The National Times - Union kritisiert nach KfW-Förderstopp mangelnde Planungssicherheit beim Bauen

Union kritisiert nach KfW-Förderstopp mangelnde Planungssicherheit beim Bauen


Union kritisiert nach KfW-Förderstopp mangelnde Planungssicherheit beim Bauen

Der sofortige Stopp der KfW-Förderprogramme für energieeffizientes Bauen hat viele Verbraucher und Bauherren kalt erwischt - die Union kritisierte daher nun die mangelnde Planungssicherheit für die Betroffenen. "Mit der Entscheidung steht der langgehegte Traum vom Eigenheim für viele Familien vor dem Aus", erklärte Unionsfraktionsvize Dorothee Bär (CSU) am Dienstag. Der Staatssekretär im Wirtschaftsministerium, Michael Kellner, verteidigte den kurzfristigen Förderstopp indes.

Textgröße ändern:

Die Bundesregierung hatte am Montag überraschend mitgeteilt, dass die derzeitige Förderung der staatlichen KfW für energieeffiziente Gebäude mit sofortiger Wirkung gestoppt werde. Grund sei das im November 2021 noch von der Vorgängerregierung für Ende Januar angekündigte Ende der Neubauförderung nach dem KfW-Effizienzstandard EH55.

Die Ankündigung habe zu einem regelrechten Ansturm auf die Förderung geführt, erklärte das Bundeswirtschaftsministerium von Robert Habeck (Grüne). Die im Rahmen der noch vorläufigen Haushaltsführung für die Förderprogramme zur Verfügung stehenden Mittel seien bereits jetzt ausgeschöpft.

Auch das Förderprogramm für den höheren Standard EH40 und energetische Sanierungen sind von dem Stopp betroffen. Antragsteller, die bisher noch keine Rückmeldung erhalten haben, können nur hoffen: Die derzeit zur Verfügung stehenden Haushaltsmittel reichten für die noch nicht beschiedenen Anträge nicht aus, erklärte das Wirtschaftsministerium.

Um Härtefälle abzufangen, prüft das Wirtschaftsministerium gemeinsam mit der KfW ein Darlehensprogramm, das zinsverbilligte Kredite für Antragssteller bereitstellen soll, deren Anträge abgelehnt wurden. So soll eine Liquiditätslücke bei baureifen Projekten verhindert werden.

Die KfW-Förderung für die Sanierungen soll nun laut Ministerium wieder aufgenommen werden, "sobald entsprechende Haushaltsmittel bereitgestellt sind". Bei EH40-Neubauten soll es rasch eine Neuaufstellung geben.

Harsche Kritik kam erneut aus der Opposition. "Bauherren, die bereits Anträge auf die gestoppte Förderung gestellt oder sich bei ihren Planungen auf Förderungen verlassen haben, hängen jetzt in der Luft", sagte Unionsfraktionsvize Ulrich Lange (CSU) der "Welt" vom Dienstag. "Das ist nicht vertretbar und wird das effiziente Bauen weiter blockieren", bemängelte er.

Der CSU-Finanzexperte Sebastian Brehm forderte Habeck zu einer Rücknahme des Förderstopps auf. Er kritisierte die Entscheidung als "Klimaschutz-Verhinderungspolitik". Laut Brehm sind rund 300.000 aktuelle Baumaßnahmen von dem Förderstopp betroffen.

"Viele Verbraucher haben die Mittel in ihren Finanzierungen eingeplant und längst beantragt", warnte auch der Vorstandsvorsitzende der Dr. Klein Privatkunden AG, einem Immobilienfinanzierer, im Gespräch mit der "Welt". Die mit dem Förderstopp verbundene Unsicherheit sei "sehr, sehr ungünstig".

Der Immobilienökonom Michael Voigtländer vom Institut der deutschen Wirtschaft Köln (IW) kritisierte den Förderstopp ebenfalls. "Die Regierung hätte besser erst eine neue Fördersystematik entwickelt und dann das Förder-Aus nach den alten Regelungen beschlossen", sagte er dem "Handelsblatt". Nun sende die Ampel ein "schlechtes Signal".

Auch die Energieberaterbranche befürchtet Konsequenzen: Viele Bauherren könnten nun ihre Vorhaben streichen oder auf Energie-Mindeststandards zurückfahren, sagte der Vorsitzende des größten deutschen Energieberaterverbandes GIH, Jürgen Leppig, der Zeitung. "Das dürfte viele Energieberater bis an den Rand der Insolvenz bringen."

Staatssekretär Kellner verteidigte den kurzfristigen Stopp indes. "Es war ein überraschendes Ende der Maßnahmen, weil der Run auf die Förderung so unglaublich groß war", sagte er in der Sendung "Frühstart" von RTL und ntv. "Das war unbezahlbar."

Zudem sei die Förderung sachlich nicht mehr vertretbar gewesen, sagte Kellner weiter. Der KfW-55-Standard sei "mittlerweile Standard im Bau" und damit kein Beitrag zum Klimaschutz. Daher werde das Wirtschaftsministerium neue Programme erarbeiten. "Es wird weiterhin Förderung geben", sagte Kellner. "Es wird aber Förderung geben, die dem Klima nutzt."

L.Graham--TNT

Empfohlen

Rainer verteidigt geplanten leichteren Abschuss von Wölfen

Vor der Beratung des Bundestags über eine Änderung des Jagdgesetzes hat Bundeslandwirtschaftsminister Alois Rainer (CSU) den darin vorgesehenen leichteren Abschuss von Wölfen verteidigt. "Es geht um den Schutz von Weidetieren", sagte Rainer am Mittwoch im ARD-"Morgenmagazin".

Dobrindt und Alabali Radovan stellen sich Regierungsbefragung im Bundestag

Die erste Sitzungswoche des Bundestags im Jahr beginnt am Mittwoch mit einer anderthalbstündigen Regierungsbefragung. Bundesinnenminister Alexander Dobrindt (CSU) und Entwicklungshilfeministerin Reem Alabali Radovan (SPD) stellen sich den Fragen der Abgeordneten. In erster Lesung berät das Plenum zudem einen Gesetzentwurf zur Änderung des Bundesjagdgesetzes. Mit diesem soll der Wolf in das Gesetz aufgenommen und damit künftig bejagt werden können.

Mercosur: Agrarminister Rainer will genau auf Einhaltung von Schutzklauseln achten

Bundeslandwirtschaftsminister Alois Rainer (CSU) hat Verständnis für die Sorge von Bauern wegen des Handelsabkommens zwischen der EU und den südamerikanischen Mercosur-Staaten geäußert. Die vorgesehenen Schutzklauseln seien ein wichtiger Schritt, um die "durchaus sensiblen Agrarmärkte" abzusichern, sagte Rainer am Dienstag in Berlin. Entscheidend sei nun, dass die Schutzklauseln in der Praxis auch wirken.

Deutschlands CO2-Ausstoß 2025 weiter gesunken - Rückgang verlangsamt sich jedoch

Die Treibhausgasemissionen in Deutschland sind einer Schätzung zufolge im vergangenen Jahr erneut gesunken - aber in viel kleinerem Ausmaß als zuvor. Deutschland habe 2025 insgesamt 640 Millionen Tonnen CO2 ausgestoßen und damit 1,5 Prozent weniger als im Vorjahr, teilte die Denkfabrik Agora Energiewende am Mittwoch mit. Im Verkehr und im Gebäudesektor seien die Emissionen nach Agora-Schätzung sogar gestiegen.

Textgröße ändern: