The National Times - RWE-Chef fordert schnellstmögliche Reaktivierung von Kohlekraftwerken

RWE-Chef fordert schnellstmögliche Reaktivierung von Kohlekraftwerken


RWE-Chef fordert schnellstmögliche Reaktivierung von Kohlekraftwerken
RWE-Chef fordert schnellstmögliche Reaktivierung von Kohlekraftwerken / Foto: © AFP

Der Chef des Energiekonzerns RWE, Markus Krebber, hat sich für eine zeitweise Reaktivierung von Kohlekraftwerken ausgesprochen, um knappes und teures Erdgas zu sparen. "Im Stromsektor sollten so schnell wie möglich zusätzlich aktivierbare Kohlekraftwerke statt Gaskraftwerken laufen", sagte Krebber der "Süddeutschen Zeitung" vom Montag.

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Es bestehe nun überall der Anreiz, den Gasverbrauch zu reduzieren. "Das gilt in der Industrie und bei den Haushalten", sagte Krebber. "Überall, wo man auf andere Energieträger umstellen kann, sollte das erfolgen."

Die jüngste Drosselung von Gaslieferungen aus Russland betrachtet der RWE-Chef mit Sorge. "Die Lage spitzt sich derzeit weiter zu", sagte Krebber. Erstmals würden Abnehmer russischen Gases in der Breite nicht mehr vollständig beliefert. "Auch wir bekommen deutlich weniger als die vereinbarten Mengen." Der Konzern, der Gas- und Kohlekraftwerke in Deutschland, Großbritannien und den Niederlanden betreibt, müsse den Brennstoff nun "zu deutlich höheren und weiter steigenden Preisen kaufen", um Lieferverpflichtungen zu erfüllen.

Krebber erwartet, dass Strom und Gas infolge des Angriffs Russlands auf die Ukraine noch jahrelang teuer bleiben dürften. "Es wird vermutlich drei bis fünf Jahre dauern", sagte er der "SZ". Denn es brauche Zeit, "bis neue Kapazitäten geschaffen sind und andere Staaten zusätzliche Energie liefern können".

Einen Weiterbetrieb der letzten Atomkraftwerke in Deutschland über Ende 2022 hinaus schließt Krebber aus. "Die Entscheidung hätte deutlich früher getroffen werden müssen", sagte der RWE-Chef. "Jetzt halte ich die Debatte nicht mehr für sinnvoll." Die Hürden wären sehr hoch und der Beitrag zur Gaseinsparung gering. RWE betreibt noch ein letztes Kernkraftwerk in Lingen im Emsland.

Den Kohleausstieg in Deutschland auf 2030 vorzuziehen, hält Krebber für machbar unter der Bedingung, dass Netze, erneuerbare Energien und so genannte Back-up-Kraftwerke für Phasen mit wenig Wind und Sonne schneller ausgebaut werden. Der RWE-Chef hält gleichwohl daran fest, dass RWE den alten Ort Lützerath im Rheinland im kommenden Jahr abbaggern will, um den Braunkohle-Tagebau Garzweiler II zu erweitern. "Der planmäßige Tagebaufortschritt ist wichtig, vor allem, wenn wir uns auf Szenarien vorbereiten, in denen Gas gespart werden soll", sagte er.

E.Cox--TNT

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