The National Times - "Deutschland kann Raumfahrt": Rakete von bayerischem Unternehmen erreicht Orbit

"Deutschland kann Raumfahrt": Rakete von bayerischem Unternehmen erreicht Orbit


"Deutschland kann Raumfahrt": Rakete von bayerischem Unternehmen erreicht Orbit
"Deutschland kann Raumfahrt": Rakete von bayerischem Unternehmen erreicht Orbit / Foto: © AFP/Archiv

Ein Start-up aus Bayern schreibt Raumfahrtgeschichte: Die Trägerrakete Spectrum des Unternehmens Isar Aerospace hat bei einem Testflug am Samstag eine Erdumlaufbahn erreicht. "Wir sind im Orbit! Und haben europäische Geschichte geschrieben", teilte Isar Aerospace bei X mit. "Deutschland kann Raumfahrt", schrieb das Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt (BMFTR). Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) sprach vom "Beginn einer neuen Ära". Europa möchte in der Raumfahrt künftig unabhängiger werden.

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Die Rakete hob gegen 22.00 Uhr MESZ vom norwegischen Weltraumbahnhof Andöya ab. Der Start wurde live übertragen. Nach etwa zehn Minuten brach die Verbindung wegen der zu großen Entfernung ab.

Es sei das erste Mal, dass eine privat entwickelte Rakete vom europäischen Kontinent aus den Orbit erreicht habe, erklärte Isar Aerospace auf X. Die Mission "Onward and Upward" (Vorwärts und Aufwärts) sei erfolgreich abgehoben und habe Nutzlasten in den Orbit ausgesetzt. "Ein neues Kapitel für die europäische Raumfahrt" habe begonnen.

Der Kanzler gratulierte dem Unternehmen nach dem geglückte Start: "Großer Glückwunsch an Isar Aerospace für den erfolgreichen Start der Trägerrakete Spectrum. Das erste Mal gelingt ein solcher Flug vom europäischen Kontinent aus in die Erdumlaufbahn. Das ist der Beginn einer neuen Ära".

Es handele sich um einen "Meilenstein, der die Innovationskraft und das technische Wissen unseres Landes eindrucksvoll unter Beweis stellt", teilte das BMFTR auf X mit. Bundesforschungsministerin Dorothee Bär (CSU) erklärte, "dieser großartige Erfolg" zeige, dass Deutschland "mit mutiger Forschung, nachhaltiger Industriepolitik und grenzüberschreitender Kooperation" die Zukunft der Raumfahrt mitgestalte.

Das Raumfahrt-Start-up Isar Aerospace aus Ottobrunn bei München baut Trägerraketen für den Transport kleiner und mittelgroßer Satelliten. Die zweistufige Spectrum-Rakete ist 28 Meter hoch und kann mit ihren zehn Triebwerken Nutzlasten von bis zu tausend Kilogramm in erdnahe Umlaufbahnen befördern. Das Werk in Bayern soll eigenen Angaben zufolge in der Lage sein, mehr als 30 solcher Raketen pro Jahr herzustellen.

Im März vergangenen Jahres hatte das Unternehmen einen ersten Testflug unternommen. Die Rakete war dabei - ebenfalls in Andöya - erfolgreich gestartet und war nach 30 Sekunden Flug planmäßig ins Meer gestürzt.

Der Testflug der zweiten Mission der Rakete war seit Januar geplant und mehrfach wegen technischer Probleme oder ungünstiger Wetterbedingungen verschoben worden. Ein für Anfang April geplanter Testflug wurde wegen eines vermuteten Lecks in einem mit Verbundwerkstoff ummantelten Druckbehälter (COPV) abgesagt.

"Bayern ist auf dem Weg ins Weltall", schrieb der bayerische Ministerpräsident Markus Söder bei X. "Herzliche Gratulation an unser Weltraum-Start-up Isar Aerospace aus München zum Testflug ins All. Sie sind Pioniere und Aushängeschilder der Raumfahrt-Strategie", schrieb Söder. Er kündigte an, Bayern wolle bis 2030 eine Milliarde Euro in die Raumfahrt investieren.

Isar Aerospace wurde 2018 gegründet und gehört zu mehreren deutschen und europäischen Unternehmen, die Europa in der Raumfahrt unabhängiger von den USA und Russland machen wollen. Das Unternehmen wird von der Europäischen Weltraumorganisation (ESA) unterstützt.

Bisher wird das Geschäft mit Trägerraketen von US-Milliardär Elon Musk dominiert. Sein Raumfahrtunternehmen SpaceX hat die teilweise wiederverwendbare Trägerrakete Falcon 9 schon hunderte Male ins All geschickt.

Kanzler Merz hatte den Weltraumbahnhof in Norwegen im März besucht und sich für eine größere Unabhängigkeit Europas in der Raumfahrt ausgesprochen. Bei der Internationalen Luft- und Raumfahrtausstellung (ILA) in Berlin im Juni bezeichnete er die Luft- und Raumfahrtindustrie als "strategische Schlüsselbranche", die nicht nur Innovation und Wirtschaftskraft sichere - sondern "auch unsere Souveränität und unsere Fähigkeit zur Landes- und Bündnisverteidigung".

Bundesverteidigungsminister Boris Pistorius (SPD) hat angekündigt, bis zum Jahr 2030 insgesamt 35 Milliarden Euro in die Weltraumsicherheit und militärische Raumfahrtprojekte zu investieren.

T.Bennett--TNT

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