The National Times - Umweltverbände fordern wirksameres EU-Gesetz gegen Waldzerstörung

Umweltverbände fordern wirksameres EU-Gesetz gegen Waldzerstörung


Umweltverbände fordern wirksameres EU-Gesetz gegen Waldzerstörung
Umweltverbände fordern wirksameres EU-Gesetz gegen Waldzerstörung

Ein Bündnis aus mehreren Naturschutz- und Umweltorganisationen hat die Bundesregierung dazu aufgefordert, sich für ein wirksameres EU-Gesetz gegen Waldzerstörung einzusetzen. Alle 90 Sekunden verschwinde alleine für EU-Importe wie Soja, Palmöl oder Kautschuk eine Waldfläche in der Größe eines Fußballfeldes, teilte die Organisation WWF am Mittwoch mit.

Textgröße ändern:

Das Bündnis machte am Mittwoch mit einer Installation im Berliner Hans-Zoschke-Stadion auf seine Forderungen aufmerksam. Auf einem Transparent forderten die Organisationen einen Stopp der Waldvernichtung für den EU-Konsum.

Im November hatte die EU-Kommission einen Gesetzentwurf veröffentlicht, der die Einfuhr und den Handel mit Rohstoffen und Produkten nur dann zulässt, wenn für sie kein Wald zerstört wurde. Dieser Entwurf habe allerdings Mängel, kritisierte das Bündnis "Together4Forests". Beispielsweise wolle die Kommission erst zwei Jahre nach Inkrafttreten des Gesetzes prüfen, ob Ökosysteme mit geringer oder keiner Bewaldung – wie Savannen, Grasland oder Feuchtgebiete – auch durch das Gesetz geschützt werden sollen.

"Statt eines Fußballfeldes an Wald könnte dann alle 90 Sekunden ein Fußballfeld an Savanne, Grasland oder Moor zerstört werden", erklärte Susanne Winter vom WWF. Für den Kampf gegen die Klimakrise sei das fatal. Sie forderte Bundeslandwirtschaftsminister Cem Özdemir (Grüne) auf, gegenzusteuern.

Die Deutsche Umwelthilfe (DUH) warnte davor, den Gesetzentwurf unter dem Beschuss von Wirtschaftsverbänden zu einem "stumpfen Schwert" werden zu lassen. "Vereinfachte Sorgfaltspflichten oder Freifahrtscheine für bestimmte Regionen, die Schlupflöcher öffnen, darf es nicht geben", mahnte Peer Cyriacks von der DUH.

Weiterhin bemängelten die Umweltschützer, dass viele Rohstoffe im Lieferkettengesetz fehlten und ergänzt werden müssten. Der Anbau von Mais oder Zuckerrohr führe ebenfalls zu Entwaldung. Die EU solle nicht nur auf die Einhaltung bestehender Gesetze in den Abbauländern verweisen, sondern von Unternehmen die Einhaltung menschenrechtlicher Standards einfordern.

F.Adams--TNT

Empfohlen

Waldbrände in Frankreich und Spanien zwingen Zehntausende zur Flucht

Die Waldbrände in Frankreich und Spanien haben am Freitag immer größere Gebiete erfasst und Zehntausende Menschen zur Flucht gezwungen. Nach Angaben von Innenminister Laurent Nuñez wurden im Südwesten Frankreichs seit Mittwoch rund 110.000 Menschen evakuiert, insbesondere in der Region um Bordeaux spitzte sich die Lage dramatisch zu. In Spanien wurden laut Innenministerium alleine im Raum Madrid 63.000 Menschen zur Evakuierung oder zum Verbleib in Gebäuden aufgefordert. Den Behörden zufolge war das Feuer dort "nicht zu löschen".

In Ostsee herumschwimmender Buckelwal nun in Flensburger gesichtet

Ein Buckelwal schwimmt weiterhin vor der deutschen Ostseeküste herum. Nach der Sichtung eines Wales vor einigen Tagen in der Kieler Börde tauchte nun vermutlich dasselbe Tier am Freitagmorgen in der Flensburger Börde auf, wie das Umweltministerium von Schleswig-Holstein in Kiel mitteilte. Der Buckelwal schwamm demnach "zunächst in Richtung Innenstadt, kehrte dann aber um".

Geldmangel in Tierheimen: Tierschutzbund kritisiert Bundesregierung

Angesichts des Geldmangels in vielen Tierheimen hat der Deutsche Tierschutzbund eine fehlende Unterstützung der Bundesregierung angeprangert. "Die Politik muss endlich dafür sorgen, dass Tierheime ihre Aufgaben zuverlässig erfüllen können", sagte Verbandspräsident Thomas Schröder der "Rheinischen Post" (Donnerstagsausgabe). "Immer mehr Tiere brauchen Hilfe, gleichzeitig sind die Kosten für Personal, Energie und tierärztliche Versorgung immens gestiegen."

EU-Lebensmittelaufsicht senkt Grenzwert für Ewigkeitschemikalie TFA deutlich ab

Die EU-Lebensmittelbehörde Efsa hat den Grenzwert für die tägliche Aufnahme der Ewigkeitschemikalie TFA (Trifluoressigsäure) deutlich abgesenkt. Neue Studien hätten ergeben, dass TFA ein für den Stoffwechsel wichtiges Hormon beeinflusst, erklärte die Behörde mit Sitz in Mailand am Mittwoch. TFA gelangt vor allem über den Pestizideinsatz in Grundwasser, Böden und Ackerpflanzen und auf diesem Weg in den menschlichen Körper.

Textgröße ändern: