The National Times - Umfrage: Deutsche Wirtschaft weiter stark von ausländischer Digitaltechnik abhängig

Umfrage: Deutsche Wirtschaft weiter stark von ausländischer Digitaltechnik abhängig


Umfrage: Deutsche Wirtschaft weiter stark von ausländischer Digitaltechnik abhängig
Umfrage: Deutsche Wirtschaft weiter stark von ausländischer Digitaltechnik abhängig / Foto: © AFP/Archiv

Ob Smartphones, Mikrochips oder Software - bei digitalen Technologien und Dienstleistungen ist einer Umfrage zufolge ein Großteil der deutschen Unternehmenslandschaft von Importen aus dem Ausland abhängig. Nur eine Minderheit von vier Prozent "wäre dauerhaft überlebensfähig, würden diese Importe wegfallen", teilte der Digitalverband Bitkom am Donnerstag mit. Nötig sei deshalb mehr digitale Souveränität.

Textgröße ändern:

Laut der Erhebung, für die Bitkom im September und Oktober 605 Unternehmen ab 20 Mitarbeitenden repräsentativ nach ihrer Abhängigkeit von ausländischen Technologien und Dienstleistungen befragte, stieg zuletzt die Abhängigkeit von den USA und China nochmals an: 51 Prozent der deutschen Unternehmen sehen sich demnach "stark abhängig" von den Vereinigten Staaten - im Januar hatten dies noch 41 Prozent gesagt.

Ebenfalls 51 Prozent geben an, "stark abhängig" von China zu sein. Das sind sieben Prozentpunkte mehr als zu Jahresbeginn. Insgesamt sehen sich aktuell 93 Prozent der Unternehmen in Deutschland stark abhängig (40 Prozent) oder eher abhängig (53 Prozent) von Digitaltechnik und Leistungen aus dem Ausland. Weitere Herkunftsländer sind der Umfrage zufolge hinter den USA und China auch Taiwan, Japan und in Europa insbesondere Frankreich.

Zugleich änderte sich der Umfrage zufolge zuletzt das Vertrauen der Unternehmen in die Herkunftsländer. Während hier Frankreich (76 Prozent), Japan (72 Prozent) und die übrigen EU-Länder (68 Prozent) vorne liegen, nehmen die USA und China die hinteren Plätze ein. Nur 38 Prozent der Befragten haben demnach Vertrauen in die USA, deutlich weniger als im Januar (51 Prozent). 60 Prozent vertrauen den USA aktuell dagegen wenig oder gar nicht, bei China trifft dies auf 70 Prozent zu.

Allerdings könnten die deutschen Unternehmen laut der Umfrage derzeit lediglich zwölf Monate überleben, sollten sie die Technologien oder Services nicht mehr aus den USA beziehen können - mit Blick auf China wären es sogar nur elf Monate.

Deutschland und Europa müssten sich daher "aus einseitigen Abhängigkeiten befreien und ihre digitale Zukunft selbst in die Hand nehmen", erklärte Bitkom-Präsident Ralf Wintergerst. "Wir müssen Europa zu einem Ort machen, an dem digitale Technologien nicht nur genutzt, sondern auch entwickelt und in wettbewerbsfähige Produkte und Dienstleistungen übersetzt werden", forderte er. Der von Deutschland und Frankreich initiierte Gipfel für europäische digitale Souveränität am 18. November in Berlin solle dafür "den Startschuss geben".

Stark verbreitet ist der Wunsch nach mehr digitaler Souveränität laut einer weiteren Bitkom-Umfrage auch in der Bevölkerung. Demnach halten es mit 98 Prozent nahezu alle Befragten für wichtig, dass Deutschland bei wichtigen digitalen Technologien unabhängiger wird. Für diese Erhebung wurden in Deutschland 1156 Menschen ab 16 Jahren telefonisch befragt, ebenfalls im September und Oktober.

F.Hammond--TNT

Empfohlen

Auftakt zum SpaceX-Börsengang: Musk stellt Mars-Mission in Aussicht

Tech-Milliardär Elon Musk hat zum Börsenstart seines Raumfahrtkonzerns SpaceX eine Mars-Mission in Aussicht gestellt. SpaceX wolle Menschen zum Mond bringen, "zum Mars und letztlich darüber hinaus", sagte Musk am Freitag im SpaceX-Hauptquartier in Texas vor jubelnden Mitarbeitern. Sein Ziel sei es, "Star Trek Wirklichkeit werden zu lassen".

KI statt Krake: Fans setzen nun oft auf Tech statt Tier bei WM-Vorhersagen

KI statt Krake: Bei den Vorhersagen für die derzeitige Fußball-Weltmeisterschaft setzen viele Fans statt auf Tier-Orakel auf die Künstliche Intelligenz. Allerdings sind die Prognosen der sogenannten Chatbots unterschiedlich. So sagen ChatGTP des Unternehmens OpenAI und Claude von Anthropic Spanien als Weltmeister voraus, Le Chat der französischen Firma Mistral hingegen tippt auf Frankreich, und die chinesischen Programme Deepseek und Qwen sehen Argentinien als Favoriten.

Internationale Referenzstudie: Entwicklung des Erdklimas immer besorgniserregender

Die Folgen der Erderwärmung werden laut einer Studie immer besorgniserregender. Mehr als 70 Wissenschaftler aus 17 Ländern, darunter Experten des Weltklimarats IPCC, erklärten am Donnerstag, die Erde sei "ein Patient, der immer stärker beunruhigende Symptome zeige". Zusätzlich werde das Klima heute "durch geopolitische Entscheidungen geschwächt oder bedroht", erklärte die französische Klima-Expertin und frühere Leiterin einer IPCC-Arbeitsgruppe, Valérie Masson-Delmotte.

Millionen Kadaver: Chinesische Forscher entdecken größten Wal-Friedhof der Welt

Forscher aus China haben am Grund des Indischen Ozeans den größten Wal-Friedhof der Welt entdeckt. Er sei "erstaunt" gewesen über die vielen Kadaver, die zum Teil Millionen Jahre alt sind, erklärte der Forscher Xiaotong Peng am Mittwoch der Nachrichtenagentur AFP. Er war 2023 mehrfach mit einem kleinen Tauchboot zur Fundstätte vor der Westküste Australiens hinabgetaucht.

Textgröße ändern: