The National Times - Chef der Finanzaufsicht warnt vor Cybergefahr und riskanten Immobilienkrediten

Chef der Finanzaufsicht warnt vor Cybergefahr und riskanten Immobilienkrediten


Chef der Finanzaufsicht warnt vor Cybergefahr und riskanten Immobilienkrediten

Der Einsatz von Künstlicher Intelligenz (KI) verschärft nach Angaben des Chefs der Finanzaufsicht Bafin, Mark Branson, die Risiken durch Cyberangriffe. Neue KI-Systeme würden viele Schwachstellen finden - "und das sehr schnell", sagte Branson am Dienstag in Frankfurt am Main. Zudem warnte er vor den möglichen Folgen riskanter Immobilienkredite.

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Unternehmen müssten sich mit Blick auf die Cybergefahr darauf einstellen, Schwachstellen "viel schneller" schließen zu müssen, sagte Branson bei der Jahrespressekonferenz der Behörde. Vor allem für kleine und mittlere Unternehmen werde dies "sehr anstrengend" werden - "aber diese Anstrengung ist essenziell", fügte er hinzu. Weil die Cyberrisiken "so gravierend" seien, setze auch die Bafin immer mehr Ressourcen dafür ein. So sei etwa die Abteilung der Behörde für Cybersicherheit und Technologie im Finanzsektor noch einmal vergrößert worden.

Bereits am Montag hatte sich das Bundesfinanzministerium besorgt wegen möglicher Auswirkungen von KI-gestützten Cyberangriffen auf das globale Finanzsystem geäußert. "Die Entwicklung von Modellen wie Claude Mythos bedeutet eine Verschärfung der Cyber-Bedrohungslage, die sich auch auf die Finanzstabilität auswirken kann", zitierte das "Handelsblatt" eine Ministeriumssprecherin. Mythos ist ein KI-Modell des US-Unternehmens Anthropic, das darauf spezialisiert ist, Sicherheitslücken in Cybersicherheitssysteme zu identifizieren.

Bafin-Präsident Branson wies am Dienstag darauf hin, dass Risiken im Cyberraum nicht nur die Stabilität von Unternehmen bedrohten, sondern auch "deren Erreichbarkeit für Verbraucherinnen und Verbraucher". Zugleich hob er hervor, dass sich angesichts der derzeitigen weltpolitischen Lage die mittelfristigen Aussichten eingetrübt hätten. "Die Straße von Hormus – eine Hauptschlagader der Weltwirtschaft – ist weiterhin blockiert", sagte er. "Ein geopolitisches Downside-Szenario, das wir immer für möglich gehalten haben, ist jetzt eingetreten."

Die hohen Energiepreise lasteten auf der wirtschaftlichen Entwicklung und die Inflation steige, "was die Zinsen nach oben treiben dürfte", führte Branson laut Redetext aus. Unter Druck geraten könnten demnach auch die Staatsfinanzen - wegen des steigenden Zinsniveaus, und "zusätzlich wegen der Maßnahmen zur Abfederung des Energiepreisschocks".

Das deutsche Finanzsystem sei durch den Iran-Krieg gleichwohl "eher indirekt betroffen", erläuterte Branson. Großbanken mit einem starken Handelsgeschäft seien "eindeutig Krisengewinner" und profitierten "in der Regel von Volatilität".

Dennoch könne eine schlechtere Konjunktur zu vermehrten Kreditausfällen führen und sich zudem auch die Lage an den Gewerbeimmobilienmärkten wieder verschlechtern - "durch eine schwächere Nachfrage und ein steigendes Zinsniveau". Insgesamt bleibe das Potenzial "für plötzliche Markt- und Preiskorrekturen" hoch.

Mögliche Risiken sieht die Bafin auch auf dem Wohnimmobilienmarkt: Der Anteil von gering besicherten Wohnimmobilienkrediten sei im deutschen Neugeschäft vergleichsweise hoch - bei jedem siebten Neukredit übersteige das Darlehensvolumen den Wert der finanzierten Wohnimmobilie. "Das sehen wir kritisch", erklärte Branson. Denn diese Kredite hätten ein erhöhtes Verlustpotenzial für die Kreditinstitute und könnten auch für Verbraucherinnen und Verbraucher problematisch sein. "Die riskanten Neukredite von heute dürfen nicht die Problemkredite von morgen werden", sagte der Bafin-Chef.

A.M.Owen--TNT

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