The National Times - Entscheidende Verhandlungen über Kernstück von internationalem Pandemie-Abkommen

Entscheidende Verhandlungen über Kernstück von internationalem Pandemie-Abkommen


Entscheidende Verhandlungen über Kernstück von internationalem Pandemie-Abkommen
Entscheidende Verhandlungen über Kernstück von internationalem Pandemie-Abkommen / Foto: © AFP

Am Sitz der Weltgesundheitsorganisation (WHO) in Genf findet die entscheidende Verhandlungswoche über das umstrittene System zur Teilung von Informationen über neue Erreger und Impfstoffen (PABS) statt. Der Mechanismus gilt als Kernstück des internationalen Pandemie-Abkommens, bei dem wohlhabende Staaten und Entwicklungsländer jedoch weiterhin tief gespalten sind. Bis Freitag soll ein Kompromiss erzielt werden. Wird keine Einigung gefunden, kann das Pandemie-Abkommen nicht in Kraft treten.

Textgröße ändern:

Die Mitgliedsstaaten der WHO hatten das Pandemie-Abkommen generell bereits im Mai vergangenen Jahres verabschiedet. Sein Kern ist der schnelle Austausch über neue Krankheitserreger zwischen Staaten und Pharma-Unternehmen, um die rasche Entwicklung von Gegenmitteln zu ermöglichen. Die genaue Umsetzung dieses PABS-Systems hatten die Unterhändler im vergangenen Jahr allerdings außen vor gelassen, um wenigstens eine Grundsatzeinigung zu erzielen.

Mit dem PABS-System soll ein Vorteilsausgleich hergestellt werden. Pharma-Unternehmen bekommen den Plänen zufolge Zugang zu den Daten über einen neu aufgetretenen Erreger, um schnell Impfstoffe, Medikamente und Tests entwickeln zu können. Im Gegenzug müssen sie der WHO 20 Prozent ihrer pandemierelevanten Gesundheitsprodukte zur Verfügung stellen, davon mindestens die Hälfte als Spende und den Rest zu Vorzugspreisen.

Mehrere Entwicklungsländer, insbesondere in Afrika, erachten PABS als zentralen Bestandteil des Pandemie-Abkommens. Umstritten unter den WHO-Mitgliedstaaten bleibt insbesondere der Zugang zu der geplanten Datenbank. Länder des globalen Südens sowie Nichtregierungsorganisationen fordern ein nachverfolgbares Nutzerregister, um eine kommerzielle Ausbeutung ohne Gegenleistung zu verhindern.

Deutschland, Norwegen und die Schweiz pochen hingegen auf einen anonymen Datenbankzugang. Die wohlhabenderen Staaten argumentieren, für Pharma-Unternehmen müssten sich die Investitionen in neue Impfstoffe oder Medikamente auch lohnen, damit diese zur Bekämpfung einer Pandemie beitragen könnten und wollten. Auch unter den Entwicklungs- und Schwellenländern bleibt die Frage umstritten: So legt etwa Südafrika einen großen Fokus auf den Technologietransfer, die Länder mit der geringsten Wirtschaftsleistung pochen insbesondere auf den Zugang zu Pharma-Erzeugnissen.

Bis Freitag soll ein Kompromiss zur PABS-Umsetzung erzielt werden. Ziel der Unterhändler ist es, dass die ab dem 18. Mai tagenden WHO-Mitgliederversammlung ihre finale Zustimmung erteilt.

Erst nach einer Einigung auf die PABS-Umsetzung können die WHO-Mitgliedsstaaten damit beginnen, das Pandemie-Abkommen zu ratifizieren. Damit das Vertragswerk überhaupt in Kraft treten kann, muss es von mindestens 60 Mitgliedstaaten ratifiziert worden sein.

Die USA verhandelten hatten das Pandemie-Abkommen nicht bis zum Ende mit. Ihre Delegation verließ die Verhandlungen, nachdem US-Präsident Donald Trump unmittelbar nach seinem Amtsantritt im Januar 2025 das Ausscheiden seines Landes aus der WHO verfügt hatte.

V.Allen--TNT

Empfohlen

Auftakt zum SpaceX-Börsengang: Musk stellt Mars-Mission in Aussicht

Tech-Milliardär Elon Musk hat zum Börsenstart seines Raumfahrtkonzerns SpaceX eine Mars-Mission in Aussicht gestellt. SpaceX wolle Menschen zum Mond bringen, "zum Mars und letztlich darüber hinaus", sagte Musk am Freitag im SpaceX-Hauptquartier in Texas vor jubelnden Mitarbeitern. Sein Ziel sei es, "Star Trek Wirklichkeit werden zu lassen".

KI statt Krake: Fans setzen nun oft auf Tech statt Tier bei WM-Vorhersagen

KI statt Krake: Bei den Vorhersagen für die derzeitige Fußball-Weltmeisterschaft setzen viele Fans statt auf Tier-Orakel auf die Künstliche Intelligenz. Allerdings sind die Prognosen der sogenannten Chatbots unterschiedlich. So sagen ChatGTP des Unternehmens OpenAI und Claude von Anthropic Spanien als Weltmeister voraus, Le Chat der französischen Firma Mistral hingegen tippt auf Frankreich, und die chinesischen Programme Deepseek und Qwen sehen Argentinien als Favoriten.

Internationale Referenzstudie: Entwicklung des Erdklimas immer besorgniserregender

Die Folgen der Erderwärmung werden laut einer Studie immer besorgniserregender. Mehr als 70 Wissenschaftler aus 17 Ländern, darunter Experten des Weltklimarats IPCC, erklärten am Donnerstag, die Erde sei "ein Patient, der immer stärker beunruhigende Symptome zeige". Zusätzlich werde das Klima heute "durch geopolitische Entscheidungen geschwächt oder bedroht", erklärte die französische Klima-Expertin und frühere Leiterin einer IPCC-Arbeitsgruppe, Valérie Masson-Delmotte.

Millionen Kadaver: Chinesische Forscher entdecken größten Wal-Friedhof der Welt

Forscher aus China haben am Grund des Indischen Ozeans den größten Wal-Friedhof der Welt entdeckt. Er sei "erstaunt" gewesen über die vielen Kadaver, die zum Teil Millionen Jahre alt sind, erklärte der Forscher Xiaotong Peng am Mittwoch der Nachrichtenagentur AFP. Er war 2023 mehrfach mit einem kleinen Tauchboot zur Fundstätte vor der Westküste Australiens hinabgetaucht.

Textgröße ändern: