The National Times - Weiter zähe Verhandlungen um internationales Hochsee-Abkommen

Weiter zähe Verhandlungen um internationales Hochsee-Abkommen


Weiter zähe Verhandlungen um internationales Hochsee-Abkommen
Weiter zähe Verhandlungen um internationales Hochsee-Abkommen / Foto: © AFP

In New York wird weiter zäh um ein internationales Hochsee-Abkommen zum Schutz der Weltmeere gerungen. "Wir haben noch ein paar Aspekte zu klären, aber es gibt Fortschritte und die Delegationen zeigen Beweglichkeit", sagte die Leiterin der UN-Konferenz, Rena Lee, in der Nacht zum Samstag am Sitz der Vereinten Nationen in New York. Bei der zeitgleich in Panama-Stadt stattfindenden Konferenz "Our Ocean" wurden von den Teilnehmern unterdessen knapp 19 Milliarden Dollar (17,8 Milliarden Euro) für den Schutz der Meere zugesagt.

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In New York verhandelten die Konferenzteilnehmer bis in die frühen Morgenstunden an dem Abkommen zum Schutz der Hochsee. Streitthemen sind Methoden für die Schaffung neuer Meeres-Schutzzonen, Modelle für Umweltverträglichkeitsprüfungen sowie der Umgang mit der möglichen Entdeckung neuer maritimer Ressourcen. Die Konferenz hatte am 20. Februar begonnen.

Ein von der Nachrichtenagentur AFP eingesehener Entwurf für ein Abkommen schien noch nicht spruchreif. Nathalie Rey von der Hochsee-Allianz, einem Zusammenschluss von etwa 40 Nichtregierungsorganisationen, sagte, der Entwurf enthalte "noch viele Klammern". Es sei jedoch klar, "dass sie wirklich immer noch sehr intensiv versuchen, einen Vertrag hinzubekommen, sonst hätten sie schon das Handtuch geworfen".

Doch selbst wenn noch vor Ende der Konferenz eine Einigung gefunden werden könnte, würde der Vertrag laut Lee nicht auf der aktuellen Tagung angenommen werden. Er könnte jedoch festgezurrt werden, ohne dass spätere Veränderungen möglich seien, fügte die Konferenzleiterin hinzu. Eine formelle Annahme könnte dann zu einem späteren Zeitpunkt erfolgen.

Die UN-Mitgliedstaaten ringen seit mehr als 15 Jahren um ein Abkommen zum Schutz der Biodiversität in der Hochsee, dazu gab es mehrere formelle und informelle Verhandlungsrunden. Erst im August war eine Verhandlungsrunde der UN-Mitgliedstaaten ohne Ergebnis zu Ende gegangen.

Als Hochsee oder Hohe See werden rund 60 Prozent der Weltmeere bezeichnet, die nicht unter die ausschließliche Wirtschaftszone eines Staates fallen, da sie weiter als 370 Kilometer von der nächsten Küste entfernt sind. Derzeit wird nur etwa ein Prozent der Hochsee durch internationale Abkommen geschützt.

Umweltschutzorganisationen dringen auf einen besseren Schutz der Weltmeere angesichts der Gefahren durch Erderwärmung, Verschmutzung und Überfischung. Die Ozeane produzieren die Hälfte des Sauerstoffs in der Erdatmosphäre und nehmen einen erheblichen Teil des Kohlendioxids auf, das durch menschliche Aktivitäten ausgestoßen wird.

Während in New York Vertreter der UN-Mitgliedstaaten verhandelten, kamen gleichzeitig bei der zweitägigen Konferenz "Our Ocean" in Panama rund 600 Delegierte von Regierungen, Unternehmen und Nichtregierungsorganisationen zusammen. Unter anderem ging es bei "Our Ocean" um die Ausweitung von Meeresschutzgebieten, die Verringerung von Stressfaktoren für die Ozeane und die Erreichung einer nachhaltigen "blauen Wirtschaft" - das Pendant zu einer grünen Wirtschaft in Bezug auf die Meere.

Ziel der Konferenz war kein verbindliches Abkommen, vielmehr machten die Teilnehmer einzelne Finanzzusagen. Unter anderem sagten die USA bereits am Donnerstag rund sechs Milliarden Dollar für den Schutz der Meere im laufenden Jahr zu. Das Geld soll auf 77 Hochsee-Projekte verteilt werden. Die Europäische Union (EU) kündigte ihrerseits gut 816 Millionen Euro für den Meeresschutz an.

Beobachtern zufolge könnten diese finanziellen Zusagen dabei helfen, Hürden bei den Verhandlungen in New York zu überwinden. Denn Entwicklungsländer monieren, dass sie bei der Kommerzialisierung möglicher Ressourcen in der Hochsee aufgrund fehlender Forschungsmittel außen vor bleiben würden. Die versprochenen Milliarden könnten als vertrauensbildende Maßnahme zwischen dem reichen Globalen Norden und dem ärmeren Globalen Süden eingesetzt werden.

C.Stevenson--TNT

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