The National Times - Weltkriegsgedenken im Schatten von Ukraine-Krieg und Trumps USA

Weltkriegsgedenken im Schatten von Ukraine-Krieg und Trumps USA


Weltkriegsgedenken im Schatten von Ukraine-Krieg und Trumps USA
Weltkriegsgedenken im Schatten von Ukraine-Krieg und Trumps USA / Foto: © AFP

Unter dem Eindruck des anhaltenden russischen Angriffskriegs in der Ukraine hat Deutschland dem Ende des Zweiten Weltkriegs und der NS-Diktatur vor 80 Jahren gedacht. Den Höhepunkt der Feierlichkeiten zum 8. Mai am Donnerstag bildete die Rede von Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier bei einer Gedenkstunde im Bundestag. In ihr ging er Russland scharf an, kritisierte aber auch die Entwicklung der USA unter Präsident Donald Trump.

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Steinmeier bedankte sich bei "Amerikanern, Briten, Franzosen und all denen, die mit ihnen den Kampf gegen den nationalsozialistischen Terror führten". Auch den Beitrag der Roten Armee - von "Russen, Ukrainern, Weißrussen, allen, die in ihr gekämpft haben" - zur Befreiung Deutschlands würdigte er. "Die Rote Armee hat Auschwitz befreit. All das vergessen wir auch nicht."

Der heutigen russischen Führung warf der Bundespräsident jedoch "Geschichtslügen" vor, indem sie den Krieg gegen die Ukraine zur "Fortsetzung des Kampfes gegen den Faschismus" deklariere. Russlands Präsident Wladimir Putin beschönige auf diese Weise "imperialen Wahn, schweres Unrecht und schwerste Verbrechen".

Ähnlich äußerte sich Bundespräsidentin Julia Klöckner (CDU), die in ihrer Rede Russlands "Missbrauch der Geschichte" anprangerte. Sie forderte auch mehr Aufmerksamkeit für das Leid von Frauen und Mädchen in Kriegen.

Zur Gedenkstunde im Bundestag waren diplomatische Vertreter aus aller Welt geladen - nicht jedoch aus Russland und Belarus. Wegen des Krieges in der Ukraine waren zudem rund um den Jahrestag des Kriegsendes Flaggen der untergegangenen UdSSR am sowjetischen Ehrenmal in Berlin-Treptow verboten.

Auch an den USA übte Steinmeier Kritik. Dass sich ausgerechnet die Vereinigten Staaten, welche die internationale Nachkriegsordnung auf Basis des Völkerrechts "maßgeblich mitgeschaffen und geprägt haben, von ihr abwenden, ist eine Erschütterung von ganz neuem Ausmaß", sagte er. Die "älteste Demokratie der Welt" sei heute gefährdet.

Beides zusammen ergebe einen "doppelten Epochenbruch", führte Steinmeier aus: "Der Angriffskrieg Russlands, der Wertebruch Amerikas, das ist das, was das Ende dieses langen 20. Jahrhunderts markiert." Gerade weil Deutschland die Lehren aus seiner Vergangenheit gelernt habe, müsse es sich nun stärker militärisch und diplomatischen engagieren.

In Europa wird der 8. Mai als Tag der Befreiung gefeiert. Damit wird an die Kapitulation Nazi-Deutschlands gegenüber den Streitkräften der westlichen Alliierten und der Sowjetunion im Jahr 1945 erinnert. Diese beendete den Zweiten Weltkrieg auf dem Kontinent.

Das Gedenken in Berlin hatte am Vormittag mit einem ökumenischen Gottesdienst in der Kaiser-Wilhelm-Gedächtniskirche begonnen. Anschließend legten Steinmeier, Klöckner, Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) sowie Bundesratspräsidentin Anke Rehlinger (SPD) und der Präsident des Bundesverfassungsgerichts, Stephan Harbarth am Baudenkmal Neue Wache Kränze nieder.

Rehlinger sprach von einem "Tag der Befreiung von Terror, Krieg und der menschenverachtenden Ideologie, die von Deutschland ausgegangen waren". Es gelte, an die "besondere historische Verantwortung unseres Volkes" zu erinnern, damit "nie wieder Faschismus und Krieg von deutschem Boden ausgehen".

F.Hammond--TNT

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