The National Times - Mit deutscher Unterstützung: Japanische Weltraummission zur Erkundung der Marsmonde gestartet

Mit deutscher Unterstützung: Japanische Weltraummission zur Erkundung der Marsmonde gestartet


Mit deutscher Unterstützung: Japanische Weltraummission zur Erkundung der Marsmonde gestartet
Mit deutscher Unterstützung: Japanische Weltraummission zur Erkundung der Marsmonde gestartet / Foto: © JIJI Press/AFP

Start einer historischen Weltraummission mit deutscher Unterstützung: Japans Raumfahrtbehörde Jaxa will erstmals Material von der Marsregion zur Erde bringen und hat dazu eine Raumsonde ins All geschickt. Gut eine Stunde nach dem Start der Trägerrakete in Japan am frühen Dienstag (Ortszeit, Montagabend MESZ) löste sich laut Jaxa die Sonde, welche die zwei Marsmonde erforschen soll. An Bord war der deutsch-französische Rover Idefix. Bundesraumfahrtministerin Dorothee Bär (CSU) erklärte, sie sei "stolz" auf den deutschen Beitrag zur Mission.

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Die H3-Trägerrakete startete am Dienstag um 04.41 Uhr Ortszeit (Montag 21.41 Uhr MESZ) vom japanischen Weltraumbahnhof Tanegashima. Gute eine Stunde später löste sich im All die Sonde und begann "ihre Reise zum Mars-System", wie Jaxa in einer Live-Übertragung angab. Die Jaxa-Wissenschaftlerin Mari Aida zeigte sich erleichtert. "Ich habe von diesem Tag geträumt, ich bin unglaublich froh." Tausende Menschen verfolgten den Live-Stream und kommentierten das Geschehen mit Nachrichten.

Nach einer langen Reise durch das All soll die Raumsonde voraussichtlich ab August kommenden Jahres zunächst den Mars-Mond Phobos umkreisen, dann auf ihm landen und schließlich mindestens zehn Gramm an Bodenproben sammeln, um sie anschließend zur Erde zu bringen. Der Rover Idefix - benannt nach dem kleinen Hund des Comic-Helden Obelix - ist für die Erkundung von Phobos vorgesehen. Entwickelt und gebaut wurde er nach Angaben des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR) vom DLR und der französischen Raumfahrtagentur CNES.

Die Landung auf Phobos ist laut DLR etwa zum Jahreswechsel 2028/2029 geplant. Nach Angaben des Leiters der Mission "Martian Moons eXploration" (MMX), Yasuhiro Kawakatsu, ist die geplante Probenentnahme auf Phobos "eine Weltpremiere". Außerdem handele es sich bei MMX um die erste Raummission, bei der es einen Hinflug zum Mars und einen Rückflug zur Erde gebe. Laut DLR soll Idefix Phobos 100 Tage erkunden.

Ein weiterer Teil der Mission ist die Beobachtung von Deimos, einem anderen Mars-Mond. Eine Landung ist dort aber nicht geplant. Die Kapsel mit den Gesteinsproben von Phobos soll 2031 in Australien landen.

Japan arbeitet bei der Mission mit der europäischen Raumfahrtagentur ESA und der US-Raumfahrtbehörde Nasa zusammen. Das DLR hat sich nach eigenen Angaben mit sechs seiner Institute und Einrichtungen an fünf Standorten an dem Marsmond-Rover beteiligt.

Das DLR-Institut für Robotik und Mechatronik ist demnach mit der Gesamtprojektleitung und gemeinsam mit dem Institut für Raumfahrtsysteme mit dem Systemengineering beauftragt. Darüber hinaus habe das DLR-Institut für Robotik und Mechatronik eine Software-Lösung konzipiert, um den Rover auf der Phobos-Oberfläche autonom zu navigieren.

Das Nutzerzentrum für Weltraumexperimente (MUSC) in Köln hat zusammen mit der französischen Universität Université Côte d’Azur die wissenschaftliche Leitung für den Rover inne. Kontrollzentren in Köln und der französischen Raumfahrtagentur CNES in Toulouse betreiben die Kontrollzentren für Idefix.

Bundesraumfahrtministerin Bär erklärte laut DLR, der "Raumfahrtstandort Deutschland" zeige eindrücklich, was er könne: "hochpräzise Technik, die in den Weiten des Alls auf dem Marsmond Phobos noch perfekt funktionieren muss". Jaxa, DLR und CNES trieben gemeinsam die Erkundung unseres Sonnensystems voran. "Gleichzeitig betreten wir mit Idefix auch technologisches Neuland – das ist Hightech Hand-in-Hand." DLR-Chefin Anke Kaysser-Pyzalla erklärte, mit dem Rover Idefix schickten Deutschland und Frankreich "ein Stück europäischer Robotik-Kompetenz auf eine außergewöhnliche Forschungsreise".

Die japanische Raumfahrtbehörde erhofft sich von der Mission Erkenntnisse über die Entstehung und Beschaffenheit der Mars-Monde. Außerdem soll die MMX-Mission zeigen, ob Phobos als eine Art "natürliche Raumstation" genutzt werden kann. Für eine spätere bemannte Erforschung des Roten Planeten, wie sie SpaceX-Chef Elon Musk langfristig plant, wäre das von wesentlicher Bedeutung.

B.Scott--TNT

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Japanische Sonde bricht zum Mars auf

Vom japanischen Weltraumbahnhof Tanegashima aus soll am Dienstag um 04.41 Uhr (Ortszeit, Montag 21.41 Uhr MESZ) eine H3-Trägerrakete ins All starten. Sie hat eine Raumsonde im Gepäck, die voraussichtlich im kommenden Sommer den Mars erreichen wird. Dort soll sie zunächst den Mond Phobos umkreisen, dann auf ihm landen und schließlich mindestens zehn Gramm an Bodenproben sammeln, um sie anschließend zur Erde zu bringen.

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