The National Times - Gespräche über KI-Regeln: US-Tech-Chefs zu Treffen im Weißen Haus erwartet

Gespräche über KI-Regeln: US-Tech-Chefs zu Treffen im Weißen Haus erwartet


Gespräche über KI-Regeln: US-Tech-Chefs zu Treffen im Weißen Haus erwartet
Gespräche über KI-Regeln: US-Tech-Chefs zu Treffen im Weißen Haus erwartet / Foto: © AFP

Die Chefs der großen US-Tech-Konzerne sind am Dienstag zu Gesprächen über KI ins Weiße Haus geladen. Der Vorsitzende des Repräsentantenhauses, Mike Johnson, kündigte an, dass es um die mögliche Regulierung der Technologie gehen werde. US-Präsident Donald Trump lehnt dies bislang allerdings kategorisch ab. Mehrere Vorfälle hatten die Diskussion um die Sicherheit von KI zuletzt angefacht. Der KI-Entwickler OpenAI teilte mit, sein neues KI-Modell wegen Sicherheitsbedenken noch nicht zu veröffentlichen.

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Zu dem Treffen sollen laut dem Sender CNN OpenAI-Vize Greg Brockman, Mark Zuckerberg von Meta und Sundar Pichai von Google geladen sein. Nach AFP-Informationen werden auch Dario Amodei von Anthropic und Jensen Huang von Nvidia erwartet. Elon Musk hält sich am Dienstag ebenfalls in Washington auf.

Parlamentschef Johnson sagte am Montag dem Sender Fox Business, dass die Überwachung von KI-Systemen auf der Agenda stehe. KI-Größen wie OpenAI und Anthropic hatten sich für ein Drosseln der Entwicklung ausgesprochen, Präsident Trump lehnt dies ab. Der US-Staatschef hatte KI-Skeptiker vor rund zwei Wochen als "Verschwörungstheoretiker" und "Verräter" verunglimpft.

Zugleich kritisierte Trump Anthropic-Chef Amodei, der zu einer langsameren Entwicklung von Künstlicher Intelligenz aufgerufen hatte. Wie die "Financial Times" am Dienstag berichtete, warnte Anthropic im Prospekt für seinen mit Spannung erwarteten Börsengang Investoren vor möglicherweise "existenziellen Risiken für die Menschheit".

Auch Johnson, ein enger politischer Verbündeter Trumps, sagte nun, er sei zwar gegen "strenge Grenzen" oder ein "Moratorium" für die KI-Entwicklung. Er befürworte jedoch "ein bisschen Regulierung". Es gehe darum, "das richtige Gleichgewicht" zwischen Innovation und Aufsicht zu finden.

"Wir dürfen nicht voreilig handeln und diesen Bereich übermäßig regulieren, denn sonst verlieren wir den Wettlauf gegen China", sagte er zu Fox Business. Die US-Abgeordneten geraten zunehmend unter Druck, weil viele Wähler angesichts von Vorfällen, bei denen außer Kontrolle geratene KI-Systeme Unternehmen oder auch staatliche Stellen gehackt hatten, inzwischen schärfere Regeln befürworten.

In den vergangenen Monaten waren immer wieder Zwischenfälle bekannt geworden, bei denen sich KI-Agenten selbständig gemacht hatten und anders agierten als vorgesehen. So hatte etwa ein KI-Programm des ChatGPT-Entwicklers OpenAI eine Website der australischen Regierung gehackt, wofür sich das Unternehmen am Montagabend in seinem Blog entschuldigte.

Zudem teilte das Unternehmen mit, dass es sein neues KI-Modell Astra 6.1 wegen Sicherheitsbedenken nicht veröffentlichen werde. Es habe "die Messlatte in Bezug darauf, im vorgesehenen Rahmen und innerhalb der Autorisierung zu bleiben" nicht erreicht, erklärte die Leiterin der Sicherheitssysteme bei OpenAI, Saachi Jain.

Vor den US-Kongresswahlen im November hat sich auch der große Widerstand gegen den Bau von Rechenzentren zu einem Wahlkampfthema entwickelt. Die Anlagen brauchen viel Energie und Wasser, Anwohner wehren sich deshalb in vielen Gegenden gegen die Projekte. Trump tat die Kritik an dem massiven Ausbau der Rechenkapazitäten bislang ab. Gemeinden, die sich dagegen wehrten, wollten wohl "rückständig und arm bleiben". Zudem spielten die Proteste China in die Arme.

Die Diskussion um KI sorgte bereits für ungewöhnliche Bündnisse: Der linksgerichtete US-Senator Bernie Sanders und der ultrarechte ehemalige Trump Chefstratege Steve Bannon traten kürzlich unmittelbar nacheinander auf einer Konferenz auf, wo sie vor den Gefahren von KI warnten.

Abgeordnete sowohl der Demokraten als auch von Trumps Republikanern haben bereits mehrere Gesetzentwürfe ausgearbeitet, um den Einsatz von KI besser zu regeln. Etwa könnten KI-Entwickler zu mehr Transparenz über die Funktionsweise ihrer Systeme sowie Sicherheitsmaßnahmen verpflichtet werden. Allerdings ist das Repräsentantenhaus bis Anfang November in Sitzungspause und die Senatorinnen werden bald zum Wahlkampf in ihre Heimatstaaten fahren - deshalb ist es so gut wie sicher, dass der Kongress vor den Wahlen keine umfassenden KI-Gesetze verabschiedet.

S.Lee--TNT

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