeiten im Bergsturzgebiet des Lötschentals nicht möglich: "Wann wir konkret eingreifen können, ist derzeit noch unklar", sagte Jacquod.

Nach Behördenangaben wurde ein Stausee vorsorglich geleert, um im Fall einer Überflutung Platz für das Wasser zu schaffen. Die Schweizer Armee halte sich bereit und stelle Hilfsmaterialien zur Verfügung.

Rund drei Millionen Kubikmeter Gesteinsmaterial stürzten bei dem Gletscherabbruch ins Tal, schätzte der Naturgefahrenchef des Kantons, Raphaël Mayoraz. Die Geröllmassen, die den Fluss im Lötschental nun aufstauten, seien "wie ein Berg". Der so entstandene künstliche See werde stündlich größer.

Der Bergsturz war seit mehreren Tagen erwartet worden. Seit der Nacht zum Mittwoch wurde eine deutliche Zunahme der Aktivität am Gletscher beobachtet, die sich im Laufe des Tages noch verstärkte. Das von dem Gletscherabbruch getroffene Dorf Blatten mit etwa 300 Einwohnern wurde bereits in der vergangenen Woche evakuiert.

C.Bell--TNT

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