The National Times - EU-Kommission unterstützt Lithium-Produktion in Deutschland

EU-Kommission unterstützt Lithium-Produktion in Deutschland


EU-Kommission unterstützt Lithium-Produktion in Deutschland
EU-Kommission unterstützt Lithium-Produktion in Deutschland / Foto: © AFP

Die EU-Kommission hat zwei Pilotprojekten für die Produktion von Lithium in Deutschland Unterstützung zugesagt. Die Lithium-Förderung der Firma Vulcan Energy Resources in der Pfalz und ein Verarbeitungsstandort des Unternehmens Rock Tech Guben in Brandenburg stehen auf einer am Dienstag veröffentlichten Liste von Projekten, die mit EU-Geldern bedacht werden sollen. Die Liste umfasst 47 Projekte aus 13 EU-Ländern zur Verbesserung der Versorgung mit strategisch wichtigen Rohstoffen.

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Lithium gilt als bedeutend, weil das Metall für die Herstellung von Batterien gebraucht wird, die in Elektroautos, Handys und anderen elektronischen Geräten stecken. Die EU will eine eigene Produktion aufbauen, um bei der Versorgung unabhängiger von Drittstaaten zu werden. Derzeit stammt ein großer Teil der Lithium-Einfuhren in die EU aus China.

"Europa baut Lithium ab, aber dieses Lithium wird dann zur Raffinierung nach China geschickt", sagte EU-Industriekommissar Stéphane Séjourné am Dienstag in Brüssel. "Wir sind also zu 100 Prozent von China abhängig - für einen Rohstoff, den wir auf europäischem Boden haben."

Vulcan Energy Resources will per Geothermie Lithium-haltiges Wasser im Oberrheingraben fördern und das Metall dann mit chemischen Prozessen aus dem Wasser herauslösen. Anschließend muss der gewonnene Rohstoff zu Lithiumhydroxid umgewandelt werden, das in Batterien verwendet werden kann. Auf diesen Umwandlungsprozess ist auch der Standort von Rock Tech Guben in Brandenburg ausgelegt, das Lithium dafür soll importiert werden.

Ein weiterer Rohstoff in der Batterieherstellung ist Graphit, das auch in herkömmlichen Bleistiften steckt. Auf der Liste der EU-Kommission steht deshalb auch das Unternehmen NGC Battery Materials, das dem kanadischen Konzern Northern Graphite gehört und in Deutschland, Frankreich und Namibia an der Graphit-Produktion forscht. Das gilt auch für das Unternehmen PCC Thorion aus Duisburg, das Alternativen zu Graphit für Batterien entwickelt.

Die Projekte auf der Liste der EU-Kommission sollen unter anderem von einem vereinfachten Genehmigungsverfahren profitieren. Dies soll für Minen maximal zwei Jahre und drei Monate dauern, für Verarbeitungsstandorte und Recycling-Fabriken maximal ein Jahr und drei Monate. Derzeit liegt die Genehmigungsdauer nach Angaben von EU-Kommissar Séjourné bei durchschnittlich zehn Jahren. Die ausgewählten Unternehmen können außerdem Gelder aus EU-Fördertöpfen beantragen.

Neben Lithium und Graphit geht es auch um Kobalt, Mangan und Nickel, die ebenfalls für die Batterieproduktion benötigt werden. "Um unsere Autoindustrie zu sichern, haben wir beschlossen, diese fünf kritischen Rohstoffen vorrangig zu behandeln", sagte Industriekommissar Séjourné.

Die meisten Projekte auf der Liste der Kommission haben ihren Standort in Frankreich, Spanien oder Finnland. Insgesamt führt die EU eine Liste von 27 strategisch wichtigen Rohstoffen. Neben den Materialien für die Batterieproduktion sind darunter etwa Kupfer, Gallium und seltene Erden.

Erklärtes Ziel der EU ist es, bis 2030 mindestens zehn Prozent der Rohstoffe auf EU-Gebiet abzubauen und die benötigten Materialien zu mindestens 40 Prozent selbst zu verarbeiten. Mindestens ein Viertel der Rohstoffe soll in der EU recycelt werden. Künftig soll ein einzelnes Drittland außerdem nicht mehr als 65 Prozent eines solchen wichtigen Rohstoffs liefern.

Die Pläne der EU-Kommission sehen auch eine Förderung von Rohstoff-Projekten außerhalb der EU vor, die in der ersten Runde allerdings noch nicht berücksichtigt wurden. In Brüssel sind nach Kommissionsangaben aber bereits 46 Bewerbungen aus Drittstaaten eingegangen.

P.Murphy--TNT

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