The National Times - Zwei Drittel der importierten Seltenen Erden kamen 2022 aus China

Zwei Drittel der importierten Seltenen Erden kamen 2022 aus China


Zwei Drittel der importierten Seltenen Erden kamen 2022 aus China
Zwei Drittel der importierten Seltenen Erden kamen 2022 aus China / Foto: © AFP

Deutschlands Industrie ist bei der Versorgung mit Seltenen Erden, die etwa für den Bau von Elektroautos oder Windkraftgeneratoren benötigt werden, stark abhängig von China. Von Januar bis November im vergangenen Jahr kamen 66 Prozent dieser Metalle aus der Volksrepublik, wie das Statistische Bundesamt in Wiesbaden am Dienstag mitteilte. Demnach waren es rund 5300 Tonnen im Wert von 49,3 Millionen Euro.

Textgröße ändern:

Zu den Seltenen Erden zählen insgesamt 17 Elemente; die Eigenschaften der einzelnen Metalle unterscheiden sich. Jedes einzelne dieser Metalle hat Eigenschaften, die es für die Industrie wertvoll machen. Teils sind sie unersetzlich.

Laut Statistik lag der Anteil der Importe aus China bei einigen Seltenen Erden im vergangenen Jahr sogar deutlich höher als bei 66 Prozent: So wurden Scandium und Yttrium zu 94,4 Prozent aus der Volksrepublik importiert; Verbindungen von Lanthan, Neodym, Praseodym und Samarium, die mengenmäßig einen großen Anteil an den importierten Seltenen Erden ausmachen, kamen demnach zu 75,4 Prozent aus China.

Die Importmenge insgesamt hat in den vergangenen Jahren zwar stark abgenommen, der Wert aber nicht: 2016 führte Deutschland noch 9700 Tonnen Seltene Erden ein, ihr Wert betrug 50,1 Millionen Euro. Andere Länder, aus denen Seltene Erden importiert werden, sind etwa Österreich oder Estland.

Aus Schweden, wo kürzlich das vermutlich größte Vorkommen an Seltenen Erden in Europa entdeckt worden war, kamen im Jahr 2021 keine dieser Metalle nach Deutschland. Das Vorkommen in Kiruna wird Unternehmensangaben zufolge aber erst in zehn bis 15 Jahren dem Markt zur Verfügung stehen. Der Abbau ist schwierig und oft umweltschädlich, weil Seltene Erden in der Regel in Verbindungen in Erzschichten enthalten sind. Für die Gewinnung sind chemische Prozesse häufig unter Anwendung von Säuren nötig.

P.Jones--TNT

Empfohlen

Verbände dringen auf mehr Anstrengungen zur Senkung der Emissionen

Die Umweltverbände Germanwatch und WWF dringen auf zusätzliche Anstrengungen in Deutschland zur Senkung der Treibhausgasemissionen. Die Bundesregierung müsse "ein ehrliches Klimaschutzprogramm vorlegen", das "einen Pfad zur Klimaneutralität 2045 zeichnet", verlangte die Organisation Germanwatch. Die Regierung muss dieses Programm noch im März vorlegen, zuvor will das Umweltbundesamt (UBA) an diesem Samstag die Emissionsdaten für 2025 veröffentlichen.

Grüne fordern von Koalition günstigeres Deutschlandticket und weitere Entlastungen

Vor dem Hintergrund steigender Energiepreise fordern die Grünen zusätzliche Entlastungen für die Bürgerinnen und Bürger bei Deutschlandticket, Stromkosten und dem Einbau klimafreundlicher Heizungen. Bundeskanzler "Friedrich Merz muss heute beim Koalitionsausschuss Lösungen vorlegen, um das Leben wieder bezahlbar zu machen", sagte Fraktionschefin Katharina Dröge am Mittwoch der Nachrichtenagentur AFP. Dafür müsse die Abhängigkeit von teuren fossilen Energieträgern verringert werden.

EU-Atompolitik: Umweltminister Schneider kritisiert "rückwärtsgewandte Strategie"

Nach den Äußerungen von EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen zur Atomkraft hat Bundesumweltminister Carsten Schneider (SPD) der EU eine "rückwärtsgewandte Strategie" vorgeworfen und bekräftigt, dass Deutschland am Ausstieg aus der Kernkraft festhält. Es spreche Bände, dass der Kern dieser Strategie aus neuen Subventionen für Kernkraftwerke bestehe, erklärte Schneider am Dienstag. "Wenn eine Risiko-Technologie nach einem dreiviertel Jahrhundert noch immer am staatlichen Tropf hängt und es längst bessere Alternativen gibt, sollte man daraus Konsequenzen ziehen."

US-Forscher: Meereisfläche in der Antarktis hat sich dieses Jahr etwas erholt

Die Eisschicht auf dem Meer rund um den Südpol hat sich nach vier Jahren extremer Tiefststände etwas erholt: Wie Forscher des Nationalen Schnee- und Eisdatenzentrums der USA (NSIDC) am Montag mitteilten, wurde das jährliche Minimum der von Meereis bedeckten Fläche der Antarktis für 2026 mutmaßlich am 26. Februar erreicht und betrug 2,58 Millionen Quadratkilometer. Seit Beginn der Aufzeichnungen 1979 sei die gemessene Fläche lediglich 15 Mal kleiner gewesen als in diesem Jahr.

Textgröße ändern: