The National Times - Startup aus Bayern schreibt mit erfolgreichem Flug von Trägerrakete Weltraumgeschichte

Startup aus Bayern schreibt mit erfolgreichem Flug von Trägerrakete Weltraumgeschichte


Startup aus Bayern schreibt mit erfolgreichem Flug von Trägerrakete Weltraumgeschichte
Startup aus Bayern schreibt mit erfolgreichem Flug von Trägerrakete Weltraumgeschichte / Foto: © Isar Aerospace/AFP

Das bayerische Startup Isar Aerospace hat mit dem erfolgreichen Testflug seiner Trägerrakete Spectrum Weltraumfahrtgeschichte geschrieben: Es sei das erste Mal, dass eine privat entwickelte Rakete vom europäischen Kontinent aus die Erdumlaufbahn erreicht habe, erklärte Isar Aerospace. Unternehmenschef Daniel Metzler nannte den Flug am Sonntag indes nur einen "ersten Schritt". "Das Ziel war nicht, nur eine Rakete zu starten, sondern viele Raketen zu starten.

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Die Rakete hob am Samstag gegen 22.00 Uhr MESZ vom norwegischen Weltraumbahnhof Andöya ab. Der Start wurde live übertragen. Nach etwa zehn Minuten brach die Verbindung wegen der zu großen Entfernung ab. "Wir sind im Orbit! Und haben europäische Geschichte geschrieben", erklärte Isar Aerospace bei X. Die Mission "Onward and Upward" (Vorwärts und Aufwärts) habe erfolgreich Nutzlasten in den Orbit ausgesetzt.

"Deutschland kann Raumfahrt", schrieb das Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt. Es handele sich um einen "Meilenstein, der die Innovationskraft und das technische Wissen unseres Landes eindrucksvoll unter Beweis stellt". Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) sprach vom "Beginn einer neuen Ära".

Das Raumfahrt-Startup Isar Aerospace aus Ottobrunn bei München baut Trägerraketen für den Transport kleiner und mittelgroßer Satelliten. Die zweistufige Spectrum-Rakete ist 28 Meter hoch und kann mit ihren zehn Triebwerken Nutzlasten von bis zu tausend Kilogramm in erdnahe Umlaufbahnen befördern.

Isar Aerospace wurde 2018 gegründet und gehört zu mehreren deutschen und europäischen Unternehmen, die Europa in der Raumfahrt unabhängiger von den USA und Russland machen wollen. Das Unternehmen wird von der Europäischen Weltraumorganisation (ESA) unterstützt.

Nach Angaben von Startup-Chef Metzler ist derzeit ein weiterer Startplatz in Kanada im Bau, es gebe zudem Gespräche mit mehr als zwei Dutzend weiteren Ländern. "Europa kann liefern", sagte Metzler. Mit der Eröffnung einer neuen Produktionshalle könnten künftig bis zu 40 Trägerraketen pro Jahr hergestellt werden, teilte Isar Aerospace mit.

Laut dem Chef der Deutschen Raumfahrtagentur, Walther Pelzer, hat die Bundesregierung bei Isar Aerospace eine Startdienstleitung für die Spectrum-Rakete eingekauft. "Dieser Schritt ist mehr als ein Auftrag - er ist ein klares Signal: Wir vertrauen den Startups und wir vertrauen darauf, dass die entwickelten Produkte funktionieren werden", erklärte Pelzer. Er sprach von einem "neuem Modell der Raumfahrtentwicklung in Europa: ein Modell, das auf Innovation, Marktfähigkeit und öffentlich-privaten Partnerschaften basiert." Das sei die Zukunft der Raumfahrt.

Bisher wird das Geschäft mit Trägerraketen von US-Milliardär Elon Musk dominiert. Sein Raumfahrtunternehmen SpaceX hat die teilweise wiederverwendbare Trägerrakete Falcon 9 schon hunderte Male ins All geschickt.

Kanzler Merz hatte den Weltraumbahnhof in Norwegen im März besucht und sich für eine größere Unabhängigkeit Europas in der Raumfahrt ausgesprochen. Bei der Internationalen Luft- und Raumfahrtausstellung (ILA) in Berlin im Juni bezeichnete er die Luft- und Raumfahrtindustrie als "strategische Schlüsselbranche", die nicht nur Innovation und Wirtschaftskraft sichere - sondern "auch unsere Souveränität und unsere Fähigkeit zur Landes- und Bündnisverteidigung". Bundesverteidigungsminister Boris Pistorius (SPD) hat angekündigt, bis zum Jahr 2030 insgesamt 35 Milliarden Euro in die Weltraumsicherheit und militärische Raumfahrtprojekte zu investieren.

P.Murphy--TNT

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